Montag, 22. Dezember 2008

David Beckham ist gelandet.

Das Altherrenensemble von Milan ist trotz der Landung des "Schönen" nur fast komplett.
Ronaldo ist leider schon nicht mehr da. Ihn zog es in die Heimat zu Corinthians Sao Paolo, wo er einen Ein-Jahres-Vertrag unterzeichnen durfte.
In Mailand und Bremen haben Sie jetzt alle ein bisschen Angst, wahrscheinlich vor Victoria und was da jetzt im Guiseppe-Meazza-Stadion (der großen Fußballbühne) so vor sich gehen wird, so ist zumindest aus informierten Kreisen zu hören.


via operabuffa

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Barca kann den Fußball retten, die Welt, die Wirtschaft und die Weltwirtschaft aber nicht, Alter!

Irgendwie war es einer der schönsten clásicos seit Langem. Nicht das spielerische Niveau gab den Ausschlag – da hatte man in den letzten Jahren schon flottere Spiele der beiden gegeneinander erlebt –, es war das Happy End, das doch noch eintrat und von dem wir sonst doch sicher nicht glauben, dass es eintritt: Vergessen wir nicht, Optimimus ist entweder „Feigheit“ (Oswald Spengler) oder „Mangel an Information“ (Heiner Müller – Obacht, ist nicht der erfolgreiche Schalke-Manager!).
Das war schon ein verdammt schlauer Schachzug von Real, einfach einen ehemaligen Barca-Jugendtrainer an Bernd the blonde angel Schusters Stelle auf die Bank zu setzen, Juande Ramos, mit dem FC Sevilla zweimaliger Uefa-Cup-Gewinner. Schon in der letzten Saison pflegte Real einen Art Testosteron-Fußball ohne viel Glanz. Darum war es für Barca besonders bitter gegen die Schweinchen aus Madrid zu verlieren, da sie ja eigentlich wesentlich mehr Qualität im Kader hatten und haben. Wie Paul Ingendaay vor einigen Wochen in der FAZ schrieb: Es ist immer bitter auf Grund von fehlenden Sekundärtugenden den Kürzeren zu ziehen. Nun scheint aber erstmal Schluss damit – möge es ewig währen! Und das obwohl Real mit seinem Trainer an diesem Sonnabend im Nou Camp alles das rausholte, was wir sonst von den tristen Plätzen der dritten Herrenmannschaften an Sonntagnachmittagen bei Nieselregen kennen: Macht kaputt, was euch kaputt macht – nämlich Talent, Esprit und Leistung der anderen.
Fast wäre es den Weißen gelungen, den Fußball kaputt zu machen, den Zynismus siegen zu lassen, die Achillessehne von Messi entzwei zu treten. Dass es dann gerade Samuel Eto’o war, der Barcas Triumph mit seinem 1:0 einleitete, und das nach kurz zuvor verschossenem Elfer, befriedigte jeden, der auch nur ein wenig Hass spürt. Es ist die Dauerfehde, nicht nur Barca vs. Real, sondern auch Eto’o vs. Real, die Fußballvendetta. Gegen die „Königlichen“ schießt er besonders gerne Tore. Wie sie ihn in Madrid behandelt haben, als er als Teenager aus Afrika dort ankam – der Verein schickte nicht einmal jemanden, der ihn vom Flughafen abholen sollte –, die Missachtung seines Talents, die Ignoranz und Dummheit wird er ihnen nicht so schnell vergessen. So erlöst ihn jedes Tor von dieser Demütigung. Sonnabendnacht drückte sich wohl noch etwas anderes in seinem Torjubel aus, Zorn, ohnmächtige Wut über ein finstere private Tragödie, von der, wie es scheint, seine Familie betroffen ist und die Ronald Reng etwas pietätlos am Montag in der Berliner Zeitung ausplauderte, nicht ohne zu erwähnen, dass nur Eingeweihte von der Sache wissen. Dass sich diese Sache auf seinen Torjubel auswirkte, ist Rengs Spekulation, doch sie ist nachvollziehbar. Dass Eto’o trotz dieser bedrückenden Sache spielte, ist ihm umso höher anzurechnen.
Messi besorgte dann den Rest.
Angeblich soll Pep Guardiola, der Barca-Trainer, im Bus auf dem Weg vom Hotel zum Stadion – ja, das machen die schon mal bei Heimspielen so – der Mannschaft Coldplays „Viva la vida“ aus Motivationsgründen vorgespielt haben. So haben die also auch noch was für die Menschheit getan. Ey, thank you!

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Weiße Schweine im Vorort

„The ferkels are about too loose, hihi!“ Wenn einem eine solche Verlautbarung per SMS am Sonnabendabend (wer „Samstag“ sagt, hat schon verschissen) erreicht, gefühlt aus einem Madrider Vorort, so weiß jeder edel und gut denkende Mensch, was Sache ist: Real Madrid, die weißen Scheine genannt, hat gerade bei Getafe verloren, in diesem Falle ordentlich, mit 1:3, und das trotz mal wieder guter Leistung des Schiris für seinen Arbeitgeber Real – er drückte insgesamt drei Augen zu und ersparte Real zwei Elfer gegen sich und ein rotes Kärtchen. Dazu bemerkte Bernd „the blonde Engel“ Schuster, zurzeit Reals semierfolgreicher Trainer, dass dies eine Niederlage sei, „die nicht schmerzt“. Schade, möchte man da sagen, Schmerzen sind doch nicht schlecht. Aber Schusti hatte jedoch noch einen spezielleren Grund parat: Er habe nämlich während der gesamten Partie „nie den Eindruck gehabt, dass wir gewinnen könnten.“ Also die gute alte Auswärtsschlamperei in der spanischen Liga? Mitnichten, wenn man auf den großen Rivalen aus der katalanischen Metropole kuckt. Barca war zum Topspiel zum FC Sevilla gereist, der mit nur acht Gegentoren die beste Abwehr stellte. Barca zauberte zwar nicht so furios wie in bisherigen Spielen, zeigte sich aber abgezockt und pragmatisch und besitzt mit Messi (zwei Tore), Eto’o (ein Tor) und Henry (kein Tor) das derzeit wohl flinkeste Sturmgespann, dazu eine durch Dani Alves und Piqué verstärkte Abwehr, die selbst im knurrigen „kicker“ Höchstnoten bekommt. So kam es, dass nach diesem Spiel Barca die wenigsten Gegentreffer auf dem Konto hat, und die meisten erzielten: 40:9. Im Vergleich zu den anderen wichtigen, europäischen Tabellenführern (FC Liverpool: 21:8, Inter: 22:8, Olympique Lyon: 21:10) kann damit eigentlich nur der Glitzermetropolenclub aus Hoffenheim mithalten (40:20), wenn wir bei den Gegentoren ein Auge zudrücken und noch eins auf Grund des Vorsprung von zwei absolvierten Spieltagen mehr in Germany. Festhalten muss man allerdings, dass Hoffenheim neben Barca derzeit den flottesten Fußball im Abendland spielt. Und da der FC Barcelona „Barca“ heißt, wird hiermit die TSG Hoffenheim ehrenhalber in „Hoffi“ umgetauft – und darauf können die übrigens mächtig stolz sein. (Als ehemalige Spitzenhockeyspielerin ist mir Hoffi mit dem Sportdirektor Bernhard Peters, zweimal Worldmaster mit der deutschen Hockeynationalmannschaft, sowieso äußerst sympathisch.)

Wie dem auch sei. Die Weißen kriegen sogenannte kalte Füße und die katalanische Presse titelte: „Barca +6“ – denn sechs Punkte beträgt nun der Abstand der Madrilenen zu Rang eins. Und wir sollten nicht vergessen, dass dazwischen noch das sympathische Villarreal rumschwirrt. Der blonde Engel wiederum kriegt im Januar 09 von Reals Vereinsführung Klaas-Jan Huntelaar, für 27 Millionen von Ajax kommend, geschenkt. Eigentlich ein sympathischer junger Mann. Und nun? Nun soll er wahrscheinlich die Löcher in Reals Abwehr stopfen. Ach nee, der ist ja Stürmer ...

Was fehlt? Dem ehemaligen Schulkameraden der „Ballon d’Or“. – Nachdem Cristiano Ronaldo am Wochenende im Spiel ManU gegen ManCity die bescheuertste gelbe Karte der Welt erhielt, gab’s am Montag gleich noch den Titel „Europas Fußballer des Jahres“ hinterher. Und das obwohl ich mit meinen gekauften Stimmen natürlich Messi unterstützte, der leider nur auf Platz zwei kam, gefolgt von Fernando Torres. Ronaldo sieht übrigens einem meiner ehemaligen Mitschüler sehr ähnlich, mit dem Unterschied, dass jener größer und blonder war als dieser. Ich wäre auf jeden Fall sehr erfreut gewesen, wenn der andere den Preis abgestaubt hätte. So bin ich halt nicht erfreut.

Was nicht fehlt: Morddrohungen gegen Atletico Madrid-Fans vor dem Rückspiel in der Champions League gegen Qlympique Marseille. Die per E-Mail eingegangenen Drohungen beziehen sich auf die Festnahme eines Marseille-Anhängers beim Hinspiel in Madrid. Ihm drohen acht Jahre Haft. Das sollen nun, laut dem anonymen Morddroher, acht tote Atletico-Fans ausgleichen. Smells like fuzzy logic.

Samstag, 15. November 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Obama, La Destra und immer noch eine verdammt finstere Welt

Nu is es also raus: Nach Becks kommt auch noch Barack Obama zu Milan, die Presse und wir und alle anderen tirilieren! Aber nee, machen wir mal halblang (was ungefähr halbkurz entspricht).
Als ich mich kürzlich wieder in Rom aufhielt – natürlich so ungünstig, dass ich nicht mal ein Spiel im Olimpico sehen konnte –, machte die Präsenz Barack Obamas auf italienischen Qualitätshochglanzboulevardmagazinen den Eindruck, dass nun auch dieser Star den amerikanischen Kontinent verlassen und nach good old Italy abflattern wird. Dabei hatte dieser Obama doch gerade nur die Wahl in USA gewonnen – ach so! Daher gibt es allerorten große Spannung: Mal sehen, was Becks bei Milan und Obama bei USA für Wunderdinge vollbringt. Skepsis ist natürlich verboten! Logo. (Übrigens wirbt die italienische Linke auf Wahlkampfplakaten mit Obama. „Il mondo cambio“ – die Welt ändert sich, stand auf den Postern, dazu ein Foto von Obama, das war’s. Die Rechte, „la destra“, kam wesentlich textlastiger daher. Aber wenigstens hatten die eine Fackel auf ihren Plakaten. Auch nicht schlecht.)
Wunderdinge vollbringt grad mehr oder weniger der aus Brasilien stammende Partyking Ronaldinho bei Milan (ja, das ist der Club, zu dem Becks für ein paar Monate gehen wird!). Nach den vielen Egotrips und schwachen Vorstellungen in der letzten Saison bei Barca wird vor allem die softe Hand von Trainer Carlo Ancelotti (den Lesern und Leserinnen des Südligenberichts auch als Kater Carlo bekannt) als Grund für diesen Aufwärtstrend gesehen. Jüngst ließ dieser freundliche Nachsicht nach einem Discobesuch seines Schützlings walten – soll auch sein erster in Milano gewesen sein. Ronaldinho selbst erklärt seine Wiederauferstehung, an die wir natürlich alle fest geglaubt haben, damit, dass ihm in der letzten Saison (da war ja Frank Rijkaard auch recht nachsichtig) einfach der „Hunger“ fehlte, da er mit Barca alles gewonnen habe. Was aber dann doch nicht ganz stimmt – den spanischen Pokal, die Copa del Rey, gewann er während seiner Zeit bei Barca nicht. Die wird übrigens Real MadRIP in diesem Jahr mal wieder nicht holen können. Man flog gepflegt gegen einen Drittligisten raus. Das Hinspiel in der Fremde verlor man mit 2:3 und im Rückspiel reichte dann der 4:3-Sieg auf Grund der Auswärtstorregelung nicht. Bei diesem Sieg durfte Christoph „Metze“ Metzelder endlich mal wieder von Beginn an in der Abwehr glänzen und nun steht der blonde Engel angeblich kurz vor dem Rauswurf bei den Madrilenen (zu den Spekulationen um seinen angeblichen Nachfolger wird sich hier natürlich nicht beteiligt), unter anderem deswegen, weil er irgendwann aufgehört hat in dieser Saison die kassierten Gegentreffer zu zählen. Nun könnte man natürlich kräftig unken – wird aber nicht gemacht. Bei den Sternstunden der Menschheit soll man bekanntermaßen schweigen. – Freuen kann man sich dagegen mit Samuel Eto’o vom FC Barcelona, dem im letzten Liga-Heimspiel gegen Valldolid vier Treffer in einer Halbzeit gelangen, wogegen es meines Wissens aber ein Gesetz gibt, oder sicher geben muss. Aber in einer Welt, in der Barack Obama zum Präsidenten von die USA gewählt wird, kann ein Mann auch in 45 Minuten vier Tore schießen dürfen. Oder etwa nicht, ihr reaktionären Schweine?

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Noch mal ’ne Runde Becks für good old Europe

Eine Butze soll er angeblich schon haben. Milan-Methusalem, Dauer-Schönheitsideal und „Kraft durch Olivenöl“-Mann, Paolo Maldini, half ihm beim Finden – innerstädtisches Viertel, in einer Straße, in der urbane Trends zu bestaunen sind, die nicht jeder so doll findet: Prostitution, Drogenhandel und Nightlife. Die Frau Gemahlin ist natürlich nicht sonderlich erfreut. Aber die würde ja sowieso viel eher im lieblichen L.A. bleiben, was sie nach Medienberichten (Wer sind eigentliche diese „Medienberichte“? Oder sind es jene?) auch prompt tut. Das heißt also: In der Edel-Junggesellen-Behausung wird es vermutlich ordentlich hoch hergehen. Milano ist bereit sich vom berühmtesten Metrosexuellen der Welt erobern zu lassen. – Beckham, Europa hat dich wieder, so wie es dich kennt! „Ich habe Milan kontaktiert, weil es nach meinen Stationen Manchester United und Real Madrid der einzige Verein war, der mir gefiel.“ Ein ziemlich gemeiner Seitenhieb gegen Union, den BFC und die ganzen anderen phantastischen Vereine, die in Europa ihre Existenz fristen – fürs nächste halbe Jahr auf jeden Fall ohne den Flanken- und Freistoßgott vergangener Tage.
Der „kicker“ packte, diese ganze Sache betreffend, eine recht plausible Verschwörungstheorie aus: Der gute David würde gern auch weiterhin für sein Land, England, spielen. Dessen Nationalcoach, Fabio Capello, will ihn aber nur berufen, wenn er in seinem Verein auch spielt. Sportlich lief es ja in letzter Zeit bei seinem Verein, Los Angeles Galaxy, nicht so rund. Und Milan wollte ihn schon zu Beginn der Saison aus der Neuen Welt holen. Somit kann sich Becks berechtigte Hoffnungen machen: Ein Ex-Milanisti (Capello, immer schwer gefördert von Cavaliere Berlusconi) wird einem Mitglied der „Milan-Familie“ (Beckham) höchstwahrscheinlich nicht abschlagen, auch weiterhin bei WM-Quali und gar in Südafrika mit seinen Nationalmannschaftskollegen über den Platz und dem Ball hinterher zu rumpeln. Bei Milan wird Becks für alle Wettbewerbe – UEFA-Cup, Pokal und Liga – eingeplant.
Andererseits muss man auch sagen: In Kalifornien würde sich die englische Ausgabe Jörg Böhmes (beides Ecken- und Freistoßtreter) nur langweilen. Da die Galaxy die Play-offs verpasste, ist die Saison eh vorbei. Darum auch nur eine Ausleihe. Beckham wird sich wohl fit halten und sicher auch mal gegen Ende einer Partie eingewechselt werden, und natürlich mit Ronaldinho viel Pepsi trinken. Und Milan wird einen ganzen Arsch voll Trikots verkaufen, bzw. die Fälscher Milan-Trikots mit Becks hinten drauf. Aber darum geht es natürlich gar nicht, bestätigt uns Milan-Geschäftsführer Adriano Galliani: „Milan ist kein Verein der Panini-Bilder sammelt. Die Leute kommen ins Stadion, um die Mannschaft zu sehen, nicht besondere Spieler. Zuletzt kamen 65000 gegen Sampdoria – also ist Milan ein Gesamtprodukt, das den Fans gefällt. Beckham wird ein parr mehr ins Stadion bringen, sicher nicht weniger.“ Oha, die feine Klinge der Dialektik, oder Panini-Bildchen sind in Milano was anderes als in Berlino und Hamburgo. Wahrscheinlich irgendwas Neues aus den erweiterten Erkenntnissen der PR, was wir noch nicht kennen.
Jedoch, eins bleibt so, wie es ist: The Special One gibt’s beim Rivalen zu bewundern. Inter hat mit Mourinho einfach die dickeren Eier. Quasi.

Was nicht fehlt (diese Rubrik hab ich von der „taz“ geklaut – ohne zu fragen): Der schnellste (offizielle) Hattrick in der Vereinsgeschichte Barcas. Letzten Sonnabend erzielte Samuel Eto’o innerhalb von 19 Minuten drei Treffer beim 5:0 gegen UD Almeria. Geschwindigkeitsforscher Paul Virilio hat sich seine wissenschaftliche Freude daran.

Freitag, 10. Oktober 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Beim Zusammenhang zwischen Nobel-Prize und Fußball scheint es noch offene Fragen zu geben

Vor kurzem: Also da gewinnt Barca gegen Atletico Madrid so unglaublich rasant, dass ich fast beim Mitzählen der Tore durcheinander kam, weil ich mich grad aufs Zählen der Kurzpässe konzentrierte, da wurde mir klar: Also, wenn’s so läuft, dann kriegt dieses Jahr Cormac McCarthy den Nobel-Prize für Literatur, muss so sein, allein auf Grund des Messi-Tores, als er denn Ball bei einem Freistoß einfach aufs Tor zwirbelte, während Atleticos Neu-Keeper Coupet noch seine Mauer ordnete aber der Ball schon vom Schiri freigegeben war – McCarthy, keine Frage. Man muss die Zeichen zu deuten wissen. (Da ja außerdem am gleichen Wochenende Ibrahimovic dieses sensationelle Tor mit der Hacke erzielte, nicht wahr.) Allein weil dieser Herr Professor Dingsbums von dieser schwedischen Akademie, die die Nobelpreise vergibt, so finster antiamerikanisch vom Leder gezogen hatte … allein schon deswegen. Aber dann brach sich Robert Enke im Training die Hand, bzw. einen Knochen da drin, und ich dachte (genau, jeder kommt da drauf … Enke war ja mal bei Barca Torhüter, versteht ihr, verstehen Sie?), nee, dann doch wer anders. Schade, schade, aber wenigstens wird’s dann wohl der Javier Marías machen, das Rennen um den Nobel-Prize. Doch dann fiel mir ein: Javier Marías, Spanier, Spanien, EM-Titel – da wurde dieses Jahr schon genug gewonnen … Hat also alles nicht so hingehauen und nun müssen wir alle mehr (noch mehr) lesen, um die Zeichen der Zeit nie wieder falsch zu deuten.

Dienstag, 30. September 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Time of the Lokalderbys – Frieden und den Menschen ein Wohlgefallen

Der Südligenbericht und die Crew von tribuenenbrand.de hatten ja schon vor Beginn der aktuellen Saison der Serie A die Vermutung, dass es in good old Italy recht spannend werden kann. Vielleicht mag das mit dem miesen Start (Milan, Juve, AS Rom) einiger Spitzenclubs zusammenhängen oder auch mit den Nachwehen der jüngsten Krisen des italienischen Profifußballs (Gewalt, Korruptions- bzw. Bestechungsskandal – der sogenannte Moggiopoli). Sicher hat es aber auch mit José Mourinho zu tun. „The special one“ nahm zur neuen Saison auf der Trainerbank von „pazza Inter“ (verrücktes Inter) platz, das nach über vierzig Jahren endlich mal wieder einen Erfolg in der Champions League landen will. Und eine der wichtigsten Aufgaben Mourinhos ist es seit jeher, den Druck der Öffentlichkeit von der Mannschaft auf sich zu nehmen und damit Inter zum zweiten großen, polarisierenden Club Italiens neben Juve zu machen, in gewisser Weise die Arroganz des Establishments. So ließ er zum Beispiel nach dem Heimspiel gegen Lecce (Inter gewann 1:0) verlautbaren – und das in einem fast perfekten Italienisch –, die Gäste hätten die Partie mit drei Torhütern und acht Abwehrspielern bestritten. Und da Polemik ja doch meist einen Sinn hat, traf diese Aussage durchaus das Problem des „zynischen Fußballs“ einiger Clubs in Italien, romantisierend catenaccio genannt – auch wenn zur Zeit die ersten drei Plätze der Tabelle eher durch flott aufspielende Teams belegt werden (Lazio, Neapel, Udine). Einige der moderneren Trainer (Milans „Kater Carlo“ Ancelotti, Florenz’ Prandelli und Romas Spalletti) zeigten sich daher auch durchaus erfreut über den möglichen frischen Wind des José Mourinhos. Zitat: „Ich dachte, hier gäbe es mehr Leidenschaft für den Calcio, doch mir scheint, die Italiener sind eher verliebt in TV-Shows, nicht in das Wesentliche – die 90 Minuten auf dem Platz.“
Im Mailänder Stadtderby nun wurde Inters Bilanz etwas versaut, die erste Niederlage der Saison war die Folge, dazu noch Balsam für die geschundene Milan-Seele. Übrigens stand der bisher äußerst blasse Ronaldinho (bei seiner Ankunft aus Barcelona noch von 40.000 Tifosi gefeiert) überraschenderweise in der Startformation und erzielte auch prompt den 1:0-Siegtreffer für die Rossoneri, nach Pass seines Landsmanns Kakà, der kürzlich zusammen mit dem Papst beten durfte. Und übrigens brachte sich Inter mal wieder durch übertrieben Härte und einem Platzverweis um ein besseres Ergebnis – ein Problem, das bisher fast alle von Mourinho gecoachten Mannschaften auszeichnete. Aber Gewalt entspringt hier wohl eher aus einem extremen Arbeitsethos denn aus Zynismus, oder? Egal: José ist und bleibt ein prima Kerl. Sir Alex Ferguson vermisst bereits schmerzlich auf der Insel (nicht Sylt, sondern die große bei Irland).

Um Gewalt ging’s auch in Barcelona. Nachdem das Sevilla-Stadtderby recht langweilig (0:0) und friedlich verlaufen war, kam es nun in der katalanischen Metropole etwas dicker: Espanyol empfing Barca zum letzten Derby im Olympiastadion (ab 2009 wird der Stadtrivale wieder ein eigenes (Fußball)Stadion bespielen dürfen). Zuerst ging alles seinen Lauf. Barca war drückend überlegen, kassierte aber in der ersten Halbzeit einen Gegentreffer, bei dem Keeper Valdes allerdings zuvor gefoult wurde. Dann verweigerte Schiri Medina Cantalejo Barca auch noch einen klaren Elfer. So ging’s in die Kabinen. Pep Guardiola brachte mit Eto’o und Bojan frische Sturmware. Allerdings verlegten einige der Barca-Fans die dritte Halbzeit einfach in die zweite, so dass Cantalejo sich gezwungen sah, sogar das Spiel für etwa zehn Minuten zu unterbrechen. Die Ausschreitungen auf den Rängen sollen vor allem von den Boixos Nois, der sonst so sympathischen Barca-Ultra-Gruppe, angezettelt worden sein. Teile von ihnen haben seit der Saison 2003/04, seit Präsident Laporta herrscht, im heimischen Stadion Eintrittsverbot und verlegen sich daher vor allem auf Auswärtsspiele – scheinbar auch keine Lösung. Zumindest nutzen die Barca-Spieler die Unterbrechung für eine erneute Motivation und so erzielte Henry in der 80. Minute den Ausgleich und Messi verwandelte in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter, der, nicht ganz eindeutig, von Pareja an Eto’o verursacht wurde. – Derweil soll es für ein Barca ein juristisches Nachspiel wegen „unsportlichen Verhaltens“ geben. Angeblich haben die Barca-Spieler (nementlich Messi, Eto’o und Henry) den Siegtreffer bewusst vor der Kurve der Bioxos Nois gefeiert. Espanyol will klagen.
Übrigens ist man in Teilen Italiens, trotz neuer Hiobsbotschaften über Ultra-Gewalt, da schon weiter, die „dritte Halbzeit“ betreffend. Beim AC Florenz hat Trainer Prandelli eine ganz eigene „dritte Halbzeit“ eingeführt. Nach Spielende müssen sich seine Spieler auf dem Platz vom gegnerischen Team sichtbar und möglichst freundlich per Handschlag verabschieden. Das soll ein wenig auf die Ränge abfärben. Eine neue semantische Belegung des Begriffs „dritte Halbzeit“. Schon sagt Konfuzius: „Zuerst verwirren sich die Worte, dann verwirren sich die Begriffe, und schließlich verwirren sich die Sachen.“ Und vielleicht ist genau das Prandellis Plan.

Sonntag, 7. September 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

„Tututut, die Eisenbahn, wer darf mit zu Auswärtsspielen fahr’n?“

Bei unseren italienischen Freunden ist die Kacke mal wieder mächtig am Dampfen, der Ligastart von Gewalttätigkeiten und entsprechenden Sanktionen überschattet.
Wenn man gemein sein will, könnte man Italien als ein Operettenland mit dazugehörigen Operettenmenschen bezeichnen. Wenn man jedoch ein wenig fairer ist, und das möchten wir ja hier sein, dann müsste man Italien eher als ein Opernland bezeichnen. Und wir alle wissen: Die Oper ist für viele die höchste aller Kunstformen, da geht’s entsprechend hoch her und öfter auch mal gewalttätig zur Sache.
Und so geschah es am ersten Spieltag der Serie A, dass Ultras des SSC Neapel, die zum Auswärtsspiel nach Rom (gegen die Roma) wollten, einen Bahnhof ihrer Heimatstadt zerlegt haben. Danach kaperten sie ohne entsprechende gültige Fahrausweise einen Zug – mit dem ging es dann gen Rom – und zwangen die anderen Fahrgäste zum Ausstieg. Auf der Fahrt wurde natürlich auch der Zug in Mitleidenschaft gezogen. Bereits festgenommene Fans wurden auf Veranlassung des neapolitanischen Polizeichefs, Antonio Puglisi, wieder freigelassen, ganz im Sinne der guten alten Deeskalationsstrategie. Nun droht Puglisi die Entlassung.
Auch wenn beteuert wurde, man wolle die Vereine nicht bestrafen, griffen Politik und die Fußballbonzen hart durch: Am 14. September findet die Partie zwischen Neapel und Florenz im San Paolo ohne Zuschauer statt. Die ebenfalls nicht artig gewesenen Tifosi des AC Milan dürfen nicht zum Spiel gegen den FC Genua anreisen. Und für die Anhänger des SSC Neapel wurde gar für die gesamte Saison ein Reiseverbot zu Auswärtsspielen verhängt. Bürgerrechte ick hör‘ dir trapsen!
Nach Erkenntnissen der Polizei soll hinter den Krawallen in Neapel die neapolitanische Mafia stecken, was für die unterkühlte Logik einer Mitteleuropäerin (meine) schwer nachzuvollziehen ist. Bisher hieß es doch immer, die Mafia wolle vor allem in Ruhe Geld verdienen und brauche solche Demonstrationen von Stärke gegenüber dem Staat nicht. Vielleicht wollen da auch nur ein paar Leute von den Problemen im und um den Fußball in Italien ablenken und hoffen, dass wir Ahnungslosen auf solche Verschwörungstheorien reinfallen. Hm, mal sehen … Ja, hat geklappt!
Ministerpräsident good old Silvio Berlusconi hat bereits die Null-Toleranz gegenüber gewalttätige Ultras ausgerufen und lässt sich dabei vom Land mit den Fußballern mit den eckigen Füßen inspirieren: „Ich bin sicher, dass auch in Italien die Anti-Hooligan-Maßnahmen der Briten positive Resultate zeigen werden.“ Mit der Konsequenz, dass die Tifosi kräftig an der Pasta und anderen Schleckereien sparen müssen, denn demnächst könnte ein Fußball-Ticket plötzlich schlanke 120 Euros kosten, was selbst für eine Südliga-Krawalltouristin wie mich bedrohlich wäre.

Was vom Saisonauftakt übrig blieb, oder: Schpanien, wie es singt und lacht.
Ja, ja, die gute alte Auswärtsschwäche beschert Barca (schnüff!) als auch Real MadRIP (he, he!) eine Auftaktpleite in der Liga. Atletico Madrid ist durch einen 4:0-Erfolg Meister des ersten Spieltags und nach dem Spiel gegen Schalke überhaupt und irgendwie mit einer Menge Sympathien ausgestattet.

Noch eine Meldung, die nachdenklich stimmt: „Bukarest (dpa) - Mehr als Tausend Fans des rumänischen A-Liga-Fußballvereins Poli Stiinta Timisoara haben sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die Randalierer waren in der westrumänischen Stadt auf die Straße gegangen, nachdem der rumänische Fußballverband FRF einen Punkteabzug für den Temeswarer Verein bekanntgegeben hatte. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm mehrere Randalierer fest, berichtete der Fernsehsender Realitatea TV. Der FRF hatte mit dem Punkteabzug (6 Punkte in der Meisterschaft 2008/2009) auf eine entsprechende Entscheidung der des internationalen Fußballverbands FIFA reagiert. Dem FC Timisoara wird vorgeworfen, unrechtmäßig die Klubfarben (Violett) des Traditionsvereins Politechnica Timisoara zu verwenden. Der Besitzer des FC Timisoara, der Geschäftsmann Marian Iancu, hatte angekündigt, er wolle die Mannschaft aus der Meisterschaft zurückziehen.“ – Falls das Schule macht, könnte zum Beispiel auch dem BFC ein Punktabzug drohen, wenn sich der Wein beschweren sollte, unrechtmäßig im Weinrot der Trikots des Clubs aufzutauchen. – Die Dinge geraten scheinbar außer Kontrolle, sagte mein Anwalt.

Montag, 28. Juli 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Schlimm, schlimm, schlimm

Die UEFA, eine verbrecherische Organisation? – War auf jeden Fall eine schlimme Zeit, in der ich mir eigentlich bloß vom Familienfußball der diesjährigen EM berieseln lassen und natürlich diverse Missstände im europäischen Fußball aufdecken wollte. Doch dann war ich weg, von Platinis Schergen festgehalten, da ich dabei war, die gesamte schmierige EM-Verschwörung aufzudecken und die Rechte an der Story bereits an die Jungle World, die Deutsche Stimme und den Weser-Ems-Kurier vertickt hatte, exklusiv, versteht sich. In diesem Moment holten sie mich aus meiner Wahrheitskommandozentrale und machten mir einen doppelten Strich durch die Rechnung: Sie hinderten mich an der Veröffentlichung meiner Erkenntnisse und ließen den schon feststehenden Europameister (Shermany) dann doch noch scheitern, nämlich im Finale (wenn ich mich recht erinnere), und entschieden sich für den auch von mir favorisierten Kurzpassfußball der früher so zerstrittenen Iberer, natürlich dank diverser Barca-Akteure, logo.

Wo wir auch gleich beim Thema wären, nämlich dem katalanischen Heldenclub, bei dem es zugeht wie in einem Garfield-Streifen (Motto: „Ein Kater macht Theater“). Nach Rijkaards Rauswurf und Guardiolas Installation als neuer Trainer sollte die Mannschaft erst mal ordentlich gesäubert werden (bisher wurden verkauft: Giovanni dos Santos, Zambrotta, Oleguer, Ronaldinho, Deco; Edmilson und Ezquerro durften umsonst gehen). Zwischendurch musste Club-Präsident Laporta (aka der JFK des europäischen Clubfußballs) knapp ein Misstrauensvotum der Mitglieder überstehen – trotz wirtschaftlicher Konsolidierung ging doch einiges schief (über die Nutzung des Trikots zu humanitären Werbezwecken – Unicef – bin ich immer noch nicht hinweg).
Es ist doch wie fast jedes Jahr vor dem Beginn der Saison und während der heißen Transferphase – man kann fast nur noch in Interjektionen reden: Oh nö! Real will unbedingt (auch gegen Schusters Willen) Christiano Ronaldo kaufen und nun auch noch Raphael van der Vaart: Oh nö! Barca will den hellsten Stern am Stürmerhimmel, Samuel Eto’o, abgeben und den Vorruheständler Thierry Henry behalten: Oh nö! Englische Clubs investieren für jeden Spieler, der nicht von der Insel kommt, zweistellige Millionenbeträge: Oh nö! Sweet-sweet Arschawin durfte nicht von Petersburg zu Barca wechseln (wär ’ne prima Flügelzange mit Messi geworden ...): Oh nö! Und Mario Gomez wird früha oda späta wohl doch bei den Bayern landen: Oh nö! – Auch wenn vor allem der Mercato in Italien bisher recht bedächtig daherkommt, werden sicher noch einige Deals über die Bühne gehen: Kakà und Robinho zu Chelsea? Frank Lampard doch noch zu Inter? Vielleicht sogar Poldi oder Klosi zum AS Rom?

Im UI-Cup is da Teufel los! – Dieser Wettbewerb (wer’s vergessen haben sollte: Qualifikation für den UEFA-Cup) treibt nicht nur unsere Hertha zu Höchstleistungen (8:1 gegen Dingsdabums aus Moldawien, oder so), sondern auch die Fans, selbst die sogenannten. Das UI-Cup-Spiel Honved Budapest gegen Sturm Graz, welches die österreichischen Kicker mitg 2:1 gewannen, wurde durch Ausschreitungen seitens der Ösi-Fans und durch besondere Brutalität seitens der Polizei überschattet – wo Licht, da auch regelmäßig eine Menge Schatten, ja sogar der Überschatten (wer kennt ihn nicht?). Als Sturm Graz recht früh mit 0:1 hinten lag, warfen deren Anhänger Feuerwerkskörper auf den Rasen. Die Polizei und die Ordner versuchten zu schlichten und wurden in Schlägereien verwickelt, bei denen angeblich von beiden Seiten die aus der Verankerung gerissenen Plastiksitze genutzt wurden. Die Sicherheitskräfte sollen sogar Socken eingesetzt haben, die mit Billardkugel gefüllt waren – Zyniker mögen nun sagen: „Sportlich, sportlich“, aber das Resultat waren eine Menge arg blutender Fans, darunter auch Frauen. Schon vor der Partie hatte es in der Budapester Innenstadt Ausschreitungen gegeben. Der UI-Cup scheint die fortschreitende Entmenschlichung innerhalb Europas massiv zu befeuern.

Dienstag, 27. Mai 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Ausm Loch:
Leute wie ich, und andere schlecht gelaunte Miesepeter, haben es ja längst gewusst und benannt: Es wird alles immer mieser und widerwärtiger. Und der europäische Fußball in dieser Saison unterstreicht noch mal diese These. Da kann ich mich ja fast glücklich schätzen, dass ich eine Apokalyptikerin der ersten Stunde bin.
Der Fußball nahm mir noch den letzten Rest an Vertrauen in eine lebens- und liebenswürdige Zukunft. Nun habe ich den Beton für einen Bunker geordert, den ich hinterm Haus anlegen werde, habe große Mengen an Konserven, Kerzen und ein Gewehr mit ausreichend Munition gekauft (und werde höchstens rauskommen, falls Union doch in die Zweite aufsteigt). Wer die Zeichen richtig deuten kann, muss seinen Teil dann auch zu tun wissen.

Bei der Pressekonferenz nach dem letzten Heimspiel unter Rijkaard (2:3-Niederlage gegen Mallorca) gab es zum Schluss stehende Ovationen seitens der Medienvertreter. Irgendwie mochten sie den großen wortkargen Onkel aus Amsterdam doch sehr. Es war u.a. sein Verdienst, den Verein aus den tiefen Tälern einer großen Depression geholt zu haben. Innerhalb von 24 Monaten holte die Mannschaft fünf Titel und galt als die beste und aufregendste des Kontinents. Nun ist Pep Guardiola sein Nachfolger, der ehemalige Kapitän des Dream Teams der 90er Jahre unter Cruyff und bisher Trainer der B-Elf. Mal sehen, ob nicht auch einiges im Präsidium erneuert werden muss. Eine Gruppe von Vereinsmitgliedern hat zur nächsten Vollversammlung ein Misstrauensvotum gegen Präsident Laporta (aka der JFK des europäischen Vereinsfußballs) geplant. In der FAZ schrieb Paul Ingendaay übrigens einen sehr schönen Abschiedsartikel auf den Ex-Barca-Trainer: „Frank Rijkaard geht wie ein verdienstreicher Ritter. (...) Der Ritter geht, und er tut es mit Stil, ohne Klage oder Vorwurf. Am späten Mittwochabend, nach dem demütigenden 1:4 gegen Real Madrid, sprach Barcelonas Trainer Frank Rijkaard leise und wie unter Schock. Für Momente erwartete man, Tränen rinnen zu sehen. Dann stand der 1,90 Meter große Mann auf und verließ den Tisch.“ Mach’s jut, Frankie! Kannst jetzt in Ruhe rauchen ... Außer: Er sollte tatsächlich Chelseas neuer Coach werden, nach dem Rauswurf Avram Grants, wie immer öfter kolportiert wird. Allerdings soll Didier Deschamps ebenfalls im Rennen sein. Und der ist ja bekanntermaßen so hohl, dass selbst sehr reiche Russen auf den reinfallen könnten. Zur Not kommt halt Mourinho zu Chelsea zurück. Aber nee, der scheint ja schon bei Inter gebucht. Doch alles der Reihe nach!

Massimo Moratti, Inter-Präsident: „Ganz Italien war gegen uns, deshalb sind wir noch stolzer auf den Sieg.“ Inter ist Meister! Und das nach einem der spannendsten Saisonfinals seit Jahren in good old Italy. Bis zur 60. Spielminute des letzten Spieltages sah es noch so aus, als würde die Roma (führte 1:0 bei Catania) Inter doch noch abfangen können. Bis Inter-Coach Mancini, ohne auf seine schönen Haare zu achten bei Parma im Regen stehend, den lange verletzten Zlatan Ibrahimovic einwechselte, und der traf zweimal. Der AS Rom kassierte sogar noch den Ausgleich. Catania rettete sich vor dem Abstieg, Parma nicht und Inter wurde Meister. Allerdings wirkte ja Trainer Mancini (der mit den tollen Haaren) schon nach dem sehr bescheuerten Ausscheiden aus der Champions League im Achtelfinale gegen Liverpool recht amtsmüde und erklärte auch kurz mal eben seinen Rücktritt, was er aber fix widerrief. Mittlerweile, nach dem verlorenen Coppa-Finale gegen den AS Rom, wurde er von Boss Moratti doch auf die Straße gesetzt. Und nach den portugiesischen Blättern „Público“ und „A Bola“ soll Mourinho das „verrückte Inter“ übernehmen. Neun Millionen Euros soll sein Gehalt betragen, dabei hat er doch grade erst von Abramowitsch einen Ferrari geschenkt bekommen. Außerdem sollen dem Portugiesen als Wunschspieler Lampard und Deco zu Inter folgen. Falls Moratti nicht wieder alles widerrufen sollte usw.

Ansonsten: Milan hat es doch nicht mehr auf den vierten Platz geschafft, Florenz darf dafür in der Quali zur Champions League ran. Real will sich wieder eine ordentliche Zirkustruppe zusammenbauen und bietet deshalb für den Clown von ManU, Cristiano Ronaldo, 90 Mio und das höchste je gezahlte Gehalt. Messi spielt bei Olympia, der Arme, Kakà nicht, der Glückliche. Der kann dann vielleicht für die Zeit Messis Playstation übernehmen oder ein wenig seine Bibelfestigkeit ausbauen. Das kann ja durchaus gegen Unrechtsregimes helfen.

Mittwoch, 30. April 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Kein Blech für Barca, und auch zu viele falsche Verteidiger des Abendlandes

Es war ja klar! Im ressentimentgeladenen Diskursraum des Fußballs musste im Laufe des Abends mal dieses Wort fallen: „Inselaffen!“ Sie werden das Champions-League-Finale 2008 bestreiten, und Barca wurde als letzter möglicher Verhinderer von ManU und eines reinen Inselaffenfinales obszön blöde im Halbfinale rausgekegelt. ManU, eine Mannschaft die Mittelfeldakteure wie Fletcher, Carrick oder O’Shea ihr eigen nennt und die mit Cristiano Ronaldo angeblich den Spieler der Saison stellen – einer, der mal wieder den Zirkusclown gab und wie schon in der letzten Saison in beiden Halbfinalspielen schwer enttäuschte. Was waren das doch für Zeiten, als Cantona noch seinen Aggro-Esprit für die red devils versprühte. Long time ago, Alter!
Aber: Wer auf einen Sonntagsschuss von Paul Scholes keine Antwort, in ein Tor materialisiert, findet, der hat’s wohl auch nicht richtig verdient. (Obwohl, man könnte hier doch eine Weile über den nicht gegebenen Elfer fachsimpeln. Fällt aber aus wegen is nich!)
Ist England, bzw. dessen aufgepumpter Clubfußball, nun das Aushängeschild, und das Schwert, des Abendlandes? Nee! Denn man muss die, die nur so tun, erkennen und entlarven. Dazu eine Episode vom Wochenende: In einem Gasthof in einem Dorf der Peripherie Berlins war ich zu einem Klassentreffen geladen. Grundschule, erste bis dritte Klasse, schon lange weg dort und auch schon lange nicht mehr gesehen. Man schaute also freundlich in die Runde und versuchte Biografien abzugleichen. Ein dicker Typ mit Glatze und sehr kleiner Brille war mir erst kaum aufgefallen. Als er denn mal das Klo aufsuchen musste, schaute ich ihm versonnen hinterher und konnte erstmals den Aufdruck auf dem Rücken seines Kapuzenpullis zur Gänze lesen: „Aryan Brotherhood“. Auf Deutsch wäre es vielleicht etwas überraschender und schmerzhafter gewesen, „arische Bruderschaft“, aber so sagte ich mir einfach nur: „Nee!“ Das sind genau die Falschen, die wir für die Verteidigung des Abendlandes brauchen, ähnlich wie die englischen Clubs im Champions-League-Finale. Das ist alles falsch, aber wahrscheinlich wird er es nicht verstehen, egal, wie ich es ihm auch verklickern würde. – Ungefähr zeitgleich ging Barca in der Liga bei La Coruna unter. (So etwas fällt ja nicht umsonst zusammen. Auch ohne pathologische Schizophrenie muss man die Zeichen zu lesen verstehen. Logo!)
Im Leben wie im Fußball heißt es also, egal wie weit man schon ist, immer weiterzumachen und die Dinge zu ändern. Auch wenn einem mal die eigene Biografie mal im Stich lässt.
Wir sagen also Tschüssi zur „arischen Bruderschaft“, zu Ronaldinho, zu Thierry Henry, und hoffentlich auch zu Paul Scholes. Und begrüßen die Menschen, die einfach nur Fußball und Playstation spielen wollen: Bojan und Messi zum Beispiel. Danke, ihr Knaben!

Was fehlt: Zu Ronaldo, el fenomeno, und die um ihren Lohn geprellten Transvestiten wird hier nix gesagt. Ist uns doch allen schon irgendwie mal passiert, oder? (Übrigens kokste Ronald Schill zum gleichen Zeitpunkt nur ein Hotelzimmer weiter sich gerade das Juristennäschen blank. Der hätte das verletzte Dickerchen sicher gnadenlos rausgehauen.)

Mittwoch, 16. April 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Ciao Patrone – Italien spielt und wählt
Am Wochenende wusste man gar nicht wohin mit seiner Nervosität in Bezug auf Italien: Wie wird es oben in der Tabelle aussehen, wie oben an der Spitze des Staates, der Politik?
In der März-Ausgabe des „Merkur – Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken“ hatte der Turiner Politikwissenschaftler Gian Enrico Rusconi dem politischen Verhältnis zwischen Italien und Deutschland eine „schleichende Entfremdung“ attestiert, eine Erkenntnis, auf die man beim Thema Fußball nicht unbedingt stoßen muss, denn immerhin durfte Deutschland 1990 in Italien Weltmeister werden und die Deutschen revanchierten sich artig 2006 im eigenen Land. Das zeugt doch eher von Fairness und Respekt.
Wie dem auch sei, „Cavaliere“ Berlusconi war zum dritten Mal angetreten, die politische Macht in Italia zu erobern (seine Wahlliste trägt den phantastischen Namen „Volk der Freiheit“). Sein Kontrahent, der ehemalige Römer Bürgermeister Walter Veltroni, versuchte sich als der italienische Barack Obama zu verkaufen, oder, um beim Original zu bleiben, als der italienische John F. Kennedy. (Man kann nur hoffen, dass das nicht impliziert, dass er vorhat, bei einem Attentat ums Leben zu kommen, sondern, dass man auf schmissige Slogans und Phrasen steht.) Leute mit einem feinen Gespür fürs Politische hatten sicher schon geahnt, dass Berlusconi einen grandiosen Sieg feiern wird. Immerhin gelang es ihm bzw. seinem Club, dem AC Mailand, scheinbar nach langem Sehnen, Ronaldinho von Barca loszueisen. So ließ denn auch Milan-Vize Galliani nach den Verhandlungen mit Ronnies Bruder verlauten: „Wir sind uns einig.“ Und auch die Wahl gestaltete sich sehr erfolgreich für den stets frisch wirkenden Medienzar: klare Mehrheiten in beiden Kammern, dem Abgeordnetenhaus und dem Senat, für das „Volk der Freiheit“ und der verbündeten Lega Nord (norditalienische Autonomisten) und MPA (süditalienische Autonomisten). Doch das Misstrauen der Italiener gegenüber den Institutionen und dem politischen System des Landes bleibt bestehen. (Viele fordern gar die Einführung des deutschen Wahlrechts, ohne jedoch die Tücken zu kennen: Abgeordnete der APPD und der Tierschutzpartei wird man im Bundestag wohl noch lange vermissen.) Trotz hoher Wahlbeteiligung, ca. 82%, sollen viele Italiener vor den Wahlurnen ihre Wahlzettel zerrissen haben, ein Unternehmer in Neapel aß ihn gar auf. Dies inspirierte den „Cavaliere“ scheinbar dazu, die erste Sitzung seines neuen Kabinetts in Neapel abzuhalten, u.a. als Zeichen des guten Willens, endlich das Müllproblem dieser Stadt in Angriff zu nehmen.
Um Verschwörungstheorien, die unheimlichen Erfolge des Silvio Berlusconi bereffend, vorzubeugen, verlor am Sonnabend jedoch Milan bei Juve und kann nun möglicherweise Ronaldinho möglicherweise in der nächsten Saison keinen Einsatz in Champions League bieten. Man dümpelt weiter auf Platz fünf herum. Del Pieros frühe Führung wurde von Inzaghi schnell egalisiert. Super-Pippo traf darauf sogar zum 1:2. Dann schwang sich jedoch Hasan Salihamidzic zum großen Matchwinner auf, besorgte kurz vor der Pause das 2:2 und in der 80. Minute gar die 3:2-Führung, beides per Kopf. Bei Milan half Bonera kräftig mit und sah in der 66. wegen groben Foulspiels die rote Karte. Alles sehr ärgerlich für Milan, denn der Viertplatzierte, Florenz, verlor bei Inter mit 0:2. Das bedeutet: doppelter Schmerz für die Fiorentina, denn nichts hasst man in Florenz so sehr wie die „Bastarde von Juventus“ – dafür durfte man den vierten Platz und das Ticket zur Qualifikation zur Champions League behalten. Der AS Rom, vermutlich der Verein, dem Walter Veltroni die Treue hält, machte unterdessen alles richtig und gewann bei Udine mit 3:1. Trotz des Müllproblems schlägt sich übrigens der SSC Neapel wacker und recht erfolgreich in der ersten Saison nach dem Aufstieg in die Serie A. Außerdem behauptet Sampdoria Genua mit Erfolg Rang sechs und kann sich auch noch die Zähmung des Über-enfant-terrible des italienischen Fußballs, Antonio Cassano, auf die Fahnen schreiben, der bisher eine überragende Saison spielt und nur einmal wirklich austickte, als er den Schiri in einer Partie mit seinem Trikot bewarf, und den wir hoffentlich auch bei der EM sehen werden, Herr Donadoni!
Ein erster Versuch, Berlusconi den Wahlsieg zu vermiesen: Inter-Boss Moratti, ebenfalls schwerreich aber eher Repräsentant des linksliberalen Establishments, meldete nun an, dass sein Club ebenfalls sehr an den Diensten Ronaldinhos interessiert sei. Fazit dieser Stichelei: Das Schicksal ist so unberechenbar, dass es einem auf der einen Seite zum Wahlsieg verhilft und auf der anderen den Zugang zur Champions League verweigert. Dantische Ausmaße!

Was nicht fehlt: Eine nicht abgesprochene Marketingaktion für tribuenenbrand.de in Groningen, beim Spiel FC Groningen-Ajax. Fans (ja, ja, die sogenannten ...) hatten Papier in Brand gesetzt, woraufhin die Polizei die Tribünen räumte und das Spiel abgesagt wurde ... Wir befinden uns nun auf der Flucht vor den holländischen Behörden ...

Dienstag, 1. April 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Die Tränen des Lionel Messi
Einst werden wir sagen: Es war die Zeit, als Frank Rijkaard seine letzte Saison als Cheftrainer beim FC Barcelona durchlebte und vor der Ablösung durch José Mourinho stand, als sogar David Odonkor (Betis Sevilla) eine gute Figur gegen Barca machte, als der ehemalige Messias Ronaldinho aufhörte Messias zu sein, scheinbar nur noch aß und trank und deswegen kaum noch trainieren und gar nicht mehr spielen konnte, als Thierry Henry seine kleine Tochter vermisste, die bei seiner Exfrau in London – die Stadt, aus der Herny kam und in die er am besten auf schnellstem Wege wieder zurückgekehrt wäre – geblieben war, als Messi auf dem Rasen des Nou Camp lag und weinte, von einem Muskelfaserriss niedergestreckt, zugezogen im Champions-League-Achtelfinalrückspiel gegen Celtic Glasgow (das schon im Hinspiel so gut wie entschieden wurde, so dass Messis Einsatz vor allem auf den Druck der Presse und des Publikums zurückzuführen war), weinend, die kommenden Dinge und den nahenden Verfall ahnend, an Rijkaards großem Körper nur unzureichend Trost findend. Und als Real Meister wurde und das Lamm das Buch mit den sieben Siegeln empfing und diese öffnete und die sieben Engel erschienen und damit begannen zu posaunen und die Plagen und Unglücke über die Menschen und die Erde kamen und die Apokalypse in vollem Gange war. ... So wird man einst sprechen. Vielleicht wird man sich aber auch an das unschuldige Gesicht des 17-jährigen Bojan und an ein damit verbundenes Gefühl der Hoffnung erinnern und sagen: Fürchtet euch nicht!

Was hier vergessen wurde
Ein Geburtstagsgeschenk: Eine dicke Feier in Mailand – 100 Jahre „Pazza“ (das verrückte) Inter – und mir ging die Kohle aus für die Jumbo-Packung Pralinen für Inter-Boss Moratti und Cheftrainer Mancini. Stattdessen dürfen sie sich nun was Nettes bei Amazon auf meine Kosten aussuchen. Knausereien sind bei Inter einfach fehl am Platze. ... Huch! Grad hat mir Mancini, der schöne Roberto genannt, geschrieben. Er wünscht sich das neue, blau-schwarze Auswärtstrikot des VfL Wolfsburg. Alles klar.

Die Bekämpfung von Ressentiments: Liebe deutsche Fußballfans, was ist denn nur so schlimm daran, dass die Italiener so toll Fußball spielen können und so fantastische Clubs haben? Immer noch nicht über das verlorene Halbfinale der WM 2006 hinweg? Aber bitte, dann einfach mal wider schnell einen Kurs in Vergangenheitsbewältigung belegen. Wäre Italien ein zentral-afrikanisches Land, dann wärt ihr alle Rassisten und man müsste sich um die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik sorgen.

Humor: Alle gute Christen machen sich Sorgen um die Seele von Herrn Calderon, die mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann einmal in der Hölle schmoren wird. Denn Calderon ist schrecklicherweise nicht nur Präsident von Real Madrid, er hat zudem überhaupt keinen Humor und entließ acht Mitarbeiter des Vereins (Nun könnt ihr endlich was Vernünftiges machen!), die er für schuldig befand, auf einen italienischen Schauspieler, der sich als Nicolas Cage ausgab, hereingefallen zu sein. Calderon lud den Mann, der nicht sonderlich viel Ähnlichkeit mit Nicolas Cage hat, zum Spiel in seine Loge ein, schenkte ihm ein Trikot und eine Mitgliedskarte. Leider kann man sich mit Plastik nicht so gut den Arsch abwischen und so ein Trikot verstopft nur allzu oft das Klo. Am besten die Sachen schnell irgendwo verbuddeln.

Dienstag, 26. Februar 2008

no country for white (dressed) boys

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen ...
... mit zwei Überschriften – zur freien Auswahl – für die Primera Division bzw. den espaniolischen Fußball: 1. Ho, ho, ho, der Punkteabstandsfraß geht um! 2. Achtung, Klugscheißer-Alarm! Beide ziemliche Kracher, aber ich tendiere eher für die erste Variante. Nun, sei es, wie es sei – Real mit drei Niederlage innerhalb von acht Tagen ... wann war der Herrgott das letzte Mal so gnädig?
Der personifizierte Engel der Rache, Gnade, oder wie man es auch immer nennen will, war Uche von Getafe, die im „kleinen“ Madrider Derby im Bernabéu gegen die weißen Widerlinge antreten mussten. Und jener Uche traf für die Vororttruppe (denkt jetzt einfach mal an Königs Wusterhausen bei Berlin) in der 64. Minute, und er und seine Kollegen verhinderten zudem höchst gekonnt, dass Real irgendwie den Ball im gegnerischen Tor unterbringen konnte. Und schwups, schon konnte ich schnell und friedlich einschlummern, ohne mich vorher mit Gallonen von Schnaps zu betäuben (Gruß an den besorgten Hausarzt!).

Nach der sicher unglücklichen aber voll gerechtfertigten Auswärtspleite der Schuster-Schwachmaten aus der schpanischen Hauptstadt vorletztes Weekend bei Betis ist es nun seit Sonntagabend amtlich: Barca verkürzt den Abstand zu Real von acht auf zwei Punkte und ist wieder mächtig im Meisterschaftsgeschäft, das die Realos schon fast sicher in ihrer ausgebeulten Tasche glaubten und daher bereits vor zwei Wochen vollmundig kolportieren ließen, dass man mit Schuster dringend und unbedingt vorzeitig verlängern möchte, inklusive Aufstockung des Gehalts des blonden Engels. Nun droht sogar ein Titel-Weltenbrand bei den Madrilenen: Denn in der Champions League gab’s unter der Woche beim AS Rom eine 1:2-Niederlage, bei der mal wieder die taktische und spielerische Überlegenheit nicht in Tore umgemünzt werden konnte (ein Problem, das man von Barca in den letzten Jahren auch kennt). Die Roma spielte trotz ihres hoch gelobten Kombinationsspiels eher abgeklärt italienisch und nutzte wenige Chancen eiskalt. Und das mit zwei gesundheitlich stark angeschlagenen Leistungsträgern: Totti kotzte mehrfach vor dem Spiel (wer will es ihm bei diesem Gegner verübeln?) und de Rossi schrammte mit 38,5 Grad Körpertemperatur nur knapp am Delirium vorbei. (Da wäre nun wieder ein Gruß an meinen Hausarzt angebracht.) Nach dem Spiel, das im Vorfeld für Messerstechverletzungen bei zwei Real-Fans gesorgt hatte, zeigte Schuster mal wieder eine seiner leidlich bekannten Schwächen: Als schlechter Verlierer sah er die Ursache der Niederlage allein in dem deutschen Schiri Fandel (dabei weiß doch jeder und jede: der ist einer der besten, hat die schrägste Stimme unter den europäischen Pfeifenbetätigern und ist außerdem von Beruf Konzertpianist, was ihn sowieso unantastbar macht – immer wenn’s mal wieder Stunk gibt, setzt er sich zu Hause an den Flügel und bewältigt die lästige Realität mit Bachs „Kunst der Fuge“), der allerdings selbst in den spanischen Zeitungen gut weg kam und bei Diarras Fouls Gnade vor Recht walten ließ.

Barca brauchte einen Tag später bei Celtic in Glasgow kaum Schiri-Unterstützung: die äußerst heimstarken Grün-Weiß-Katholiken wurden 3:2 besiegt und neben dem unglaublichen Messi (nun Torschützenchef in der Champions League) konnte sogar der gesundete Ronaldinho wieder glänzen. Trotz ansteigender Form blieb er aber auch gegen das Tabellenschlusslicht Levante im Camp Nou gegen den kleinen Messi einen Tick zu blass als in früheren Zeiten. Der kleine Argentinier schoss ein Tor und bereitete zwei vor und führte die Katalanen zu einem 5:1-Sieg, bei 75% Ballbesitz. Eto’o mit einem lupenreinen Hattrick in der zweiten Halbzeit, der nun in sieben Spielen nach seiner Verletzung achtmal traf. Nun geht’s zu Atletico nach Madrid, wo es ungleich schwerer werden dürfte.

Beim Stichwort Hattrick wären wir auch ganz schnell in Italien, dessen stiefmütterliche Behandlung an dieser Stelle bald ein Ende haben sollte: Borriello, Stürmer des FC Genua, holte sich beim 5:3-Auswärtssieg bei Udinese Calcio mit drei Treffern in der zweiten Halbzeit genauso wie Eto’o die exklusive Eintrittskarte zur Mega-VIP-Lounge der lupenreinen-Hattrick-Schützen. Trotz Inters Unentschieden bei Sampdoria (der zu alter Bestform auflaufende Cassano brachte die Genuesen in Front, bevor Crespo ausgleichen konnte), wird’s oben in der Tabellen kaum spannender. Roma-Florenz 1:0, Reggina-Juve 2:1 und Milan-Palermo 2:1, bei dem der eingewechselte Inzaghi in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte. Bei Palermo versagte in diesem Fall eine sehr bewährte Motivationsmethode: die Beschimpfung der Mannschaft durch den Vereinspräsidenten. Dieser hört auf den Namen Maurizio Zampiani und bezeichnete sein Fußball-A-Männer-Team kürzlich mit folgenden höchst konkreten aber doch lyrischen Umschreibungen: „Mädchen“, „Amöben“, „schlechteste Team im Profifußball“, „eine Beleidigung für die Stadt Palermo“. Schimpfen is auf jeden Fall the new loud!

Ein südliches Thema, das mich fast vom Fußball ablenkte: Cormac McCarthy, der letzte lebende Schriftsteller und brutal-düstere Sänger des amerikanischen Südens, darf dank der Coen-Brüder, und mittels des Kinos, wohl eine größere Anzahl von Menschen als bisher verunsichern. Meine Versuche, einfach mal ins Kino zu gehen, scheiterten jedes Mal, denn wenn der Trailer zu „No Country for old Men“ während der Werbung lief, musste ich danach den Hauptfilm innerlich in die Tonne kloppen. Wer von Maradonna erfahren hat, wird das Stadion verlassen, wenn er letztlich nur Carsten Ramelow beim Ball-Verfolgen zusehen darf.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen...

... nennt die Dinge beim Namen: Riesenscheiße. Das ist eine Sache, die immer wieder von uns Besitz ergreift, in unser Leben eintritt, unerwartet und in schöner Regelmäßigkeit die Welt dominiert. Und zur Welt gehört nun einmal auch die Primera Division, die von der Riesenscheiße in Form einer uns leider wohlbekannten weißen Pest befallen ist. 7:0 schlägt Real zu Hause Valladolid, und auch wenn das, gerade für ein Heimspiel, keine Riesensensation (also wesentlich kleiner als die angesprochene Scheiße) ist, lähmt es doch eine Menge guter Menschen auf der ganzen Welt, stürzt sie in Trauer und Verzweiflung; und wahrscheinlich sind nun auch Gewaltakte möglich – jedoch, immer wenn man mal diese Real-Anhänger trifft, laufen sie weg, anstatt sich den Vorwürfen und der Konfrontation zu stellen. So wie in der Liga, versuchen sie immer schön auf Abstand zu bleiben.
Sollte diese teuflische Strategie aufgehen, werden Köpfe rollen – oh, natürlich nur im übertragenen Sinne. Und es sollen ja dann auch neue Köpfe und die dazugehörigen Körper kommen. Im Klartext: Bei Barca wird sich wohl das Personalkarussell mächtig drehen, so ist zumindest allen relevanten Medien (Videotext und dieses Internet) zu entnehmen. Welche und wie viele Spieler, und ob auch der Trainerstab um Frank Rijkaard gehen muss, kommt auf die Ausbeute an Titeln am Ende der Saison an.

Als sichere Abgänge tauchen immer wieder die Namen Ronaldinho (verhandelte angeblich ja schon mit Milan und Chelsea und hat entweder eine Formkrise oder ist anderweitig unmotiviert) und Deco (möchte wieder mehr Einsatzzeit, die er wohl bei einem anderen Club bekommen dürfte) auf. Als kreativer Ersatz im Mittelfeld soll angeblich Diego von Werda Bremen in Frage kommen (nach anderen Quellen das kroatische Supertalent Modric von Dinamo Zagreb), der dann allerdings Xavi und Iniesta auf den Füßen stehen würde. Außerdem wären wohl sehr viele Menschen sehr glücklich, wenn Cesc Fabregas von Arsenal zurück nach Hause zu Barca käme, aber den Plan scheinen die Verantwortlichen im Club aufgegeben zu haben. Schnüff!

Weitere Veräußerungskandidaten: Zambrotta, Gudjohnson, Giovani dos Santos, Oleguer (bei den beiden letztgenannten verwundert das ein wenig, grade Giovani gilt doch derzeit als Rohdiamant – für beide gibt es Angebote italienischer Clubs). Außerdem auslaufende Verträge bei: Edmilson, Thuram, Sylvinho, Ezquerro. Tja, wer zahlt dann die Krankenkasse von denen, hä? Bei Thuram dürfte die Sache klar sein: in der Karibik braucht man solchen sozialdemokratischen Schnickschnack nicht. Der Verteidiger möchte ja irgendwann nur noch für Guadeloupe, das französische Überseedepartement, aus dem er, wie Henry auch, stammt, spielen.

Und wer soll kommen? So gut wie sicher dürfte der junge argentinische Innenverteidiger Ezequiel (als alte Alttestamentlerin entzückt mich sein Vorname) Garay von Racing Santander in der katalanischen Metropole landen. Mit Philipp Lahm soll es auch schon eine Übereinkunft geben, die Frage ist nur, ob schon in diesem Jahr für money oder 2009 für umme kommt. Ein weiterer Außenverteidigerkandidat: Dani Alves vom FC Sevilla, dessen Wechsel letzte Saison zum FC Chelsea platzte, der aber angeblich unbedingt zu Real wollte – igitt! Auf den sollte man deswegen wohl verzichten. Die Sau! Zum Schluss wären da noch zwei Stürmer, die sich selbst ins Gespräch gebracht haben. Didier Drogba will ja, spätestens seitdem Mourinho aus London verschwinden musste, unbedingt wechseln. Milan und Barca waren seine letztgenannten Favoriten. Yaya Touré, Mittelfelder bei Barca und Drogbas Kollege bei der ivorischen Nationalmannschaft, äußerte nun in einem Interview, dass Drogba unbedingt zu Barca wolle, das sei sein Traumverein (Obacht bei solchen Lippenbekenntnissen!), der dann mit dem afrikanischen Traumsturm Eto’o-Drogba (die zwei sollen ja angeblich befreundet sein) aufwarten könnte. Angeblich gab es am Rande des Afrika-Cups schon Gespräche mit Txiki Begiristain, dem Barca-Sportdirektor, der aber eigentlich mehr auf den Nachwuchs setzt, also Messi und Bojan, die man glücklicherweise in den eigenen Reihen weiß und nicht mehr kaufen müsste. Daher erscheint ein anderer Stürmer etwas realistischer: Karim Benzema (der neue Dennis Bergkamp) von Olympique Lyon, der kürzlich in einer spanischen Sportzeitschrift sagte, dass er irgendwann einmal bei Barca spielen möchte – kann er haben.

Da weiß man nun gar nicht, was man hoffen soll: viele Titel in dieser Saison, für die geschundene Seele? Möglichst wenige, für das Großreinemachen? Auf Grund dieser Ambivalenz lassen wir Dr. G. Benn, Barcas offiziellen deutschen Hofdichter mit zwei Zitaten zu Wort kommen: 1. „Kann keine Trauer sein“. 2. „Dennoch die Schwerter halten“.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Ganz im Süden
Ja, ja, der Afrika-Cup. Alle zwei Jahre ein mittelgroßes Ärgernis für die Clubs der wichtigen europäischen Liga, denn in Spanien, Italien, Frankreich und England geht’s grad hoch her, während sich die afrikanischen Kollegen in Ghana mit Stromausfällen und grotesken Platzverhältnissen rumschlagen müssen. Und alle zwei Jahre schaut man nach Afrika und auf die angebliche Zukunft des Fußballs (für so manchen liegt sie nämlich dort) und muss letztendlich feststellen, dass Afrika zur Zeit vor allem als Spielerreservoir für die großen Ligen taugt bzw. herhalten muss. Und vielleicht ist das Interessante beim Afrika-Cup gar nicht das vermeintlich Zukünftige des Fußballs, sondern eher das Vergangene, alles das, was zu diesem Sport auch einmal in Europa gehörte, bevor er eine gut geschmierte Maschinerie, die wir natürlich lieben, wurde: miese bis mäßige Infrastruktur, Fußballer, die nicht alle mindestens sechsstellige Gehälter bei ihren Clubs verdienen. Und natürlich auch plumpeste Bestechungsversuche, die bei mittellosen Kickern eher zum Erfolg führen könnten, und von denen man beim diesjährigen Afrika-Cup schon einiges gehört hat, von asiatischen Wettkartellen über Mittelsmänner an die Spieler herangetragen, die man vorher durch Annehmlichkeiten und Geschenke in eine Bringeschuld geführt hat. Dabei geht es vor allem um die kleineren Fußballnationen Afrikas, von denen man sich ein ganz bestimmtes Ergebnis bei einer vermeintlichen Niederlage gegen einen Favoriten erwartet. Sportlich gesehen, gab es noch nicht allzu viele Lichtblicke in diesem Jahr, bis auf die Favoriten Ägypten, Elfenbeinküste, Ghana und Guinea. (Und wesentlich weniger brutale Fouls als beim letzten Cup – ich denke, das könnte man als positiv verbuchen, oder nicht?) Kamerun, unter dem freaky deutschen Trainer Otto Pfister, enttäuschte bisher eher, Ausnahmen: Stürmerheld Eto’o und Torhüter Kameni. Das Viertelfinale ist aber easy erreicht.

Aber wenigstens lenkt der Afrika-Cup von unerfreulichen Ereignissen ab, nämlich von der Primera Division. Beim enttäuschenden 1:1 Barcas in Bilbao wurde Samuel Eto’o schmerzlich vermisst. Wenigstens zeichnete sich der 17-jährige Bojan (der allerdings wie 13 aussieht) als Torschütze aus, was für die Zukunft hoffen lässt. Real ließ sich mal wieder die Bude vollhauen, schaffte aber in weißer Schweinemanier das eine Tor mehr, das nun für einen Neun-Punkte-Vorsprung zu Barca sorgt und für eine tränenreiche Woche. Die Verfolger, Atletico (das vor zwei Wochen mal wieder im Stadtderby gegen Real scheiterte, fast neun Jahre ist nun der letzte Erfolg schon her) und Espanyol, patzten ebenfalls. In Valencia geht das Trauerspiel in die nächste Runde, 0:1-Heimpleite gegen Almeria. Präsident und Sportdirektor können sich weiter fleißig bekriegen, denn Trainer Ronald Koeman macht als Sündenbock seine Sache äußerst gut. „Hau endlich ab“, riefen ihm die erbosten Fans zu. (Da hilft auch der Erfolg im Pokal gegen Atletico und das dadurch erreichte Halbfinale wenig.)
In good old Italy kann es noch mal spannend werden. Inter schaffte, früh in Unterzahl geraten, bei Udinese nur ein 0:0, die Roma gewann und ist nun nur noch fünf Punkte hinter den Milanesen. Bei Juves 3:1-Sieg in Livorno erzielte Trezeguet zwei Treffer und führt nun die Torjägerliste an, vor Ibrahimovic. Und Milan braucht sich nun nicht mehr auf die alten Goalgetter zu verlassen: der 17-jährige Alexandre Pato ließ es zweimal krachen.
Erfreuliche Süd-News aus Frankreich: Der OGC Nice hält den vierten Rang. Wir hoffen, die Cote d’Azur in der nächsten Saison in der Champions League begrüßen zu dürfen.

Oh Gott, das ist der mieseste Südligenbericht, seit ich mein Haus an der Cote d’Azur verkauft habe. Und das ist echt lang her.

Freitag, 18. Januar 2008

Tschüss G14!

Ich hör sie schon frohlocken, die ganzen Verschwörungshysteriker: Wieder eine Bonzenverbindung weniger, die den kleinen Mann auf der Straße verarschen und bescheißen könnte. Denkste! Denn, wer nun frohlockt, der frohlockt zusammen mit Sepp Blatter, der vom „Wendepunkt im modernen Fußball“ sprach. (Oh ja, ich fühle mich wie 89 auf der Straße!)
Die G14 (Hä, sind das die, die sich im Sommer 07 bei uns an der Ostsee getroffen haben? Und waren es da nicht noch acht?) verfolgte als Vereinigung der wichtigsten bzw. größten europäischen Clubs die Interessen eben jener Vereine und somit auch die Interessen der anderen, kleineren Vereine ihrer Ligen gegenüber der Fifa und der Kontinentalverbände, speziell gegenüber der UEFA. Zuletzt ging es vor allem darum, dass diese Verbände den Clubs Entschädigungen zu zahlen haben, für die Abstellung ihrer Spieler zu den WMs und EMs. Lange sträubten sich Fifa und UEFA, nun wollen sie künftig doch zahlen und die Clubs lassen alle Klagen gegen die Verbände fallen – da haben wir den Salat. Hinzu kommt noch, dass es bald einen Ersatz für die G14 geben soll, ein Gremium von 100 (bei mir zu Hause krieg ich die aber nicht alle unter, das war mit 14 bzw. 18 wesentlich leichter) Clubs aus den 53 Mitgliedsländern der UEFA. Das heißt, für ein bisschen Kohle haben die Verbände scheinbar ordentlich die Kontrolle über gewisse Belange des Clubfußballs erlangt. Wenn irgendwelche Typen sich versammeln, die mächtig was auf die Beine stellen (flotten Clubfußball zum Beispiel), und ihre Interessen durchdrücken wollen, ist das ja irgendwie noch ziemlich in Ordnung. Dass jetzt diese Vereinigung von Leuten angeführt wird, die nicht mächtig was auf die Beine stellen, sondern nur etwas verwalten und einen auf dicke Hose machen, die Herren Blatter und Platini, ist ziemlich nicht in Ordnung. (Vielleicht kennst du das Gefühl, es dürfte so ähnlich sein wie damals, als du zum ersten Mal erfahren hast, dass deine Lieblings-Indie-Band plötzlich auf einem Major-Label ihre Tonträger veröffentlichen wird.)
Als romantische Diskussionsgrundlage für den Begriff des „modernen Fußballs“ empfehle ich Herrn Blatter das Ultra-Manifest , auch wenn ich natürlich überhaupt nicht mit Blatter diskutieren möchte. Bin doch viel zu schüchtern.

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Nach den schrecklichen Vorkommnissen am 23. Dezember des letzten Jahres in Barcelona wollte ich eigentlich nie wieder etwas mit Fußball zu tun haben, nie wieder an Fußball denken und mich von nun an nur noch meinem anderen Steckenpferd, dem Sammeln von Schmuck und extravaganter Kleidung, widmen. Aber das war natürlich eine total bescheuerte Idee – wie so viele Ideen total bescheuert sind –, die von mir schnell wieder verworfen wurde, zumal es auch wieder überaus freudige Nachrichten aus der Welt des Fußballs zu vermelden gibt: Es geschah nämlich (Experten hatten es schon länger geahnt), dass Real Madrid, die weißen Finsterlinge mit ihrem Anführer, dem blonden Engel, nicht das Achtelfinale des spanischen Pokals, der Copa del Rey, gegen Mallorca überstand und nach der Hinspielniederlage beim Club von der sympathischen Ferieninsel auch das Heimspiel in Madrid verlor, 0:1, das entscheidende Tor in der 83. Minute durch Ariel Ibazaga, gelobt sei er! – Eine Nachricht also, die es zu verbreiten gilt. Zudem darf sich Barca im Viertelfinale der Copa auf Villarreal freuen, mit denen es ja noch ein Hühnchen zu rupfen gilt (Warum benutzt man eigentlich immer diese beknackten speziesistischen Redewendungen? Weil einem nix anderes einfällt? Nun fragt bloß nicht, was „speziesistisch“ bedeutet! Gehört in eine ähnlich schlimme Kategorie wie Real M.), im Achtelfinale wurde dem FC Sevilla mittels gepflegter Defensivarbeit der Zahn gezogen (Dental-Redewendungen sind da schon ein bisschen besser). Wie sich diese Pokal-Glückseligkeiten auf die Liga auswirken, muss abgewartet werden. Bei Barca ist der immer stärker auftrumpfende Samuel Eto’o zum Afrika-Cup abgedüst, ebenso wie Yaya Touré, und Ronaldinho weiterhin verletzt und angeblich schwer am Verhandeln mit Milan (und ein neuer zweiter Torhüter, José Manuel Pinto, der den Posten wohl von Jorquera übernehmen soll, wird dieser Tage in Barcelona erwartet, von Celta Vigo kommend). Zumindest Messi scheint zurückzukommen und ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, nachdem ihn die Valencianos, also Timos Trupp, zusammengetreten hatten. Da wird die Playstation zu Hause wohl wieder für ein paar Stunden kalt werden.

Donnerstag, 17. Januar 2008

In eigener Sache!

Aus 4Halbzeit wird nun Tribünenbrand!
Somit ändert sich auch die Erreichbarkeit des Blogs.
Ab sofort könnt Ihr die gewohnte Blogqualität unter http://www.tribuenenbrand.de oder http://tribuenenbrand.blogspot.com erhalten.

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Keine Grüsse

Freitag, 11. Januar 2008

Klinsmann neuer Bayern Coach!

"Klinsmann ist Wunschkanidat (ARD)", "Bayern kauft sich die Klinsmann-Revolution (Spiegel online)", "Der amerikanische Freund - ein Albtraum? (FAZ)". Mit diesem doch ein wenig dramatisch anmutenden Ereignis stellt sich natürlich sofort die Frage: Gibt es Neuigkeiten in Sachen Jens Lehmann und handelt es sich bei den Bayern um ein französisches (fünf Akte) oder italienisches (drei Akte) Drama? Zunächst zur Sache Lehmann. Der Sportdirektor des BVB, Michael Zorc, hat stolz verkündet, dass "der Jens" nach Dortmund kommt. Der smarte Franzose Arsène Wenger vom FC Arsenal London gab daraufhin zu verstehen, dass überhaupt noch nichts entschieden sei, in der Sache Jens Lehmann und Borussia Dortmund. Die deutsche Nummer eins wiederum versteckte sich hinter seiner Frau Conny Lehmann, die dazu noch befragt werden sollte. Dies ist nun passiert und Jens Lehmann hat sich zu seinem Glück gegen den BVB entschieden. Auch entschieden hat sich nach wilden Spekulationen in den letzten Wochen der FCB in der Trainerfrage bzw. Nachfolge für Gottmar Hitzfeld. Und so kommen wir zum zweiten Teil der Eingangsfrage. Jürgen Klinsmann ist also ab der kommenden Saison der neue Coach der Bayern. Interessant ist die Angelegenheit insbesondere deshalb, weil Klinsi kurz nachdem er dass DFB Projekt "WM 2006" übernahm, als Intimfeind der Bayern-Führung und dem damals noch als Titan bekannten Torwart Kahn galt. Oliver Kahn kommentierte die Angelegenheit auch deshalb unter Schockstarre ("Er war gar kein Trainer"). Wir befinden uns somit wohl bereits im zweiten Akt des Dramas.
Bleiben wir bei den Torleuten. Gern abschätzig "der Schöne" genannt und derzeit die deutsche Nummer zwei: Timo Hildebrand findet sich überraschend im Tor seines spanischen Arbeitgebers wieder. Er scheint sich nun endlich beim FC Valencia zu etablieren. Daran geglaubt hat fast niemand mehr, schon gar nicht nach der Verpflichtung von Ronald Koeman. Der ehemalige Nationalspieler der Niederlande wischte sich vor etlichen Jahren mal den Po mit einem Trikot von Professor Olaf Thon ab. OK, hätte er das Trikot von Thomas Berthold verwendet, hätten wir ihm das übel genommen, so aber geht das schon klar. Diese kleine Episode sollte nur unterstreichen, dass es ein deutscher Keeper unter Umständen nicht leicht hat bei Ronald. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung des Lieblingsvereins von Herrn van der Vaart. Dieser soll übrigens zu Juventus Turin wechseln, sagt man sich. Weitere Neuigkeiten aus dem Winterloch: Martin Fenin wechselt zu Eintracht Frankfurt, Albert Streit und Levan Kenia zu Schalke 04, Jan Koller zum 1.FC Nürnberg, Joshua Kennedy zum Karlsruher SC und alle anderen sind bei Borussia Dortmund im Gespräch oder bereits von Michael Zorc verpflichtet worden.