Donnerstag, 31. Januar 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Ganz im Süden
Ja, ja, der Afrika-Cup. Alle zwei Jahre ein mittelgroßes Ärgernis für die Clubs der wichtigen europäischen Liga, denn in Spanien, Italien, Frankreich und England geht’s grad hoch her, während sich die afrikanischen Kollegen in Ghana mit Stromausfällen und grotesken Platzverhältnissen rumschlagen müssen. Und alle zwei Jahre schaut man nach Afrika und auf die angebliche Zukunft des Fußballs (für so manchen liegt sie nämlich dort) und muss letztendlich feststellen, dass Afrika zur Zeit vor allem als Spielerreservoir für die großen Ligen taugt bzw. herhalten muss. Und vielleicht ist das Interessante beim Afrika-Cup gar nicht das vermeintlich Zukünftige des Fußballs, sondern eher das Vergangene, alles das, was zu diesem Sport auch einmal in Europa gehörte, bevor er eine gut geschmierte Maschinerie, die wir natürlich lieben, wurde: miese bis mäßige Infrastruktur, Fußballer, die nicht alle mindestens sechsstellige Gehälter bei ihren Clubs verdienen. Und natürlich auch plumpeste Bestechungsversuche, die bei mittellosen Kickern eher zum Erfolg führen könnten, und von denen man beim diesjährigen Afrika-Cup schon einiges gehört hat, von asiatischen Wettkartellen über Mittelsmänner an die Spieler herangetragen, die man vorher durch Annehmlichkeiten und Geschenke in eine Bringeschuld geführt hat. Dabei geht es vor allem um die kleineren Fußballnationen Afrikas, von denen man sich ein ganz bestimmtes Ergebnis bei einer vermeintlichen Niederlage gegen einen Favoriten erwartet. Sportlich gesehen, gab es noch nicht allzu viele Lichtblicke in diesem Jahr, bis auf die Favoriten Ägypten, Elfenbeinküste, Ghana und Guinea. (Und wesentlich weniger brutale Fouls als beim letzten Cup – ich denke, das könnte man als positiv verbuchen, oder nicht?) Kamerun, unter dem freaky deutschen Trainer Otto Pfister, enttäuschte bisher eher, Ausnahmen: Stürmerheld Eto’o und Torhüter Kameni. Das Viertelfinale ist aber easy erreicht.

Aber wenigstens lenkt der Afrika-Cup von unerfreulichen Ereignissen ab, nämlich von der Primera Division. Beim enttäuschenden 1:1 Barcas in Bilbao wurde Samuel Eto’o schmerzlich vermisst. Wenigstens zeichnete sich der 17-jährige Bojan (der allerdings wie 13 aussieht) als Torschütze aus, was für die Zukunft hoffen lässt. Real ließ sich mal wieder die Bude vollhauen, schaffte aber in weißer Schweinemanier das eine Tor mehr, das nun für einen Neun-Punkte-Vorsprung zu Barca sorgt und für eine tränenreiche Woche. Die Verfolger, Atletico (das vor zwei Wochen mal wieder im Stadtderby gegen Real scheiterte, fast neun Jahre ist nun der letzte Erfolg schon her) und Espanyol, patzten ebenfalls. In Valencia geht das Trauerspiel in die nächste Runde, 0:1-Heimpleite gegen Almeria. Präsident und Sportdirektor können sich weiter fleißig bekriegen, denn Trainer Ronald Koeman macht als Sündenbock seine Sache äußerst gut. „Hau endlich ab“, riefen ihm die erbosten Fans zu. (Da hilft auch der Erfolg im Pokal gegen Atletico und das dadurch erreichte Halbfinale wenig.)
In good old Italy kann es noch mal spannend werden. Inter schaffte, früh in Unterzahl geraten, bei Udinese nur ein 0:0, die Roma gewann und ist nun nur noch fünf Punkte hinter den Milanesen. Bei Juves 3:1-Sieg in Livorno erzielte Trezeguet zwei Treffer und führt nun die Torjägerliste an, vor Ibrahimovic. Und Milan braucht sich nun nicht mehr auf die alten Goalgetter zu verlassen: der 17-jährige Alexandre Pato ließ es zweimal krachen.
Erfreuliche Süd-News aus Frankreich: Der OGC Nice hält den vierten Rang. Wir hoffen, die Cote d’Azur in der nächsten Saison in der Champions League begrüßen zu dürfen.

Oh Gott, das ist der mieseste Südligenbericht, seit ich mein Haus an der Cote d’Azur verkauft habe. Und das ist echt lang her.

Freitag, 18. Januar 2008

Tschüss G14!

Ich hör sie schon frohlocken, die ganzen Verschwörungshysteriker: Wieder eine Bonzenverbindung weniger, die den kleinen Mann auf der Straße verarschen und bescheißen könnte. Denkste! Denn, wer nun frohlockt, der frohlockt zusammen mit Sepp Blatter, der vom „Wendepunkt im modernen Fußball“ sprach. (Oh ja, ich fühle mich wie 89 auf der Straße!)
Die G14 (Hä, sind das die, die sich im Sommer 07 bei uns an der Ostsee getroffen haben? Und waren es da nicht noch acht?) verfolgte als Vereinigung der wichtigsten bzw. größten europäischen Clubs die Interessen eben jener Vereine und somit auch die Interessen der anderen, kleineren Vereine ihrer Ligen gegenüber der Fifa und der Kontinentalverbände, speziell gegenüber der UEFA. Zuletzt ging es vor allem darum, dass diese Verbände den Clubs Entschädigungen zu zahlen haben, für die Abstellung ihrer Spieler zu den WMs und EMs. Lange sträubten sich Fifa und UEFA, nun wollen sie künftig doch zahlen und die Clubs lassen alle Klagen gegen die Verbände fallen – da haben wir den Salat. Hinzu kommt noch, dass es bald einen Ersatz für die G14 geben soll, ein Gremium von 100 (bei mir zu Hause krieg ich die aber nicht alle unter, das war mit 14 bzw. 18 wesentlich leichter) Clubs aus den 53 Mitgliedsländern der UEFA. Das heißt, für ein bisschen Kohle haben die Verbände scheinbar ordentlich die Kontrolle über gewisse Belange des Clubfußballs erlangt. Wenn irgendwelche Typen sich versammeln, die mächtig was auf die Beine stellen (flotten Clubfußball zum Beispiel), und ihre Interessen durchdrücken wollen, ist das ja irgendwie noch ziemlich in Ordnung. Dass jetzt diese Vereinigung von Leuten angeführt wird, die nicht mächtig was auf die Beine stellen, sondern nur etwas verwalten und einen auf dicke Hose machen, die Herren Blatter und Platini, ist ziemlich nicht in Ordnung. (Vielleicht kennst du das Gefühl, es dürfte so ähnlich sein wie damals, als du zum ersten Mal erfahren hast, dass deine Lieblings-Indie-Band plötzlich auf einem Major-Label ihre Tonträger veröffentlichen wird.)
Als romantische Diskussionsgrundlage für den Begriff des „modernen Fußballs“ empfehle ich Herrn Blatter das Ultra-Manifest , auch wenn ich natürlich überhaupt nicht mit Blatter diskutieren möchte. Bin doch viel zu schüchtern.

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Nach den schrecklichen Vorkommnissen am 23. Dezember des letzten Jahres in Barcelona wollte ich eigentlich nie wieder etwas mit Fußball zu tun haben, nie wieder an Fußball denken und mich von nun an nur noch meinem anderen Steckenpferd, dem Sammeln von Schmuck und extravaganter Kleidung, widmen. Aber das war natürlich eine total bescheuerte Idee – wie so viele Ideen total bescheuert sind –, die von mir schnell wieder verworfen wurde, zumal es auch wieder überaus freudige Nachrichten aus der Welt des Fußballs zu vermelden gibt: Es geschah nämlich (Experten hatten es schon länger geahnt), dass Real Madrid, die weißen Finsterlinge mit ihrem Anführer, dem blonden Engel, nicht das Achtelfinale des spanischen Pokals, der Copa del Rey, gegen Mallorca überstand und nach der Hinspielniederlage beim Club von der sympathischen Ferieninsel auch das Heimspiel in Madrid verlor, 0:1, das entscheidende Tor in der 83. Minute durch Ariel Ibazaga, gelobt sei er! – Eine Nachricht also, die es zu verbreiten gilt. Zudem darf sich Barca im Viertelfinale der Copa auf Villarreal freuen, mit denen es ja noch ein Hühnchen zu rupfen gilt (Warum benutzt man eigentlich immer diese beknackten speziesistischen Redewendungen? Weil einem nix anderes einfällt? Nun fragt bloß nicht, was „speziesistisch“ bedeutet! Gehört in eine ähnlich schlimme Kategorie wie Real M.), im Achtelfinale wurde dem FC Sevilla mittels gepflegter Defensivarbeit der Zahn gezogen (Dental-Redewendungen sind da schon ein bisschen besser). Wie sich diese Pokal-Glückseligkeiten auf die Liga auswirken, muss abgewartet werden. Bei Barca ist der immer stärker auftrumpfende Samuel Eto’o zum Afrika-Cup abgedüst, ebenso wie Yaya Touré, und Ronaldinho weiterhin verletzt und angeblich schwer am Verhandeln mit Milan (und ein neuer zweiter Torhüter, José Manuel Pinto, der den Posten wohl von Jorquera übernehmen soll, wird dieser Tage in Barcelona erwartet, von Celta Vigo kommend). Zumindest Messi scheint zurückzukommen und ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, nachdem ihn die Valencianos, also Timos Trupp, zusammengetreten hatten. Da wird die Playstation zu Hause wohl wieder für ein paar Stunden kalt werden.

Donnerstag, 17. Januar 2008

In eigener Sache!

Aus 4Halbzeit wird nun Tribünenbrand!
Somit ändert sich auch die Erreichbarkeit des Blogs.
Ab sofort könnt Ihr die gewohnte Blogqualität unter http://www.tribuenenbrand.de oder http://tribuenenbrand.blogspot.com erhalten.

Den RSS-Feed erreicht ihr ab sofort unter: http://tribuenenbrand.blogspot.com/feeds/posts/default

Keine Grüsse

Freitag, 11. Januar 2008

Klinsmann neuer Bayern Coach!

"Klinsmann ist Wunschkanidat (ARD)", "Bayern kauft sich die Klinsmann-Revolution (Spiegel online)", "Der amerikanische Freund - ein Albtraum? (FAZ)". Mit diesem doch ein wenig dramatisch anmutenden Ereignis stellt sich natürlich sofort die Frage: Gibt es Neuigkeiten in Sachen Jens Lehmann und handelt es sich bei den Bayern um ein französisches (fünf Akte) oder italienisches (drei Akte) Drama? Zunächst zur Sache Lehmann. Der Sportdirektor des BVB, Michael Zorc, hat stolz verkündet, dass "der Jens" nach Dortmund kommt. Der smarte Franzose Arsène Wenger vom FC Arsenal London gab daraufhin zu verstehen, dass überhaupt noch nichts entschieden sei, in der Sache Jens Lehmann und Borussia Dortmund. Die deutsche Nummer eins wiederum versteckte sich hinter seiner Frau Conny Lehmann, die dazu noch befragt werden sollte. Dies ist nun passiert und Jens Lehmann hat sich zu seinem Glück gegen den BVB entschieden. Auch entschieden hat sich nach wilden Spekulationen in den letzten Wochen der FCB in der Trainerfrage bzw. Nachfolge für Gottmar Hitzfeld. Und so kommen wir zum zweiten Teil der Eingangsfrage. Jürgen Klinsmann ist also ab der kommenden Saison der neue Coach der Bayern. Interessant ist die Angelegenheit insbesondere deshalb, weil Klinsi kurz nachdem er dass DFB Projekt "WM 2006" übernahm, als Intimfeind der Bayern-Führung und dem damals noch als Titan bekannten Torwart Kahn galt. Oliver Kahn kommentierte die Angelegenheit auch deshalb unter Schockstarre ("Er war gar kein Trainer"). Wir befinden uns somit wohl bereits im zweiten Akt des Dramas.
Bleiben wir bei den Torleuten. Gern abschätzig "der Schöne" genannt und derzeit die deutsche Nummer zwei: Timo Hildebrand findet sich überraschend im Tor seines spanischen Arbeitgebers wieder. Er scheint sich nun endlich beim FC Valencia zu etablieren. Daran geglaubt hat fast niemand mehr, schon gar nicht nach der Verpflichtung von Ronald Koeman. Der ehemalige Nationalspieler der Niederlande wischte sich vor etlichen Jahren mal den Po mit einem Trikot von Professor Olaf Thon ab. OK, hätte er das Trikot von Thomas Berthold verwendet, hätten wir ihm das übel genommen, so aber geht das schon klar. Diese kleine Episode sollte nur unterstreichen, dass es ein deutscher Keeper unter Umständen nicht leicht hat bei Ronald. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung des Lieblingsvereins von Herrn van der Vaart. Dieser soll übrigens zu Juventus Turin wechseln, sagt man sich. Weitere Neuigkeiten aus dem Winterloch: Martin Fenin wechselt zu Eintracht Frankfurt, Albert Streit und Levan Kenia zu Schalke 04, Jan Koller zum 1.FC Nürnberg, Joshua Kennedy zum Karlsruher SC und alle anderen sind bei Borussia Dortmund im Gespräch oder bereits von Michael Zorc verpflichtet worden.