Montag, 22. Dezember 2008

David Beckham ist gelandet.

Das Altherrenensemble von Milan ist trotz der Landung des "Schönen" nur fast komplett.
Ronaldo ist leider schon nicht mehr da. Ihn zog es in die Heimat zu Corinthians Sao Paolo, wo er einen Ein-Jahres-Vertrag unterzeichnen durfte.
In Mailand und Bremen haben Sie jetzt alle ein bisschen Angst, wahrscheinlich vor Victoria und was da jetzt im Guiseppe-Meazza-Stadion (der großen Fußballbühne) so vor sich gehen wird, so ist zumindest aus informierten Kreisen zu hören.


via operabuffa

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Barca kann den Fußball retten, die Welt, die Wirtschaft und die Weltwirtschaft aber nicht, Alter!

Irgendwie war es einer der schönsten clásicos seit Langem. Nicht das spielerische Niveau gab den Ausschlag – da hatte man in den letzten Jahren schon flottere Spiele der beiden gegeneinander erlebt –, es war das Happy End, das doch noch eintrat und von dem wir sonst doch sicher nicht glauben, dass es eintritt: Vergessen wir nicht, Optimimus ist entweder „Feigheit“ (Oswald Spengler) oder „Mangel an Information“ (Heiner Müller – Obacht, ist nicht der erfolgreiche Schalke-Manager!).
Das war schon ein verdammt schlauer Schachzug von Real, einfach einen ehemaligen Barca-Jugendtrainer an Bernd the blonde angel Schusters Stelle auf die Bank zu setzen, Juande Ramos, mit dem FC Sevilla zweimaliger Uefa-Cup-Gewinner. Schon in der letzten Saison pflegte Real einen Art Testosteron-Fußball ohne viel Glanz. Darum war es für Barca besonders bitter gegen die Schweinchen aus Madrid zu verlieren, da sie ja eigentlich wesentlich mehr Qualität im Kader hatten und haben. Wie Paul Ingendaay vor einigen Wochen in der FAZ schrieb: Es ist immer bitter auf Grund von fehlenden Sekundärtugenden den Kürzeren zu ziehen. Nun scheint aber erstmal Schluss damit – möge es ewig währen! Und das obwohl Real mit seinem Trainer an diesem Sonnabend im Nou Camp alles das rausholte, was wir sonst von den tristen Plätzen der dritten Herrenmannschaften an Sonntagnachmittagen bei Nieselregen kennen: Macht kaputt, was euch kaputt macht – nämlich Talent, Esprit und Leistung der anderen.
Fast wäre es den Weißen gelungen, den Fußball kaputt zu machen, den Zynismus siegen zu lassen, die Achillessehne von Messi entzwei zu treten. Dass es dann gerade Samuel Eto’o war, der Barcas Triumph mit seinem 1:0 einleitete, und das nach kurz zuvor verschossenem Elfer, befriedigte jeden, der auch nur ein wenig Hass spürt. Es ist die Dauerfehde, nicht nur Barca vs. Real, sondern auch Eto’o vs. Real, die Fußballvendetta. Gegen die „Königlichen“ schießt er besonders gerne Tore. Wie sie ihn in Madrid behandelt haben, als er als Teenager aus Afrika dort ankam – der Verein schickte nicht einmal jemanden, der ihn vom Flughafen abholen sollte –, die Missachtung seines Talents, die Ignoranz und Dummheit wird er ihnen nicht so schnell vergessen. So erlöst ihn jedes Tor von dieser Demütigung. Sonnabendnacht drückte sich wohl noch etwas anderes in seinem Torjubel aus, Zorn, ohnmächtige Wut über ein finstere private Tragödie, von der, wie es scheint, seine Familie betroffen ist und die Ronald Reng etwas pietätlos am Montag in der Berliner Zeitung ausplauderte, nicht ohne zu erwähnen, dass nur Eingeweihte von der Sache wissen. Dass sich diese Sache auf seinen Torjubel auswirkte, ist Rengs Spekulation, doch sie ist nachvollziehbar. Dass Eto’o trotz dieser bedrückenden Sache spielte, ist ihm umso höher anzurechnen.
Messi besorgte dann den Rest.
Angeblich soll Pep Guardiola, der Barca-Trainer, im Bus auf dem Weg vom Hotel zum Stadion – ja, das machen die schon mal bei Heimspielen so – der Mannschaft Coldplays „Viva la vida“ aus Motivationsgründen vorgespielt haben. So haben die also auch noch was für die Menschheit getan. Ey, thank you!

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Weiße Schweine im Vorort

„The ferkels are about too loose, hihi!“ Wenn einem eine solche Verlautbarung per SMS am Sonnabendabend (wer „Samstag“ sagt, hat schon verschissen) erreicht, gefühlt aus einem Madrider Vorort, so weiß jeder edel und gut denkende Mensch, was Sache ist: Real Madrid, die weißen Scheine genannt, hat gerade bei Getafe verloren, in diesem Falle ordentlich, mit 1:3, und das trotz mal wieder guter Leistung des Schiris für seinen Arbeitgeber Real – er drückte insgesamt drei Augen zu und ersparte Real zwei Elfer gegen sich und ein rotes Kärtchen. Dazu bemerkte Bernd „the blonde Engel“ Schuster, zurzeit Reals semierfolgreicher Trainer, dass dies eine Niederlage sei, „die nicht schmerzt“. Schade, möchte man da sagen, Schmerzen sind doch nicht schlecht. Aber Schusti hatte jedoch noch einen spezielleren Grund parat: Er habe nämlich während der gesamten Partie „nie den Eindruck gehabt, dass wir gewinnen könnten.“ Also die gute alte Auswärtsschlamperei in der spanischen Liga? Mitnichten, wenn man auf den großen Rivalen aus der katalanischen Metropole kuckt. Barca war zum Topspiel zum FC Sevilla gereist, der mit nur acht Gegentoren die beste Abwehr stellte. Barca zauberte zwar nicht so furios wie in bisherigen Spielen, zeigte sich aber abgezockt und pragmatisch und besitzt mit Messi (zwei Tore), Eto’o (ein Tor) und Henry (kein Tor) das derzeit wohl flinkeste Sturmgespann, dazu eine durch Dani Alves und Piqué verstärkte Abwehr, die selbst im knurrigen „kicker“ Höchstnoten bekommt. So kam es, dass nach diesem Spiel Barca die wenigsten Gegentreffer auf dem Konto hat, und die meisten erzielten: 40:9. Im Vergleich zu den anderen wichtigen, europäischen Tabellenführern (FC Liverpool: 21:8, Inter: 22:8, Olympique Lyon: 21:10) kann damit eigentlich nur der Glitzermetropolenclub aus Hoffenheim mithalten (40:20), wenn wir bei den Gegentoren ein Auge zudrücken und noch eins auf Grund des Vorsprung von zwei absolvierten Spieltagen mehr in Germany. Festhalten muss man allerdings, dass Hoffenheim neben Barca derzeit den flottesten Fußball im Abendland spielt. Und da der FC Barcelona „Barca“ heißt, wird hiermit die TSG Hoffenheim ehrenhalber in „Hoffi“ umgetauft – und darauf können die übrigens mächtig stolz sein. (Als ehemalige Spitzenhockeyspielerin ist mir Hoffi mit dem Sportdirektor Bernhard Peters, zweimal Worldmaster mit der deutschen Hockeynationalmannschaft, sowieso äußerst sympathisch.)

Wie dem auch sei. Die Weißen kriegen sogenannte kalte Füße und die katalanische Presse titelte: „Barca +6“ – denn sechs Punkte beträgt nun der Abstand der Madrilenen zu Rang eins. Und wir sollten nicht vergessen, dass dazwischen noch das sympathische Villarreal rumschwirrt. Der blonde Engel wiederum kriegt im Januar 09 von Reals Vereinsführung Klaas-Jan Huntelaar, für 27 Millionen von Ajax kommend, geschenkt. Eigentlich ein sympathischer junger Mann. Und nun? Nun soll er wahrscheinlich die Löcher in Reals Abwehr stopfen. Ach nee, der ist ja Stürmer ...

Was fehlt? Dem ehemaligen Schulkameraden der „Ballon d’Or“. – Nachdem Cristiano Ronaldo am Wochenende im Spiel ManU gegen ManCity die bescheuertste gelbe Karte der Welt erhielt, gab’s am Montag gleich noch den Titel „Europas Fußballer des Jahres“ hinterher. Und das obwohl ich mit meinen gekauften Stimmen natürlich Messi unterstützte, der leider nur auf Platz zwei kam, gefolgt von Fernando Torres. Ronaldo sieht übrigens einem meiner ehemaligen Mitschüler sehr ähnlich, mit dem Unterschied, dass jener größer und blonder war als dieser. Ich wäre auf jeden Fall sehr erfreut gewesen, wenn der andere den Preis abgestaubt hätte. So bin ich halt nicht erfreut.

Was nicht fehlt: Morddrohungen gegen Atletico Madrid-Fans vor dem Rückspiel in der Champions League gegen Qlympique Marseille. Die per E-Mail eingegangenen Drohungen beziehen sich auf die Festnahme eines Marseille-Anhängers beim Hinspiel in Madrid. Ihm drohen acht Jahre Haft. Das sollen nun, laut dem anonymen Morddroher, acht tote Atletico-Fans ausgleichen. Smells like fuzzy logic.