Donnerstag, 20. Dezember 2007

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

The one and only Spielvorbericht, oder: So voller Unruhe ist men Herz:
Sonntag, 23.12.2007, 19 Uhr, Nou Camp, Barca vs. Real. Johan Cruyff – zu einem Mythos und einer Fleisch gewordenen Autorität kann man keine näheren Erklärungen abgeben, ohne finster zu freveln – bezeichnete dieses Spiel einmal als „die Essenz des Fußballs“: Gut gegen Böse also. Und wenn man wie ich von der Straße kommt und es nach zähem Kampf und langem Ringen ganz nach oben geschafft hat (eigener Blog, Props und Freigetränke in jeder Fußballkneipe), dann nennt man es einfach „die Essenz des Hasses“, das, wonach wir ewig und sehnsüchtig in unserem Leben suchen, wenn wir, wie all die anderen bekloppten Zeitgenossen, auf den falschen Weg geraten sind. (Dahinter steckt sicher auch die Erkenntnis, dass nicht der Fußball im eigentlichen Sinne eine „Sprache“ ist, die jeder auf der Welt versteht, sondern der Hass ist es. Schlimm, schlimm, kann man da nur sagen.) – Am Sonntag nun wieder der „clásico“, und jeder und jede wird sich ernsthaft fragen, warum Real nicht einfach ein Einreiseverbot nach Barcelona erhält, ihnen das Visum verweigert wird – diese Schmutzfinken einmal im Jahr im Nou Camp, es tut immer wieder aufs Neue sehr weh. Richtig dolle weh tut auch, dass Lionel Messi in dieser Partie nicht für Barca auflaufen wird, er verletzte sich beim 3:0-Auswärtssieg gegen den FC Valencia (Tore: zweimal Eto’o, einmal Gudjohnson). Schwere Zeiten für Ronald Koeman in Valencia, der gleich mal Torhüter Canizares aus dem Team schmiss, obwohl der gar nicht so schlecht gehalten hatte; bis auf die drei Dinger halt. Der niederländischer Trainer muss sich nun einiges anhören, vor allem das: Unter Flores spielte die Mannschaft zwar hässlich, aber sie gewann doch recht viele Spiele. Unter Koeman spielt sie auch hässlich, verliert aber dauernd oder spielt nur 0:0, womit auch kein Staat zu machen ist. Natürlich spielte letztes Wochenende auch Real MadRIP, zu Hause gegen Osasuna sprang ein 2:0-Erfolg raus – war bestimmt furchtbar und völlig unverdient. Ganz sicher.

Weitere wichtige Neuigkeiten in knappem Stil: Inter in good old Italia auf Meisterkurs. Bei Juve glänzen Buffon und del Piero gegen Lazio. Sogar das ewige Sorgenkind Cassano gab für Sampdoria mal wieder eine richtig gute Vorstellung und fehlt auf Grund zu vieler gelber Karten bei der Partie gegen seinen Ex-Club, dem AS Rom. Er hat, soweit ich weiß, geweint. Er wollte unbedingt wieder zurück ins geliebte Olimpico. – Milan ist Boss der Welt. Gegen Boca gab’s ein 4:2 im Finale um den Weltpokal, oder wie immer der gerade heißen mag (Gruß an die Freunde von der FIFA). Kakà und Super-Pippo Inzaghi glänzten was das Zeug hielt. – Der „Bestes bengalisches Feuer“-Preis des Monats geht nach Griechenland, Olympiakos gegen AEK letztes Wochenende (1:0, Tor: Kovacevic). – Ein Trostpreis geht an die Bürgermeister von Rotterdam und Amsterdam, die auf Grund des Streiks der Polizei in den Niederlanden die Sicherheit in und um den Stadien der beiden Städte nicht garantieren wollten, weswegen die Spiele dort vom niederländischen Fußballverband abgesagt werden mussten, darunter auch die Partie Ajax gegen PSV, oder war es Feyenoord gegen den PSV? Wer soll da noch durchsehen?

Das war nicht knapp, Mann!
Sorryporry!

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Digital Messi: Das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ ist zu einem solchen Sautzblatt verkommen (oder war es schon immer so?), dass jeder und jede, die halbwegs einen Löffel halten und einen zusammenhängenden Satz sprechen können, schreiend dieses Konglomerat aus Kinderfickerstorys, Parteiendemokratieunsinn und abgeklärtem Hysteriegemache in die Ecke schleudern müssen, um sich anschließend in eine winzige Klause zurückzuziehen und nur noch Stifter und Goethes naturwissenschaftliche Schriften zu lesen. Aber ab und zu verwerten die Leute vom „Spiegel“ mal eine Idee, die natürlich jemand anderes entwickelt hat, und geben sie zum Besten. Letzte Woche („Spiegel“-Titel: „Dollar Sturzflug“, soso ...) ließ Christoph Biermann einen Artikel über Lionel Messi im Sportteil ab: der kleine Argentinier als Prototyp eines neuen Fußballspielers und die Nachwuchsarbeit des FC Barcelona. Darin wurde auch die These Klaus Theweleits (Kulturwissenschaftler, der sich seit der WM 2006 scheinbar liebend gern mit Fußball beschäftigt) kolportiert, dass Messi auch einer der ersten „digitalisierten Fußballspieler“ sei, einer, „dessen Spielweise durch seine Erfahrungen in virtuellen Welten beeinflusst sei. Diese würden für ein anderes Raumgefühl sorgen, das bei der inzwischen im Fußball zunehmend vernetzten Organisation auf dem Spielfeld hilfreich ist.“ Im Klartext: Messi zockt unglaublich gern Playstation und das schon lange, und er soll ein ziemlicher Könner auf der Konsole sein. Und laut dem Gespräch , das Messi freundlicherweise mit dem „Spiegel“-Menschen führte, spielt der „Atom-Floh“ auf der Playse mit seinem Team, und zwar sich selbst. Die Frage, ob der virtuelle Messi besser sei als der reale, quittiert er mit einem Nicken. Bestimmte Sachen versucht er auf dem Feld nachzumachen. So wohl auch am letzten Sonnabend, beim Derby gegen Espanyol Barcelona, als er immer wieder zu glänzen wusste und das 1:0 durch Iniesta mit einem Sololauf durch Espanyols Abwehrreihen auflegte. Allerdings äußerte Messi auch, dass Einiges aus der virtuellen Welt auf dem Platz nicht möglich sei. Dazu gehören für Barca zurzeit die Auswärtssiege in der Liga. Selbst bei Espanyol, gegen das man nur einen Granatwerferwurf vom Nou Camp entfernt spielen musste, sprang nur ein Punkt raus, 1:1 in der zweiten Halbzeit. (Da die Hauptstadthurensöhne von Real zu Hause gegen Santander gewannen, hat Barca auf Rang zwei nun wieder vier Punkte Abstand zur Spitze. Villarreal nach Niederlage punktgleich Dritter, Atletico Madrid nach Sieg Vierter, Espanyol und Valencia folgen.) Dabei verhielten sich viele der Espanyol-Spieler gegenüber ihren Kontrahenten und dem Schiri wie Sozialdemokraten gegenüber traditionellen Bildungssystemen: sie witterten überall Benachteiligung und schrammten damit ordentlich an Realität vorbei, denn Leistung bleibt bei uns im good old Abendland doch wohl weiterhin ein sittliches Gesetz, oder?

Klaro! – Prompt wurde nämlich unser junger Lieblingsbrasilianer Kakà zum besten Fußballer Europas (das ist die neue Ausdrucksweise für „Abendland“) gekürt und durfte den „Ballon d’Or“ mit nach Hause nehmen (auf den Plätzen folgten Cristiano Ronaldo und unser Messi). Der Südligenbericht unterstützt diese Wahl aufs Entschiedenste, denn Kakà ist nicht nur der neue Cruyff, sondern er will nach dem Profigekicke protestantischer Pfarrer werden, wodurch der Protestantismus innerhalb des Kirchenwettbewerbs die Nase vorn haben dürfte. Und außerdem: mit der Verbreitung des Glaubens ist es wie mit dem Fußball: „Viele fühlen sich berufen, doch nur wenige sind auserwählt.“

Dass das Auserwähltsein nachlässt, dies wiederum auf Grund von Leistung und deren Abnahme, kommt hin und wieder auch mal vor. Sturmgott Romario, natürlich ein Ex-Barca-Recke, hat vor einiger Zeit sein 1000. Tor geschossen, nach eigener Rechnung, und fiel nun durch einen positiven Dopingbefund unangenehm auf (natürlich nur bei Spießern). Allerdings wurde bei ihm lediglich ein Stoff nachgewiesen, der Dopingsubstanzen verschleiern kann und sich u. a. in einem Mittel gegen Haarausfall befindet, welches schon seit drei Jahren bekannt und in Profisportkreisen geächtet ist. Als alte Sozialdemokratin sage ich: Leistung muss auch befeuert werden und Haare sollten nicht schon mit Anfang vierzig ausfallen dürfen.

Sonntag, 18. November 2007

München, wir hören nix!

Mit staatsmännischen Betroffenheitsminen, seit Joschka Fischer vollens in Mode, werden die Funktionsträger nicht müde den Familienausflug ins Stadion anzupreisen und natürlich die sündhaft teuren Logen lobend zu erwähnen. Unterstützt werden sie dabei insbesondere von der Fernseh-Journalie. Und so kam es, dass der wenn es um brisantere Themen geht in letzter Zeit leicht überfordert wirkende Johannes Baptist Kerner seinen Nebenmann Jürgen Klopp, genannt Kloppo, in der ZDF-Berichterstattung zur EM-Qualifikation am 17.11. eine Lanze für den deutschen Ultra brechen ließ. "Die Jungs", wie der Kloppo gern zu sagen pflegt, die in Italien gerade Rabaz machen, sind seiner Meinung nach Faschisten. In Deutschland hingegen, basteln die Ultras schöne Pappen und Fahnen für die Stimmung in der Arena, meint der Kloppo. Also genau für das, was die Bayern nicht kennen. Und so müssen sich die stimmungsarmen "Kunden von Kalle" und "Gäste von Uli" auf dem Parteitag des FC Bayern München vom werten Uli anschnauzen lassen. Und alles nur, weil sie mal eben kurz fragen wollten, ob sie denn nicht vielleicht auch "Ultras" sein dürfen.

Der "wilde Uli", des is vielleicht ainer. Nun ist es scheinbar nichts neues, dass es in den Arenen immer mehr um Geschäftsessen geht und genau dies könnte zu einem wachsenden Problem werden. Eine der wenigen Ausnahmen bildet hier sicherlich das in der vergangenen Saison von einem Engländer "das Epizentrum der Gänsehaut in Deutschland" beschriebene Frankfurter Stadion. Alan Oliver, der legendäre Fußballreporter des Newcastle Evening Chronicle, schrieb von Newcastles Uefa-Cup-Spiel in Frankfurt: "Heiß wie weißer Dampf war die Atmosphäre, 47.000 Fanatiker, die es mit allem aufnehmen konnten, was Newcastle auf seinen Europareisen erlebt hat und dazu gehören Besuche in Mailands San Siro, Turins Alpenstadion, Barcelonas Camp Nou. Der Lärm machte taub, und, oh Junge, oh Junge, ich hasse die Vorstellung, was passiert wäre, wenn sie ein Eintracht-Tor zu feiern gehabt hätten (vgl. Roland Reng, SZ 03.11.2007)."

Samstag, 17. November 2007

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Vor Sonnenuntergang: Pietät wurde im Südligenbericht selten bis nie groß geschrieben, aber diesmal sollte an dieser Stelle gewartet. Gewartet, bis die Trauerfeier für Gabriele Sandri in Rom vollzogen wurde. Der 26-jährige Lazio-Fan, der sich auf dem Weg zum Auswärtsspiel bei Inter Mailand befand, war auf einem Autobahnrastplatz bei Arezzo von einer Polizeistreife erschossen worden. Diese griff ein, nachdem es zu einer Rangelei zwischen Juve-Anhängern, auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Parma, und einigen Laziali gekommen war. Der Schuss traf Gabriele Sandri im Nacken, im Auto sitzend. Der Polizist soll angeblich gezielt geschossen haben, die Waffe mit beiden Händen haltend. Das Spiel Inter-Lazio wurde abgesagt und in Mailand verbündeten sich nach Bekanntwerden des Vorfalls Inter- und Lazio-Fans und griffen eine Polizeiwache an. „Mörder, Mörder“ riefen sie. Gleiches geschah in Rom, Ziel der Attacken waren neben Polizeiwachen das Büro des Nationalen Olympischen Komitees und das Olympiastadion. Die Partie zwischen Atalanta Bergamo und Milan wurde nach einigen Minuten wegen Ausschreitungen abgebrochen, ebenso ein Spiel der dritten Liga. AS Rom-Calgiari wurde ganz abgesagt. Bei den ausgetragenen Partien trugen Spieler und Schiedsrichter Trauerflor. Dass der Spielbetrieb überhaupt aufrecht gehalten wurde, stieß auf Unverständnis. Nach dem Tod eines Polizisten bei Ausschreitungen von Fans in Catania im Februar diesen Jahres war dies noch geschehen. – Zyniker könnten nun sagen: eins zu eins. Im Internet war zu lesen: „Hundert von ihnen für einen von uns.“ – Bei der Trauerfeier am Mittwoch im Rom haben über 2000 Menschen, Fans, Freunde, Spieler und Offizielle, Abschied von Gabriele Sandri genommen, das gesamte Team Lazio Roms war da, ebenso Francesco Totti. Gegen den Polizisten wird mittlerweile wegen Totschlags ermittelt.
Liebes Italia, liebe Fans, wir halten zu euch! (Oh, jetzt gibt’s hier also doch noch Pathos! – „Ist das nicht dieser griechische Käse?“ Nee, Patros heißt der!)
Lange hat sich auch der Südligenbericht an den Zuständen in Italien ergötzt – großer Fußball und gefährliche Fans lassen scheinbar viele Herzen höher schlagen. Nun werden die Fans (zumindest die Kurven) vorerst ausgesperrt und um den Fußball steht’s auch recht schlecht. Einige ausländische Stars, wie Kakà, ließen schon verlautbaren, dass sie unter diesen Umständen nicht mehr gewillt sind, im Kerngebiet des ehemaligen Imperium Romanum zu spielen – was natürlich Raum für Spekulationen lässt: Die ganze Sache könnte nämlich von Real Madrid gesteuert und angezettelt worden sein, damit Kakà endlich in die spanische Kapitale wechselt, denn bisher hatte er sich stets geweigert, bei den weißen Halunken anzuheuern. Vielleicht ist aber nur die Operette, welche die Italiener so gerne spielen, ihnen aus den Händen geglitten – die Fans wollen große und böse Gefühle und erhalten Stadionverbot und die Diaspora der ausländischen Stars. Und die Offiziellen, Fußballbonzen und Politiker, lassen einige Parallelen zum DDR-System erkennen (dort gab es ja ebenfalls ein massives „Fanproblem“) – das Prinzip der organisierten Verantwortungslosigkeit lässt jedes noch so schöne Reich – sei es das Römische, das Reich des Fußballs oder das des spießig-paradiesischen Sozialismus – untergehen. Und das eigentlich immer zu Recht. (Huch, da wird mir aber mächtig mulmig zumute.)
Na ja, zur Not ist sowieso Real Madrid schuld.
Und: „Fun ist ein Stahlbad.“
Und: Bei Feyenoord gegen Ajax gab’s diesmal, letztes Wochenende, gar keine Ausschreitungen. Ach nee, wa!? Paradigmenwechsel, oder was?

Dienstag, 6. November 2007

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Was vom Derby übrig blieb ...:
Eigentlich ein äußerst beknackter, weil ziemlich falscher Einsteiger. Denn vom Derby d’Italia (Juve gegen Inter, manche sagen auch: Inter gegen Juve) bleibt äußerst wenig übrig, genau genommen nichts. Das Ding hieß nämlich Derby d’Italia (Betonung auf ITALIA), weil beide Clubs noch nie aus der Serie A, seit deren Bestehen, abgestiegen waren. Hier liegt wiederum die Betonung auf WAREN. Denn, hihi, Juve durfte letzte Saison ja mal den Duft der Serie B schnuppern, hm, lecker. Trotzdem ging’s am Sonntag hoch her in Turin, vor allem körperlich – das passiert ja beim Fußball hin und wieder. Cruz brachte Inter in der ersten Halbzeit in Front, und versemmelte danach mit seinen Mannschaftskollegen noch einige Chancen, so dass Camoranesi für Juve in der 77. Minute noch den Ausgleich erzielen konnte. – Für so ein Unentschieden ist Milan zur Zeit zu Hause immer zu haben, die Heimbilanz ist für die Rossoneri wahrlich unterirdisch, da konnte bisher auch einer der bestaussehendsten Brillenträger, Kakà, nichts dagegen tun, er wirkt etwas müde. So durfte an diesem Wochenende auch der FC Turin den Mailändern beim Chancenvergeben zuschauen, und fuhr mit einem 0:0 nach Hause. Nun dümpelt Milan weiter auf Rang neun rum und es kann natürlich jederzeit sein, dass Real MadRIP alle brauchbaren Spieler aus dem San Siro wegkauft. Kann aber auch nicht sein (immerhin gab’s ja ein 5:0 für Milan bei Sampdoria Genua unter der Woche). – Auch der Ruhm der römischen Clubs wurde an diesem Wochenende nicht gemehrt. Die Roma führte bereits mit zwei Treffern bei Empoli (Drittletzter), um dann noch zwei Dinger zu kassieren: „Wir nennen es Zweizwei.“ Lazio spielte zu Hause im Olimpico gegen Florenz. Mutu, Florenz’ Stürmer mit Kokainvergangenheit, wurde von einigen Laziali als „Zigeuner“ beschimpft. Mutu stammt aus Rumänien. Lazio verlor mit 0:1.
Mal lauschen, was in der Primera Division so geht. – Rumms, die zweite Niederlage für Real in dieser Saison, alle reinen Herzen schlagen höher. Die weißen Halunken brachten kaum einen vernünftigen Angriff beim FC Sevilla zustande und waren mit dem 0:2 noch gut bedient. Einer der schwächsten auf Seiten der Madrilenen war Metzelder. So etwas in der Art wurde vom Südligenbericht ja schon vor Monaten vorausgesagt (siehe: www.aimofdesign.de/sport.html und www.myspace.com/aimofdesign) – die wollten eigentlich Mertesacker kaufen, kamen aber mit diesen verflixten deutschen Namen durcheinander. Barca (3:0 gegen Betis) und Villarreal (4:3 bei Atletico Madrid – „Wir nennen es torreich.“) sind bis auf einen Punkt dran: „Wir nennen es Hoffnung.“
Südligenbericht-Sonderteil (anstatt einer Literaturbeilage): Ich wittere die große Verschwörung. Der DFB hat sich nur zur Einführung einer eingleisigen Dritten Liga durchgerungen, weil zuvor Folgendes mit dem knauserigen Staat ausgehandelt wurde: durch die Dritte gibt’s mehr Kohle für die Clubs, und dann können die ja auch die Polizeieinsätze bezahlen (auch wenn Herr Niersbach nun so tut, als wäre er furchtbar gegen diesen Vorschlag). Eine riesige Schurkerei also. Bloß weil vorletztes Wochenende ungefähr 1500 Polizisten mit ihren Autos und zwei Hubschrauber ein Spiel der Regionalliga (Dynamo Dresden gegen good old Union) und eins der Landesliga (Dresden II gegen Lok Leipzig) befrieden mussten, wird im Land eine Stimmung kreiert, die jeden Fernsehkommentator beim Anblick von bengalischem Feuer zu Weinkrämpfen provoziert. In unserem funky bunten Land darf die gute, bunte Laune auch beim Fußball nicht fehlen (die Sachsen können von mir aus ihre Polizeieinsätze den Vereinen aufhalsen, hehe), darum startet der Südligenbericht schon wieder eine neue Initiative, in Kooperation mit den Fachverband für den Verkauf von bengalischem Feuer (FVVbF): Dein Stadion soll schöner, bunter und auch etwas verrauchter werden! (Und wenn dann einmal das letzte farbige Feuer in den Stadien der Welt ausgeht, wird Prometheus überaus unglücklich sein.)

Dienstag, 23. Oktober 2007

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Die Pause verbring’ ich in meiner Klause!
Es dürfte ja wohl ein Allgemeinplatz sein, dass Pausen an sich etwas ziemlich Beknacktes sind (abgesehen von Raucherpausen vielleicht). Das Schlimmste aber überhaupt sind sicherlich Länderspielpausen, also Pausen in denen Nationalmannschaft ihrem langweiligen Geschäft nachgehen und die uns um schöne und spannende Spiele in den nationalen Meisterschaften und europäischen Pokalwettbewerben bringen. Und es gibt noch eine weitere riesige Sauerei, die im Zuge dieser Länderspiele auftritt: regelmäßig kehren die Akteure verletzt, erschöpft und verspätet zu ihren Clubs zurück. Aber es ist wie immer: wenn man die UNO mal braucht, greift sie nicht ein – und so gab es dieses Wochenende eine illustre Favoriten- bzw. Großclubstolperei in den Südligen.
Barca ging bei Villarreal, dem „gelben U-Boot“, mit 3:1 unter (um es mal drastisch zu formulieren), zudem verletzte sich noch der länderspielgestresste Deco und fällt fünf Wochen aus; somit ist eigentlich das gesamte defensive Mittelfeld bei Barca (Deco, Touré, Marquez, Edmilson) verletzt, na prima! Einziger Lichtblick auf Seiten der Katalanen war Bojan Krkic (das serbo-katalanische Eigengewächs), der nun mit 17 Jahren und ein paar Tagen jüngster Liga-Torschütze der Vereinsgeschichte ist. Zwei der drei Vilarreal-Treffer waren übrigens Elfer, darf so etwas sein? – Zum Glück bestätigte Schweine-Real ein paar Stunden später seine absteigende Form mit einer 1:2-Niederlage bei Espanyol Barcelona. Da außerdem Valencia gegen La Coruna gewann, beträgt der Abstand auf den Plätzen eins bis fünf jeweils nur einen Punkt: Real MadRIP, Villarreal, Valencia, Barca, Espanyol.
Noch dicker kam’s für Milan, die 0:1-Heimniederlage der Berlusconi-Boys gegen Empoli war ja nun nicht so dolle, und damit steigt der Abstand zu Tabellenchef Inter auf zehn Punkte an (einigen Gerüchten zufolge will man sich bei den Rossoneri gern mit Drogba verstärken, der ja unbedingt weg von Chelsea will – andererseits: Real soll auch interessiert sein, aber die sind ja nun schon seit Jahren an jedem Spieler interessiert, der schon mal ein Tor ab der dritten Liga aufwärts geschossen hat). Sehr unitalienisch ging’s beim „Derby del Sud“ – die Roma gegen den SSC Neapel – zu, 4:4 (die Gäste mussten übrigens ohne Fans anreisen bzw. wurden diese nicht ins Stadio Olimpico gelassen – der finstere Staat greift bei den südländischen Gewalttätern mal wieder hart durch ...), Zalayeta schoss kurz vor Schluss für die Neapolitaner den Ausgleich. Dessen Ex-Club, Juventus Turin, knüpfte an alte Capello-Zeiten an und gewann standesgemäß mit 1:0 gegen Genua 1893, und del Piero did it. Die Fiat-Knechte aus dem Norden sind mittlerweile der stärkste Konkurrent des weiterhin erfolgreichen Inter Mailand, die bei Reggina 1:0 gewannen, erstes Adriano-Tor seit Menschengedenken (ja, ja, so schlimm war’s auch wieder nicht). Die Juve-Hasser des AC Florenz hatten gegen Siena im toskanischen Derby wenig Mühe, 3:0.
Hört es denn nie auf? Nee! Zum zigtausendsten Mal gab es ein Glasgower Derby, „Old Firm“ genannt, und diesmal durften sich alle reformierten Christen freuen: die Rangers hauten die Katholiken von Celtic mit 3:0 aus dem Ibrox-Park – wenn das Luther und Calvin noch erleben könnten ...
Achtung!!! Neue Südligenbericht-Initiative!!! – Mourinho zurück auf eine würdige Trainerbank. (Und wer die bisherigen Initiativen so kennt, der weiß: die haben eigentlich immer Erfolg.) Wie kürzlich die englische Presse kolportierte, hatte der portugiesische Trainerguru in seiner Zeit beim FC Porto eine Geliebte, die pikante Details an ein Revolverblatt von der Insel (da wo, laut Maradonna, die Leute mit den eckigen Füßen leben) verriet, u.a. dass Mourinho unglaublich gerne in ihrem Beisein Schokokekse aß, sogar beim Geschlechtsverkehr – wenn er gut drauf war, machte er einfach eine Pause und knabberte einen Keks, so zwischendurch, und auch wenn er sich Fußballspiele im Fernsehen ansah. Dieser Mann darf einfach nicht arbeitslos sein und sinnlos irgendwo in Portugal rumlungern. Genau darum hofft die Initiative auf viele begeisterte Unterstützer.
Wer sich von der unglaublichen Qualität der bisherigen Südligenberichte überzeugen will, siehe: www.aimofdesign.de/sport.html und www.myspace.com/aimofdesign

Samstag, 20. Oktober 2007

Fankultur aus Frankfurt

Ganz warm wird mir da ums Herz.
Diese Aufnahmen sind in Kopenhagen beim Duell Bröndby vs. Eintracht (UEFA-CUP-Saison 2006/2007) entstanden und belegen den feinen Stil und die unglaublich große Energie der Frankfurter Fans.