Donnerstag, 31. Dezember 2009

2009 + 1 = 2010

Und wem das nicht das Herz zu wärmen vermag ... eine Strophe Benn:

"und heißt dann: schweigen und walten,
wissend, dass sie zerfällt,
dennoch die Schwerter halten
vor die Stunde der Welt."

Good night, sagt das Tribünenbrand-Tischfeuerwerk (muntere Wahrheiten statt schlüpfriger Gags).

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Neue Tribünenbrand-Serie!

Kontroverse Geistesgrößen auf der Trainerbank

Diesmal: Oswald Spengler, Denker des Kulturpessimismus und Autor u.a. des "Untergang des Abendlandes" …


… nun Trainer beim VfB Stuttgart.





Dienstag, 1. Dezember 2009

Junge, lass dir von der Journaille bloß nicht den Kopf verdrehen!

Der Ball der Ehre (für Polyglotte: "ballon d'or") das Magazins "France Football" für den besten Fußballer Europas geht an Lionel Messi – erstmals ein Argentinier (seit 1995 dürfen auch in Europa spielende Nicht-Europäer gewählt werden), und mit dem größten Abstand überhaupt in der 54-jährigen Geschichte dieser Auszeichnung. 
Danke, liebe Jury!
Zweiter wurde übrigens der Clown. Chapeau.

En détail:
1. Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona) 473 Punkte;
2. Cristiano Ronaldo (Portugal/Real Madrid) 233;
3. Xavi (Spanien/FC Barcelona) 170;
4. Andres Iniesta (Spanien/FC Barcelona) 149;
5. Samuel Eto'o (Kamerun/Inter Mailand) 75;
6. Kaka (Brasilien/Real Madrid) 58;
7. Zlatan Ibrahimovic (Schweden/FC Barcelona) 50;
8. Wayne Rooney (England/Manchester United) 35;
9. Didier Drogba (Elfenbeinküste/FC Chelsea) 33; 
10. Steven Gerrard (England/FC Liverpool) 32.

Mittwoch, 25. November 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Clash of the South-Chefs (Barca vs. Inter) 


Der ganz große fußballerische Leckerbissen war es ja dann doch nicht (oder doch?), was aber vor allem daran lag, dass Inter nicht aus den Puschen kam, wie das früher mal hieß. Gefühlte zwei Mal schossen die Schwarzblauen auf das Gehäuse von Victor Valdés. Nach einer knappen halben Stunde war die Sache gegessen, Barce führte 2:0, spielte sicher und schnell (Ballbesitz; Ballbesitz, Ballbesitz und Pressing ohne Ballbesitz), und das auch ohne Messi, Ibrahimovic und Yaya Touré. Und selbst der Depressions-geplagte Iniesta wirkte so, als hätte er nach Monaten wieder ein wenig Freude am Fußballspielen gefunden. Trainer Guardiola ließ ihn diesmal auf rechts spielen, was eine gute taktische Idee zu sein schien. 

Und eigentlich war es der Abend des Samuel Eto’o, der nach seinem Verkauf zu Inter an die Wirkungsstätte seiner früheren Heldentaten zurückkehrte. Und eigentlich wirkte alles ein wenig so wie bei einem Freundschaftsspiel – man herzte und liebkoste sich vor und nach dem Spiel, und selbst José „the special one“ Mourinho war recht zahm und freundlich seiner Umwelt gegenüber (wahrscheinlich freute auch er sich ein wenig, an alter Wirkungsstätte vorbeizuschauen). 

Und trotzdem und gerade wegen Samuel Eto’o war es ein Abend voll Wehmut und Melancholie: Der Kameruner wurde beim Aufwärmen von den Barca-Fans mit Applaus bedacht und deutete daraufhin auf sein Herz (also da, wo es ungefähr in seinem Körper sitzt), die ehemaligen Kollegen wollten vor Anpfiff im Spielergang den Stürmer alle mal anfassen und mit ihm reden… Und nach dem Spiel gab er dann zusammen mit Piqué (Torschütze zum 1:0) ein Interview, bei dem es natürlich darum ging, wie es so sei, sich in der Gästekabine umzuziehen. Und was sagte er? Barca würde er immer in seinem Herzen tragen. Doch nun spiele er für einen anderen Verein, so sei halt der Fußball… Ja, so war es wohl schon immer, auch wenn die Zeiten sich angeblich ständig ändern (was auf die Zeit aber nicht auf die Menschen zutreffen mag): Man verlässt sein Dorf, sein Viertel, seine Heimat, weil man in die Fremde muss. Und daher wird ihm Piqué auf dem Weg in die Kabinen sicher folgendes Novalis-Zitat zum Abschied mit auf den Weg gegeben haben: „Wohin gehen wir? Immer nach Hause.“ 

Eto’o schließt das Interview, indem er die Hoffnung äußert, man möge sich doch zum Finale im Santiago Bernabeú in Madrid 2010 wiedersehen. 

So geschehe es denn! 

Freitag, 20. November 2009

Was entspricht denn nun eher dem Fußball und seiner großen, weiten Welt?

Das, was so in Ägypten/Algerien abging, oder doch mehr die "Café King"-Action
Hm, derzeit tendiere ich eher Richtung Nordafrika (obwohl ich doch Europa so liebe...). Aber vielleicht ändere ich auch noch meine Meinung. Und vielleicht ist ja die Verbindung von Wettbetrug und Gewalt die geilste Sache in der Welt des Fußballs überhaupt. Aber auch nur vielleicht.

Donnerstag, 19. November 2009

Das nächste Mal entscheiden wir, wer mitfährt!

Wer lieber Yahia statt Zidan, CRonaldo statt Dzeko, Dedic statt Arschawin, Anelka statt Keane, Charisteas statt Schewschenko Fußball spielen sehen möchte, der ist im nächsten Jahr bei der WM in Südafrika bestens aufgehoben.

Freitag, 30. Oktober 2009

Henrik Larsson hört uff, schnüff!

Hier noch einmal etwas Schönes von ihm, in audio-visueller Form – Rückkehr zu Celtic im Barca-Trikot (Freunde der Rangers und Real Madrids dürften vielleicht so ihre Probleme haben, aber man kann's einfach nicht jedem recht machen): 


Zur Herrschaft des Verdachts

Der BGH stärkt das Hausrecht der Vereine – könnte also sein, dass man demnächst Stadionverbot bekommt, weil einem die Currywurst aus der Hand glitt.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Im Vorort ist der Teufel los!

Und dessen Farbe ist bekanntlich schwarz (manchmal auch rot), und auf keinen Fall weiß, wie Real Madrid beim Drittligisten Alcorcon in der Copa del Rey erfahren musste. 

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Kulturauftrag und Anthropologie 

Das gesamte Wochenende über wärmte ein kleines Shakespeare-Zitat mein Herz. „My hands are of your colour; but I shame / To wear a heart so white.“ („Meine Hände / Sind blutig, wie die deinen; doch ich schäme / Mich, dass mein Herz so weiß ist.“) 

Und nach dem 0:0 Real Madrids bei Sporting Gijon ließ mich mein Überschwang – immerhin war das nach dem 2:3 gegen Milan (die Sportzeitung „Marca“ hatte vor der Partie geunkt, ob die Milan-Spieler im Hotel oder im Altenheim übernachten werden) in der Champions League eine denkbar schlechte Woche für die Unsympathen aus der spanischen Hauptstadt – die schönen Zeilen etwas umdichten (als Bildungsbürgerin darf man das!). Dafür musste ich mich allerdings als Real-Knappen imaginieren, was hart genug war. Hier das Ergebnis: „ My hands are of your colour; but I shame / To wear a shirt so white.“ Hehe, hoho. – Klar, was jetzt kommt: Müsste es nicht eigentlich „jersey“ statt „shirt“ heißen? Sicher, aber dann würde einem die ganze Metrik auseinanderfliegen. Wie dem auch sei ... ich denke, ich habe hier meinen Kulturauftrag erfüllt und die Leute noch einmal daran erinnert, dass ab und zu Hexameter wichtiger als beispielsweise Viererketten sein können. 

Ansonsten sah ich am Wochenende meine Vorurteile bestätigt, dass die niederen Gefühle eine starke Antriebskraft im organisierten Fußballsport und dessen Anhängerbereich sind (einer der Gründe, warum mich damit überhaupt beschäftige, als passionierte Hobby-Anthropologin). Folgende Themenfelder gelang es mir einzukreisen: 

Häme: Fürs Auswärtsspiel an der Anfield Road in Liverpool hatten sich die ManUnited-Anhänger putzige Utensilien eingepackt – aufblasbare Strandbälle, als kleine Fingerzeig, was dem FC Liverpool am Spieltag zuvor in Sunderland widerfahren war (tribuenenbrand.de berichtete). Allerdings wurden die aufs Spielfeld beförderten Spielentscheider rechtzeitig entfernt. 

Hass und Gewalt und Krankheit noch dazu (und zurück im Süden): Eigentlich wurde schon ob des hitzigen Duells am Sonntag zwischen Olympique Marseille und Paris Saint Germain voll Vorfreude frohlockt. Doch dann sickerte bereits am Freitag durch, dass daraus vielleicht nichts werden würde. Der Grund: Drei PSG-Spieler hatten sich mit der Schweinegrippe infiziert, was ein Großteil der Marseille-Anhängerschaft wohl nicht groß verwunderte. Aber dann wurde das Spiel doch tatsächlich wegen dieser kleinen Unpässlichkeit abgesagt. Ein Großteil der PSG-Fanbusse konnte von Polizei auf der Autobahn noch abgefangen werden, jedoch, einige schafften es dennoch bis in die Stadt, um den Auftrag zu erfüllen: Stress. Da ja nun nicht mal mehr ein Fußballspiel anstand (Ausweichtermin noch unklar), konnte man sich ordentlich Zeit für Prügel und Randale nehmen. 

Dabei sollen selbst Anwohner von ihren Fenstern aus die eingekesselten PSG-Fans beworfen haben. Deswegen ein Sprachgebrauchsvorschlag: neben sogenannten „Fans“ sollte es auch sogenannte „Anwohner“ heißen, um klarzustellen, dass nicht alle so sind. 

Dienstag, 20. Oktober 2009

Ob Markus Babbel morgen noch VfB-Trainer ist,

könnte sich u.a. durch die Frage entscheiden, ob der gute Mann FAZ-Leser ist. Da steht ja mal wieder alles drin... 
(Leider hat Paul Ingendaay vorab keinen ähnlichen Artikel über Greuther Fürth geschrieben, sonst hätte Union, nach Qualitätslektüre, sicher gestern besser ausgesehen.)

Sonntag, 18. Oktober 2009

Lieber Herr Blatter,

kürzlich kam mir in den Sinn: anstatt die Tore zu vergrößern – damit mehr von diesen fallen –, sollte man einfach immer einen roten Ballon im Strafraum platzieren ...


Mittwoch, 7. Oktober 2009

Länderspielepause, oder: Zeit totschlagen mit Catherine Zeta-Bohlen und namhaften Literaten

Der selig machende und Depressionen heilende Clubfußball Europas muss ja leider wegen der FIFA-Kopfgeburt (Fußballweltmeisterschaft genannt) pausieren. Da kommt ein alljährlicher Zeitvertreib gerade recht: kommende Literaturnobelpreisträger raten. 
Hier die persönlichen Favoriten des TRIBUENENBRANDS: Cormac McCarthy (klaro, keine Frage), Denis Johnson (kaum Fragen), Bob Dylan (Fragen nicht erlaubt), Per Olov Enquist (Fragen nur auf Schwedisch), Javier Mariás (eine große Frage: Warum, zum Teufel, muss der denn Real-Fan sein?). 
Und die Favoriten der anderen: dieser eine Chinese (Frage nach dem Namen), Philip Roth (die "Reichen 30 Romane schon für einen Nobelpreis?"-Frage), und die ganzen anderen Namen und Fragen ...

PS: Übrigens kann sich Roberto Donadoni, bis gestern noch Trainer des SSC Neapels, die Entscheidung um den Literaturnobelpreis ganz in Ruhe und Arbeitslosigkeit reinziehen. 

Montag, 14. September 2009

Da darf man sich aufs Rückspiel freuen!

Adebayor (Scheich City) gegen die Anhänger seines Ex-Clubs ...



... klarer Fall von insulanischem Sittenverfall.

Mittwoch, 9. September 2009

Sonntag, 6. September 2009

Maradonna mit Argentinien in der Quali mit dem Rücken zur Wand!

Warum wir trotzdem auf Diego bauen, siehe hier (und auf die 10):



("Bauen"? "Bauen"??? - Müsste es nicht eigentlich "vertrauen" heißen? - Keine Ahnung.)

Mittwoch, 2. September 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Mailand statt Mitteldeutschland und München

Und es begab sich, dass in einer Metropole in Süddeutschland ein 25-Millionen-Euro-Niederländer aus der Asservatenkammer Real Madrids für Furore sorgte und dass man sich im Saarland und in Sachsen und ebenso in Thüringen mal wieder Volkes Wille beugen wollte und gebannt an bunten Diagrammen bastelte und der Sozialismus zwanzig Jahre nach seinem Sturz sich anschickte, uns eine thüringische Version der „ewigen Wiederkehr des Gleichen“ vorzuführen – ätsch, doch Sieger der Geschichte!?

Da half es jedem europäischen Kulturmenschen (und auch den außereuropäischen), wenn er sich verwirrt ab- und hoch erfreut dem Süden zuwandte: Hier fördert die ewige Wiederkehr des Gleichen durchaus neue Ergebnisse zutage.

Im Vorfeld des 272. Mailänder Derbys hatte Inter-Coach José „the special one“ Mourinho die Favoritenrolle dem Rivalen Milan zugeschoben. Und in der Tat waren die Rossoneri gut in die Saison gestartet, besonders der viel kritisierte Ronaldinho konnte glänzen. Inter dagegen war am ersten Spieltag gegen Aufsteiger Bari zu Hause nicht über 1:1 hinaus gelangt. Beim Derby kam nun alles anders: Inter zerlegte Milan mit hohem fußballerischen Können. Vor allem die Neuzugänge trumpften auf. Thiago Motta besorgte nach flotter Kobination des 1:0. Dann wurde Eto’o im Milan-Strafraum gelegt – Diego Milito traf vom Punkt. Noch vor der Pause erhöhte Maicon auf 3:0. Sneijder nervte seinen Gegenspieler Gattuso derart heftig, dass dieser bereits nach 40 Minuten nach Hause gehen durfte (siehe unten!!!). Ein Großteil der Milan-Tifosi tat es ihm gleich, sodass sie Stankovics 4:0 in der zweiten Hälfte nicht mehr erlebten.

Ähnlich schwungvoll präsentierte sich Ex-Schummelmeister Juve, der bereits am zweiten Spieltag zur Roma reisen musste und in der ewigen Stadt prompt 3:1 gewann – die Tore besorgten die Neuzugänge Diego (2), der eine tolles Spiel ablieferte, und Felipe Melo (1); de Rossi konnte zwischenzeitlich ausgleichen. Roma-Trainer Spalletti zog bereits am Dienstag Kosequenzen: Er trat zurück. Schon in der letzten Saison hatte er über eine gewisse Amtsmüdigkeit geklagt. Der schlechte Saisonauftakt (zwei Niederlagen) tat ein Übriges. Als heißer Nachfolgekandidat gilt Claudio Ranieri (früher mal bei Valencia, Chelsea und Juve) – leider kein Trainer, der sich hoher Wertschätzung bei den Fans erfreut. Macht nix, sagte sich Roma-Präsidentin Rosella Sensi und lud den guten Mann zu Verhandlungen ein. Nun könnte der Betonfußball bald um eine römische Variante reicher sein.

Auch in good old Schpanien rollt der Ball wieder. Real konnte die investierten 250 Millionen bereits am Sonnabend in einen glanzlosen 3:2-Heimsieg gegen La Coruna ummünzen (im Jargon des Real-Präsi Perez: amortisieren). Stadtrivale Atletico kam gegen Malaga unter die Räder. Valencia gewann gegen den ambitionierten FC Sevilla. Barca wiederum musste nach dem Supercup-Erfolg gegen Donezk auf Messi verzichten, der sich für die argentinische Nationalmannschaft eine Auszeit von Coach Pep Guardiola erbeten hatte. Trotzdem wurde ein spielerisch beeindruckender Sieg gegen Sporting Gijon herausgekickt. Ibrahimovic stürmte neben den Eigengewächsen Bojan und Pedro. Tore: Bojan, Keita und Ibrahimovic – übrigens alle per Kopf. Leider verletzten sich Linksverteidiger Maxwell und Bojan. Jute Besserung!

Und noch etwas: Da an dieser Stelle Zlatan Ibrahimovic immer besonders kritisch beäugt wurde, soll nun auch mal was richtig Nettes über ihn berichtet werden. Wie in den letzten Wochen durchsickerte, verzichtete der sympathische Stürmer auf 4,5 Millionen Euro Gehalt, um zu Barca wechseln zu können. Für die Zahlenfüchse: statt der 13,5 Mio (bei Inter) gibt’s jetzt nur noch 9 Mio in die Lohntüte. – Allerdings ist das Leben in Mailand auch im Schnitt 4,5 Mio Euro im Jahr teurer als zum Beispiel in Barcelona, Dresden oder Erfurt. 

Gennaro Gattuso is back in town!

Unser liebster Terrier Gennaro Gattuso und dieses verdammte Temperament.

Dienstag, 18. August 2009

Che crisi? - 00-Sneijder steuert Inter an!

Nach Informationen von Sportmediaset steht Real kurz davor, den nächsten Fehler zu begehen (juchei!): Wesley Sneijder soll für 20 Mio Euros zum italienischen Meister wechseln. Reals Neu-Coach Pellegrini, einer der wenigen bei Real, der kein intelligenzgeminderter Perez-Sklave zu sein scheint (im Gegensatz zu Valdano und Zidane), wollte den kleinen Holländer (der manchmal wie ein Hitlerjunge aussieht, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben dürfte) auf keinen Fall ziehen lassen - nun scheinen die weißen Widerlinge aber doch auf Pinke aus der Lombardei angewiesen zu sein. 
Falls der Deal tatsächlich zustande kommen sollte, wäre Inter trotz der ganzen Krisen-Unkenrufe, den Calcio betreffend, am Mercato ordentlich aktiv gewesen: Diego Milito, Thiago Motta, Lucio, Eto'o und nun noch Sneijder – da stinkt Juve mit seiner Diego-und-Melo-Verpflichtung doch etwas ab, nicht wahr? 
Lustigerweise sind aber Inter (wie die NZZ schreibt schreibt) und Real in ähnlicher Not: Wie werden sie die überflüssigen Spieler los? – Als ich diese Frage gestern mit Theo zu Guttenberg bei einer guten CD AC/DC erörterte, gab er folgenden Tipp: Erst ma' Kurzarbeit, dann weitersehen.

Mittwoch, 12. August 2009

Wir sind nicht im Urlaub, uns fällt bloß nichts ein ...

... außer vielleicht die Frage, wann Sepp Blatter endlich seine Lieblings-Hooligan-Videos, die er uns kürzlich versprochen hat, rüberschiebt. Sepp, wir warten!
Und noch eine gute Nachricht: Catherine Zeta-Bohlen wird Mitte September nach Neapel reisen und endlich Maradonnas Steuerschulden auf eine Schlag bezahlen! Danke.

Dienstag, 4. August 2009

Off Topic Galore

In der Fußball-freien Zeit kann man auf so manch merkwürdige Ideen kommen ... Zum Beispiel: Knut Hamsun ganz dolle zum Hundertfünfzigsten gratulieren, wie hier geschehen, und ihm in bester Kurven-Manier ein Liedlein trällern: "Ambivalenz, dich vagess' ich nie, und never ..."

Dienstag, 21. Juli 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Ball-Rückeroberung durch den Stürmer

 Samuel Eto’o hat von seinem Trainer, Pep Guardiola, bis zum 27. Juli Sonderurlaub erhalten. Das ist ja eigentlich eine feine Sache, sollte man meinen. Jedoch: Wie schon im letzten Jahr zur Saisonvorbereitung ist der Stürmer aus Kamerun bei seinem Trainer mal wieder – oder immer noch – in Ungnade gefallen. Es scheinen mal wieder die üblichen Ränkespiele und Intrigen in und um der Vorstandebene zu sein. 

Ging es ursprünglich noch darum, einen zusätzlichen Stürmer für das Barca-Team der kommenden Saison ranzuholen (Eto’o wird im Januar zum Afrika-Cup abdüsen), riecht es nun nach Abschied. Zlatan Ibrahimovic soll im Tausch für Eto’o, plus Geld (zwischen 30 und 45 Mio Euros) plus Ausleihe von Alexander Hleb, von Inter kommen. Und der kleine Mann auf der Straße fragt sich, warum nur zum Teufel? 

Der „kicker“ von diesem Montag griff daher die gute alte Tradition des Vergleichens auf: Ibrahimovic (Ibra genannt – warum eigentlich nicht Movic?) vs. Eto’o (Eto’o genannt). Neben der Tatsache, dass der Kameruner mehr Tore erzielte und variabler als der Beuteschwede ist, scheinen die beiden recht ähnliche Qualitäten zu besitzen, sind also circa die besten Stürmer der Welt. Was allerdings bei Eto’o hervorsticht, ist seine Fähigkeit der Ball-Rückeroberung (immens wichtig für das ballbesitzorientierte Spiel der Katalanen). Nun werden sich viele fragen: Was ist das, diese Ball-Rückeroberung, und was ist davon zu halten? Erst einmal: etwas ganz Modernes tut das sein. Und: ähnlich zu bewerten wie das frühe Aufstehen bzw. Wiederauferstehen nach einer total durchzechten Nacht, koste es, was es wolle, aua, aua und so, schnell ins Bad, Handvoll Tabletten runterspülen, gegen die brüllenden Kopfschmerzen, oder gar noch ein Konterbier oder -schnaps, um den wütenden Restalk zu beruhigen, die Stullen geschmiert und die Kinder angezogen und mit dem Volvo hurtig zum Kindergarten gebracht – life und show muss ja weitergehen und das Angriffsspiel selbstverständlich auch. 

Und trotz dieser famosen Fähigkeit wollen sie Eto’o scheinbar loswerden. Denn wenn man so mordserfolgreich wie Guardiola ist, dann kann man gegenüber der Clubführung fast alle Forderungen stellen. Eto’o scheint nun mal kein pflegeleichter Typ zu sein, genauso wie es Guardiola als Spieler einst war – rebel without/with a cause. Und nun soll’s also ein anderer, nicht gerade als pflegeleicht Verschriener richten (Motto: Tyson statt Muhammed Ali), zu einem hohen Preis – die Euros und die Hleb-Ausleihe (wenn auch Keita und Touré zum Afrika-Cup abdüsen, dürfte jeder Mittelfelder gebraucht werden). Eine Alternative wäre noch David Villa vom FC Valencia. Doch die verlangten 50 Mio sind Barca zu heftig, auch wenn der Stürmer mit seinen Gehaltsvorstellungen schon nach unten ging. 

Sei’s drum, wie deine Mutti immer sagt. – Die Inter-Barca-Connection zeigt vielleicht vor allem eines: Barca könnte wegen der Mega-Deals Real Madrids doch kalte Füße bekommen haben. Und dann hätten sie es ja mal wieder geschafft, diese weißen Teufel (wie meine Mutti immer sagt). 

PS: Mein Vorschlag zur Güte: den jungen Bojan ins Getümmel schmeißen und ihn zum besten und bestaussehendsten Stürmer der Welt werden lassen. Wenn nix mehr geht, muss es halt der Nachwuchs richten. Das ist im Fußball genauso wie bei den Schulden. 

Freitag, 3. Juli 2009

Der Akustikbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Trööööööööööööööööööööt!!!!!!!!!!!!!!

So langsam geht auch mir auf, warum Spanien nicht den Confed-Cup gewonnen hat (abgesehen davon, dass er vielleicht einigen Spielern doch ein wenig am Arsch vorbei ging, wie man das früher so nannte): Die Plastetröten des höchst einfallsreichen Publikums in Südafrika waren schuld!

Da ich natürlich keine bösartige Kulturimperialistin bin, verbuche ich den (übrigens zu dieser ganzen Confed-Farce passenden) Krach mal unter „exotische Eigenheiten eines anderen Landes“. Allerdings: So einfach ist die Sache dann doch nicht. Die zuerst diebische Freude darüber, dass Seppel Blatter demnächst wohl im Wartezimmer eines HNO-Arztes rumsitzen muss, wich ziemlich bald der Befürchtung, dass das der Sound der WM 2010 werden könnte, was wiederum heißen würde: Fußballkucken ohne Ton, was wiederum heißen würde: Fußball ohne Publikum. Und das würde heißen, dass nach der zunehmenden Verarmung des Visuellen im Stadion (Stichwort: Bengalo-Verbot) nun auch die des Akustischen folgen würde, und das auf diesem Wege, wer hätte das gedacht? – Ja, klar, diese Art des Trötens ist durchaus immer noch in manchen Fußballstadien Ostdeutschlands zu hören, allerdings sind die Dinger da aus Blech und nicht aus Plastik und es sind meistens auch nur zwei, nicht zwanzigtausend.

Doch vielleicht werden es ja bald so viele auch in europäischen, in deutschen Stadien sein. Dafür möchte zumindest ein Unternehmer sorgen, der sich vorausschauend schon vor Jahren die Rechte für den hiesigen Markt gesichert hat. Dann wären die Zeiten vorbei, in denen man im Stadion die Augen schließen und nur anhand der für den Fußball so typischen Geräusche erkennen konnte: nun dringen sie in den Strafraum ein!, der blöde X hat sich mal wieder verdribbelt, haha!, ach, der simuliert doch bloß!, oh Gott, dieser Chancentod! ... und auch die Gesänge, ob Schmäh, ob Huld, wären dann verschwunden ... Und damit hätten wir dann den Salat: endgültiger Untergang des Abendlandes!

Wer nicht untergehen möchte, schaut mal hier vorbei. Den anderen kann noch die Spengler-Lektüre ans Herz gelegt werden, und die FAZ zum Thema.

Dienstag, 16. Juni 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

So weit im Süden, dass es möglicherweise schon wieder Norden ist...

Mensch, sei demütig und jeden Tag dankbar für das, das man als Annehmlichkeiten so um sich hat! – Diesen Gedanken muss man sich dieser Tage beim Confed-Cup-Kucken (fällt uns denn nichts Besseres ein!?) immer wieder bewusst machen. Denn wer sich am Sonntag tatsächlich das Eröffnungsspiels (Südafrika gegen den Irak) dieser FIFA-Geldschneiderei reingezogen haben sollte, der sieht und fühlt nun klarer: selbst das 4.- und 5.-Liga-Gebolze in unseren Breitengraden hat zum Teil mehr zu bieten, und die Champions League ist angesichts des Confed-Cups ein Luxus, der in einer ungerechten Welt wie ein feist grinsender Zynismus daherkommt – Junge, Junge, geht’s uns gut!

Aber da man bestimmte Ungerechtigkeiten einfach auch ertragen muss (wenn nicht, könnte man eines Morgens als Faschist oder Kommunist aufwachen – auch nicht so schön ...), übersteht man einfach mit gutmütiger Lässigkeit auch dieses Nationalmannschaftsschmierentheater und dass Seppel Blatter mal wieder eine Bühne mehr hat, Umarmungen mit korrupten Politikern auszutauschen.

Und wat is mit Real? – Herrje, lasst mich bloß mit dieser Scheiße in Ruhe. Es scheint fast so, als würde denen die halbe Welt (kleine chinesische Mädchen und Paris Hilton mal ausgenommen) bald nur noch Misserfolg wünschen. Armer Trainer Pellegrini! Aber wahrscheinlich wird es doch für ein paar Titel reichen und danach steht die Florentino-Perez-Regentschaft wieder vor einem sportlichen Scherbenhaufen. Zu dieser Sache kann man eigentlich nur zwei Leute befragen: Paul Ingendaay, FAZ-Chefkorrespondent in Spanien und Chef-Fußballauskenner (kein Scheiß!), der letztens einen schönen Artikel zum Thema schrieb, oder die neue moralische Instanz im deutschen Fußballuniversum, Matthias Sammer (matthias.sammer@dfb.de, oder so ähnlich).

Die ganzen getätigten und kommenden Monstertransfers können auf transfermarkt.de verfolgt werden.

Sela, Psalmenende (wie Doktor G.B. einst schrieb).

Donnerstag, 4. Juni 2009

Sorryporry

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen kommt an dieser, trotz oder wegen der laufenden Saisonvorbereitungen, demnächst wieder zurück: mit heißen Themen (vor allem den zu erwartenden Transferwahnsinn betreffend) und feuchten Tränen (Ciao Pavel Nedved, du blonder Prinz! Keine Grüße an Luis Figo! Und vor allem: Tschüssi Paolo!).


Freitag, 29. Mai 2009

Der zwölfte Mann: Ridley Scott

Wie u.a. faz.net berichtet:

"Mit Szenen aus dem Monumentalfilm "Gladiator" hatte Trainer Josep Guardiola die Spieler des Champions-League- Siegers FC Barcelona auf das Finale gegen Manchester eingestimmt. Wie die spanische Presse berichtete, hatte der Coach das Aufwärmtraining vor dem Anpfiff des Endspiels verkürzt, um den Spielern ein Video vorzuführen. Während die United-Spieler sich auf dem Rasen in Rom warmliefen, bekamen die Barça-Profis Szenen aus dem - mit fünf Oscars ausgezeichneten - Film von Ridley Scott zu sehen. In die Filmszenen waren auf dem Video Aufnahmen von Glanztaten Barças eingeschnitten. Zu der siebenminütigen Montage erklang Musik aus der Oper "Turandot" von Giacomo Puccini. "Guardiola motivierte seine Spieler, ohne ein einziges Wort zu sagen", berichtete die Zeitung "El País". Die Vorführung des Videos in dem abgedunkelten Kabinenraum habe einen solchen Eindruck gemacht, dass einigen Profis Tränen in die Augen getreten seien."

(Einen sehr schönen Artikel zum CL-Finale in der ewigen Stadt gibt es in der ebenfalls in der FAZ von Roland Zorn - sicher der Sportjournalist mit einem der tollsten Namen. Wie es Catherine Zeta-Bohlen in der Triumph-Nacht erging? Nun ja, sie soll sich jedem, der sich auch nur im Geringsten als Barca-Fan zu erkennen gab, an den Hals geschmissen haben und wird hoffentlich demnächst in einem "Südligenbericht" darüber berichten ...)

Freitag, 22. Mai 2009

Neulich in Barcelona

Engländer: Ich komme im Auftrag des Scheichs Dingsdabums und des Geistes von Ian Curtis.
Messi: So, so.
Engländer: Aber klar! Ich pack' deinem Presidente 150 1-Million-Euro-Scheine aufm Tisch und dann kannste endlich für Manchester City spielen.
Messi: Nö. Keine Lust.
Engländer: Na, hör' mal. Wir zahlen dir auch zehn Millionen im Jahr.
Messi: Nu übertreib' ma' nich.
Engländer: Nee, im Ernst. Zehn Millionen. Netto!!!
Messi: Ey, netto is doch voll Neunziger, hihi.
Engländer: Woher haste denn den Scheiß? - Nu komm, gib dir 'nen Ruck.
Messi: Nee, is mir zu blöd. Geh ma' jetzt bitte.
Engländer: Mist.

Dienstag, 19. Mai 2009

Il Speciale

"Juve, Milan und Roma ohne Titel. Schöne Ferien wünscht José Mourinho!"

T-Shirts mit diesem schönen Spruch darauf trugen die Inter-Spieler am Sonnabendabend, als es auf dem Trainingsgelände Appiano Gentile zu einer spontanen Meisterfeier kam (siehe letzten Eintrag unten).
Auch wenn Inter unter Roberto Mancini ähnlich erfolgreich war und mit José Mourinho bisher keine große spielerische Weiterentwicklung erfuhr: the Special One hinterlässt auf jeden Fall Spuren im kulturell-künstlerischen Bereich, wie hier zu sehen:



Sonntag, 17. Mai 2009

Inter-lona

Getreu nach Schelsky (nicht der Verein, der Soziologe!): "Die Arbeit tun die anderen". Barca und Inter werden durch Villarreal (3:2 gegen Real) und Udine (2:1 gegen Milan) zu hoch verdienten und sehr sympathischen Meistern gemacht. Und bei Real und Milan werden nun die Gelddruckmaschinen angeworfen. (Da es weder Peseten und noch Lira, sondern nur noch den Euro gibt, brauchen die ja eigentlich nur noch eine, die sie sich dann gegenseitig borgen.)

Freitag, 15. Mai 2009

Lazio-lona

Es soll ja Leute geben, die sich die frischesten News des südlichen Fußballs auf obskuren Seiten wie dieser besorgen - was ich nicht empfehlen kann.

Das hier stimmt auf jeden Fall:
Den italienischen Pokal holt sich Lazio Rom gegen Sampdoria, 6:5 nach Elfer-Schießen (1:1 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung). Glückwunsch! (Uiuiui, wurde da etwa gerade Lazio Rom gratuliert? - Ja, und das auch auf die Gefahr hin, dass mich jetzt alle netten Menschen hassen. Was sie erst recht tun werden, wenn sie erfahren, dass ich zu Hause in meinem riesigen Kleiderschrank einen FC Millwall-Pulli zu hängen habe ... Muss ja auch ab und zu mal sein: in den Keller zu den Schmuddelkindern steigen und so tun, als wär' man fair.)
Den spanischen Pokal für Barca, nach 4:1 gegen Athletic Bilbao, also großes Separatisten-Gebolze in Valencia unter den Augen des Königspaares? Mitnichten. Bilbao mit schneller 1:0-Führung, die Yaya Touré noch in der ersten Hälfte egalisieren konnte. Danach dann der "granatblaue Tsunami" (Marca), der in der zweiten Hälfte innerhalb von zehn Minuten die Sache klarmachte. Bis auf den Gegenstand, der Dani Alves an den Kopf geworfen wurde, war es auf den Rängen friedlich und die gegenerischen Vereine zollten sich eine Menge Respekt. Respektloser ging's dann in Barcelona selbst zur Sache.
Schon noch länger steht fest ... Portugiesischer Meischter: FC Porto.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Der Südligenbericht vor Ort

Seid mit dabei, wenn Catherine Zeta-Bohlen im Nou Camp aufs Spielfeld kuckt!
Block 536, Reihe 31, Sitz 19, von dort am Sonntag ab 21Uhr berichtet, wie die Pille über das satte Grün des Rasens zwischen den Spielern Barcas und des CF Villarreal hin und her gedroschen wird. Wie das geht? Wegen Zwitschern, auch Twitter genannt. Über diesen sympathischen Dienst, den ihr hier am rechten Rand (ui, ui!) verfolgen könnt, oder hier. Falls Real am Sonnabend bei Valencia nur ein Unentschieden rausholt, ist sogar der vorzeitige Titelgewinn drin. (Daneben wird so auch diversen anderen Fragen nachgegangen: Sollte man in seiner Freizeit nicht lieber Sylt besuchen als Barcelona? Lässt sich Messi tatsächlich beim Playe-Spielen die Haare schneiden? Wird Catherine Zeta-Bohlen von grenzdebilen Chelsea-Fans lebensgefährlich verletzt werden? ... Folgt ihr!)

PS: Der Süden hat uns wieder! Neben ManU ist durch Barca auch der Südligenbericht beim Kampf um Rom vertreten. Iniesta, mach's noch einmal!

Sonntag, 3. Mai 2009

HiguainHenryPuyolMessiRamosHenryMessiPiqué

2:6!!!!!!! 

(Oder: 6:2. Wie man's auch dreht und wendet - die Schweinegrippe ist in Europa nicht angekommen. Puh. Glück gehabt.)

Donnerstag, 30. April 2009

Nimm den Schwaben mit!

Huch! Wasch macht der Jogi Löw unter meiner Dusche?



Klaro! Sich säubern für den Clasico am Sonnabend. Dass da keiner rieche wie ein weißes Ferkel!

Freitag, 24. April 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Days of Entscheidung

Dass man die Krise durchaus persönlich nehmen sollte, dieser Standpunkt wurde hier in den letzten Wochen sehr ernsthaft vertreten: Es war nämlich äußerste Ruhe im Karton. Postings? Fehlanzeige! Dabei wurde aber durchaus über Fußball nachgedacht und auch publiziert. Allerdings: mit der guten alten analogen Methode – Stift und Zettel, und ab die Post. Strom sparen war die Devise. Das Zusammengeschriebene zeigte ich dann Fußball interessierten Menschen auf der Straße meines Vertrauens. Dabei geriet ich in manchen Streit über die Frage, ob die Krise nun mittlerweile so schlimm sei, dass man sie eigentlich mit „ie“, also Kriese, schreiben müsse. Nun ja.

Als äußerst krisenfest beweist sich der FC Barcelona, der konstant so bezaubernden Fußball spielt wie anno 2005/06, wobei sich neben den üblichen Verdächtigen (Xavi, Alves, Messi, Eto’o) besonders Andrés Iniesta auszeichnet: ein schmaler, blasser Edelmann (bösen Zungen benutzen auch gern den Begriff „Maschinenbaustudent“) mit unglaublichen Auge und Ballgefühl.
Ebenso unbeeindruckt vom Finanzmarkt-Armageddon zeigt sich Real Madrid. Denn bei denen wird mal wieder freudig über die anstehenden bzw. vermeintlichen Transfers laut nachgedacht – mittlerweile schon eine gute alte Tradition in der spanischen Kapitale. Ribery für 38 Mio, Kakà schon einen Vorvertrag und Cristiano Ronaldo steht ja angeblich eh schon fest. Nur leider wissen deren derzeitige Arbeitgeber noch gar nichts von dem, was Real schon wissen will. Falls man mal später einen Schuldigen für eine mögliche (bald kommende) Inflation sucht, darf man getrost mit den Finger auf die weißen Schweinchen zeigen.

Über England wollen wir hier mal nicht reden, denen glaub ich eh nix mehr. Allerdings haben die mit ausländischen Trainern und Spielern bisher noch immer für Angst und Schrecken im Süden gesorgt.

Bleibt noch der Blick nach Italien, dort, wo man noch immer fest an die Stärken des eigenen Fußballs glaubt, trotz der Kompletteliminierung in den europäischen Pokalwettbewerben. Jedoch, da ist einer, der sich aufschwingt, den Finger in die Wunde zu legen: José „the special one“ Mourinho. Er beschwerte sich zuletzt darüber, dass auf Grund des Erfolgsdrucks bei den Clubs keine nachhaltige Entwicklung der Kader und der Spielkultur möglich wäre. Alles nur aufs Ergebnis ausgerichtet. Zudem holte Mourinho mal wieder zu einem Rundumschlag gegen die Schiris aus. Kein Wunder, denn Inter schied im Pokalhalbfinale gegen Sampdoria aus (die das Finale nun gegen Lazio bestreiten, die wiederum Juve ausschalteten). Und wegen dieser ganzen verbalen Eskapaden hasst man Mourinho mal wieder. Aber das war ja in England auch der Fall. Und dann, als er ging, waren doch alle traurig. (Was aber auch daran liegen könnte, dass ein Großteil der Menschen in der westlichen Welt traurig zu sein scheint. Jedoch: Nix Genaues weiß man nicht.)

Donnerstag, 26. März 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“

Im einzigen Teil einer deutschen Zeitung – den man noch lesen kann, ohne die Fassung, den Glauben an den Menschen und alle Hoffnung zu verlieren – der Mittwochsbeilage „Natur und Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gab’s diese Woche einen Artikel über das Grübeln zu lesen. Der Psychologe Thomas Ehring von der Universität Amsterdam: „Es gibt aber einen dysfunktionalen Grübelprozess, der aufgrund seiner Abstraktheit das Problem weder löst noch eine emotionale Verarbeitung erreicht.“ (Man beachte das Wort „Grübelprozess“, phantastisch! Sicher eins der schönsten deutschen Komposita.) Und weiter: „Das Grübeln spielt eine entscheidende Rolle beim Einstieg in die Depression, bei ihrer Aufrechterhaltung und beim Rückfall.“
Von dieser beunruhigenden Erkenntnis ist es nur ein kleiner Schritt zu einer anderen: Uns stehen in Europa (dem glüblerisch-depressiven Kontinent par excellence), ja der ganzen Welt, anderthalb Wochen WM-Quali-Langeweile bevor. Und da geht das Grübeln erst richtig los: „Wie schön wäre es ohne diesen ganzen Krampf?“ „Was wäre, wenn es die Ligen und die europäischen Wettbewerbe auch in diesen anderthalb Wochen gebe?“ „Was wäre, wenn es die anvisierte europäische Superliga schon gebe?“ „Was wäre, wenn ...?“

Ja ... was wäre, wenn? Und was hat es eigentlich mit den Nationalstaaten auf sich? Sicher, man kann diese befürworten, die waren ja angeblich der Hort der Bürgerrechte und der neuzeitlichen Demokratie. Aber was ist eigentlich mit den Nationalmannschaften? Da kann man lange drüber grübeln, straight to Depression.
Und da sind wir auch schon bei der etwas konkreteren Frage, ob Nationalmannschaften in einem zusammenwachsenden Europa, innerhalb der sogenannten Europäischen Union also, nicht verboten gehören. Die Europäischen Kommission hat auf jeden Fall die Macht, das einfach so, über unsere Köpfe hinweg, zu entscheiden. (Am selben Tag, diesen Mittwoch, schrieb der Schweizer Autor Thomas Hürlimann in der FAZ – huch, schon wieder diese Zeitung! Ja, ich krieg’ Geld von denen; aber nicht viel – über die Brüsseler Politbürokratie, dass diese sich mehr und mehr dem sowjetischen Vorbild angleiche.)
Über solche Dinge nachzudenken, wird man also von der nervigen WM-Quali gezwungen. Und damit zum Grübeln. Und damit zum Unglücklichsein. Beweis durch Selbstversuch. Denn das muss man doch sagen: Mensch, die Wissenschaft ist schon echt verdammt schlau. Da grübelt man, und grübelt, und schon ist man ... ganz traurig.

Übrigens wird es wohl mit der europäischen Superliga (Zusammenfassung von Champions League und Uefa-Pokal) erst mal nix, laut Karl-Heinz Rumenigge. War scheinbar nur so eine Vision einiger Uefa- und Vereinsbonzen. Die seh’ ich dann nachher beim Neurologen unseres Vertrauens.

Montag, 23. März 2009

Alles umsonst? - Das war gestern.



Wie ich eben grad von der Uefa erfahren habe, gibt's diese Saison den Champions-League-Titel bereits für ein 6:0 über Malaga. Verstehe einer diese Fußballbonzen ... Aber mir gefällt's.

Mittwoch, 11. März 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Südliche und allgemeine Adnoten

Muss auch mal sein – Lob des Status quo: Und der zeigt in Schpanien und Italien Barca bzw. Inter recht solide an der Tabellenspitze, mit sechs und mit sieben Punkten Vorsprung auf den Zweiten, hier Real MadRIP, dort Juventus Turin. Dabei hatten die Status-quo-Umstürzler, und das sind wohl alle Umstürzler irgendwie, in den letzten Wochen gar Morgenluft gewittert – Inter konnte nur dank des Schiris eine Heimpleite gegen die Roma verhindern, und Barca verlor erst das Derby gegen Espanyol und dann auch noch bei Atletico Madrid furios mit 3:4.
Doch manchmal kommt die aus den Fugen geratene Welt auch wieder in Ordnung, auch wenn das durchaus Ansichtssache sein mag (Pluralismus, ick hör’ dir trapsen!). So gewann Barca das vorgezogene Pokal-Endspiel gegen Athletic Bilbao mit 2:0. (Meta-Adnote: mit Barca und Bilbao standen sich die beiden Rekordpokalsieger Spaniens gegenüber – auch wenn man mit dem spanischen Staat so seine Probleme hat, den Pokal dieser förderalen Nation nimmt doch immer gerne mit.)
Zuvor hatte Christian Eichler in seiner „Eurogoals“-Kolumne auf faz.net noch geunkt, dass die Barca-Abwehr nur Mittelmaß sei, und dabei vergaß er scheinbar völlig, dass diese noch einer der besten Europas während der Hinrunde gewesen war. Ja, so schnelllebig und vergesslich macht der News-Druck der Presse das Hirn. Und darum werde ich die Sache im Auge behalten, quasi: Eichler-Watch.
Und Inter bewies am letzten Wochenende Souveränität und gewann beim starken CFC Genua. Wer also auf Unsicherheit und auf ungewisse Enden steht, hält sich wohl derzeit eher an den Ligen in Deutschland aka. ’schland, Frankreich oder Portugal schadlos.

Auch in der DDR gab’s einen Süden: Auch wenn man wegen Uwe Tellkamp und seines „Turm“-Romans mittlerweile nichts mehr gegen Dresden sagen darf, ohne in deutschen Feuilletonstuben auf der Stelle aufgeknüpft zu werden, erfreute es einen doch wieder sehr, am Sonntag im Berliner Jahn-Sportpark beim Spiel Union-Dynamo Dresden dem alten Berlin-Sachsen-Hass zu frönen. Es wurden die Klassiker, oder solche, die es sein wollen, auf den Rängen zum besten gegeben: „Ihr seid Sachsen, asoziale Sachsen ...“, „Union, die Fußballhure“, „Zack, Zack, Zack, Sachsenpack“ etc. pp.
Dynamo spielte ordentlich (hatte aber nicht annähernd die Qualität der Choreos der mitgebrachten Fans), Union besser und gewann verdient mit 2:1. Und ich war die größte Zeit des Spiels auf der verzweifelten Suche nach Glühwein, ohne Erfolg. Angeblich hatte ich die erzwungene Abstinenz im Stadion den sogenannten Sicherheitsvorkehrungen zu verdanken. Denn es gibt nun schon eine ganze Weile eine Art Privatfehde zwischen den Dynamos und der Berliner Polizei (Polizeipräsident Glietsch hatte beim letztjährigen Union-Dresden-Spiel gar versucht, den Verkauf von Gästekarten ganz zu verhindern). Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die ehemaligen Polizeisportvereine (Dynamo Dresden, BFC) des realexistierenden Sozialismus auf deutschem Boden mittlerweile und immer wieder die größten Probleme mit der Polizei haben. Ironie? Ja! Ach so: Ha, ha, ha! – Ja, höret diese Worte: Die Ersten werden die Letzten sein. – Vielleicht ist Polizeipräsident Glietsch aber auch nur ein verdammter Spielverderber.

Was steht hinter einer möglichen EU-Erweiterung? – Was die Türkei betrifft, scheint der Fall klar zu sein: Europas Fußball und seine Gepflogenheiten sollen vor Langeweile bewahrt werden. Jörg Berger weiß da einiges zu berichten: Clubbosse mit Knarren, das Schlachten eines Rinds im Mittelkreis durch den neuen Trainer als erste Amtshandlung. Da stinken Beckham und seine Unterwäscheprobleme aber gewaltig gegen ab, Fräulein Old Europe!

Donnerstag, 26. Februar 2009

Presseschau: Nur das Wichtigste

Ja, manchmal sitzen wir versonnen in unseren Schaukelstühlen auf der Veranda und erinnern uns ... als das "11 Freunde"-Mag zum ersten Mal erschien bzw. auf sich aufmerksam machte. Ja, da sprangen die Leute aufgeregt in den WGs und in den Seminarräumen Bielefelds und Heidelbergs und auch Tübingens herum und tuschelten dann: Eine Fußballpublikation fernab vom good old "kicker" und der "BRAVO Sport" und den ganzen Ultra- und Hooligan-Fanzines, mit Tiefgang und abgeschlossenem Hochschulstudium und so ... Und man fragte sich: Kann das gut gehen?
Und so mancher fragt sich das heute noch.
Allerdings: Gerade heute und an dieser Stelle muss gesagt werden: Das kann gut gehen, besonders bei diesen Perlen der Information (in der aktuellen Ausgabe - Print natürlich!). - Da wird Frank Rijkaard, unser aller ehemaliger Lieblingstrainer und Lieblings-Pressekonferenzgeber, gefragt, was er den nach dem Gewinn der Champions League für Musik zu hören empfiehlt. "Morrissey oder The Smiths."
Fein. (Auch wenn wir im Hintergrund deutlich José Mourinho unken hören können, er empfehle ausdrücklich Slayer.)

Freitag, 20. Februar 2009

Aus der Mitte und von den Rändern

Tu dir bitte keine Sorgen machen um den Fußball!

Nachdem der starke Staat endlich wieder kräftig in den von Liberalen verweichlichten Markt eingreift, geht's nun auch noch den reisefreudigen Fußballfans an die Freheit: "Vorübergehendes Aus für Fan-Reisen zum niederländischen Klassiker: Nach heftigen Krawallen dürfen sich die Erzrivalen Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam künftig nicht mehr von ihren Anhängern zu Spielen gegeneinander begleiten lassen. Das Fan-Verbot beschlossen die Bürgermeister beider Städte gemeinsam mit dem Königlich Niederländischen Fußball-Verband bei einer Krisensitzung. Es soll fünf Jahre gelten, allerdings nach zwei Jahren überprüft werden. Den Beschluss hatten Amsterdams Bürgermeister Job Cohen und sein Rotterdamer Kollege Ahmed Aboutaleb vor der jüngsten Begegnung der beiden Klubs der niederländischen Ehrendivision am letzten Sonntag in Amsterdam bereits angedroht." (FAZ online) Darum noch mal kurz den Geruch der Freiheit schnuppern:



Natürlich ist es höchst fraglich, ob man die scheinbar ewig wiederkehrenden Ausschreitungen am Rande dieses Klassikers unterbinden können wird. Noch weniger sicher die üblen Beschimpfungen des Rivalen ("Juden ins Gas" usw.), auch wenn die holländischen Schiedsrichter ja mittlerweile die Möglichkeit haben, ein Spiel abzubrechen, sollte es zu menschenverachtenden Sprüchen von den Rängen kommen.
Prügel, Bengalos, verbale Entgleisungen - smells like Tradition!? Doch die will scheinbar nicht so richtig verteidigt werden, selbst im guten alten FAZ-Feuilleton nicht mehr, denn für die ist Hoffenheim the new loud, ein "Labor der Fußballkultur" nämlich.
Besondere Freude bereitet der FAZ, bzw. dem Autor Jochen Hieber, dass es einen "Akademiker-Fanclub" der TSG 1899 Hoffenheim gibt (Klassengesellschaft, ick hör dir trapsen ...). Warum das so wichtig ist, wird nicht ganz klar - immerhin kann man selbst beim BFC durchaus auf Akademiker treffen, gelegentlich von denen sogar mal eine aufs Maul kriegen, wenn's blöd läuft.
Für mich war die größte Leistung Dietmar Hopps bisher, dass er den Ex-Hockeytrainerhelden Bernhard Peters als sportlichen Koordinator installiert hat. Nun scheint er auch noch den Sport in die "Mitte der Gesellschaft" (Jochen Hieber) zu holen, bzw. dort zu installieren. Haben wir davon nicht irgendwie alle ein wenig geträumt?

Dienstag, 17. Februar 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Das Derby und schon wieder das Darwin

Alle, oder zumindest viele, Augen waren am Sonntagabend auf die Stadt gerichtet, die einer Minestrone, die durch viel grünes Gemüse eine entsprechende Farbe hat, ihren Namen gab: Milano. Name der Suppe: Minestrone Milanese, klaro. Name des Spiels, Inter gegen AC (und das zum 270. Mal): „Derby della Madonnina“. Schön. (Kann man sich ungefähr so wie das auch schon sehr alte Derby „Darwin gegen Gott“ vorstellen, auch wenn das hier ein bisschen verkürzt rüberkommen mag.) Was gibt’s dazu zu sagen? 1. Beckham wurde in der 57. Minute für Pippo Inzaghi ausgewechselt. 2. Das 1:0 für die Nerazzurri durch Adriano war irregulär, denn der brasilianische Sturmtank, der trotz der ganzen Disko- und Alk-Eskapaden ziemlich flott aufspielte, brachte den Ball mit dem Arm im Milan-Tor unter. Aber der hat ja so mächtige Arme, da kann man gar nicht immer genau erkennen, ob die nicht vielleicht zu seinem mächtigen Oberkörper dazugehören (was auch vom Alk herrühren könnte, doch wir wollen nicht unken, Depressionen sollen ja der Grund seiner ganzen Verfehlungen gewesen sein, Prost). 3. Inter gewann die Chose knapp mit 2:1 (Stankovic schaffte es nach vergebenen 1000prozentigen Chancen doch noch, den Ball im Tor unterzubringen, und Pato sorgte nach einem Ronaldinho-Zauberpass, der an alte Barca-Zeiten erinnerte, für den Anschluss). Und da Juve nur ein Remis gegen Sampdoria zustande brachte, haben die Schwarzblauen nun neun Punkte Vorsprung auf den schwarz-weißen Rekordmeister und elf auf die rot-schwarzen Milanisti. Merke und beachte: Überall taucht irgendwo Schwarz auf.

Südligenbericht-Ehrenpreis für: di Vaio vom FC Bologna und Diego Milito vom CFC Genua, Nummer eins und zwei der Torschützenliste der Serie A. Bei di Vaio hätten so manche wohl gedacht, dass er überhaupt keine Tore mehr schießen würde nach seiner Tour durch Europa und der stetig absteigenden Form (außer bei irgendwelchen Charity-Spielen in der tiefsten Provinz bzw. in den trostlosesten Ghettos). Und Diego Milito ist immer noch nicht bei einem großen Verein gelandet, würde aber in jeder Liga der Welt locker seine 15 bis 20 Tore pro Saison machen, zuvor für Saragossa, nun wieder in Genua (außerdem sieht er auch noch gut aus, zumindest besser als sein Barca-Bruder).
Südligenbericht-Unehrenpreis: für Raúl, der mit seinem soundsovielten Treffer den ehemaligen Vereinskollegen di Stefano hinter sich ließ, gähn, und keine Achtung vor dem Alter.

Finanzen: ein 70-Millionen-Kredit der Banco Santander für Real, angeblich an einen Wechsel Cristiano Ronaldos geknüpft – da kann man mal sehen, wie hart die Finanzkrise manchen zusetzt. (Eigentlich bitter, wie wenig kreativ die Verantwortlichen bei Real sind, so à la: Hm, sportlich läuft’s auch nur mäßig ... und nun, hört mal, der Masterplan: Ronaldo, Messi oder Kakà holen, geil oder!? – Liebe Banco Santander, wohl noch nichts von der „Galacticos 2.0 verhindern!“-Kampagne gehört, oder wat!?)

Sonntag, 15. Februar 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Wenn das Darwin noch erleben dürfte, Mensch!

Nein, nein, Fußball is not coming home, Charles, sondern: Der Evolutionstheoretiker von heute horcht bei folgender Aussage von Pep Guardiola (Trainer FC Barcelona) über Lionel Messi auf: „Er ist der einzige Fußballer, der mit Ball schneller läuft als ohne.“ Eine Sache, die das französische Publikum am Mittwoch beim Länderspiel Frankreich-Argentinien bestaunen konnte und die in uns die merkwürdigsten Bilder hervorruft. Was hat das denn zu bedeuten? Ein Auto, das ohne Sprit schneller fährt als mit? Dumme, die mehr wissen als Kluge? Frauen, die einen tolleren Penis haben als Männer? Essen ohne Scheißen? Prügel ohne Schmerzen? – Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Wir feiern ja nicht nur den 200. Geburtstag Darwins, sondern auch den 20. Todestag des Verhaltensforschers und Graugänsepapis Konrad Lorenz, und der warnte ja immer vor der sogenannten Verhausschweinung des Menschen. Und diese wird, wie es scheint und hier durch Messi bestätigt wurde, immer mal wieder durch plötzliche Mutationen unterbrochen bzw. in vollkommen andere Bahnen gelenkt. Liebe Kreationisten, da müsst ihr euch warm anziehen, auch wenn Barca am Sonnabend bei Betis Sevilla nur 2:2 gespielt hat, mit Messi als Einwechselspieler.
Folgende Einwände sind jetzt sicher angebracht:
1. Warum muss es denn hier schon wieder um Messi gehen und nicht zum Beispiel um Simon Rolfes? Hm.
2. Ey, mal ’ne kurze Frage. Wären hier nicht eigentlich ein paar Links, Darwin, Lorenz, Rolfes usw., angebracht? Nee, nee, die Krise, Leute, den Gürtel enger schnallen, den Informationsfluss auch.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Zorn, Gnade und WSV

Nein, auch wenn es ein durchaus südliches Thema ist, hier soll es nicht um das ganze Gedöns wegen der Aufhebung der Exkommunizierung der Pius-Bruderschaft durch den Papst gehen. (Wie der kritische Leser weiß: Bei Sätzen, die mit „hier soll es nicht um ... gehen“, ist natürlich höchste Vorsicht geboten, weil es meist ja doch darum geht. – Schlimm, wie man immer mit der Nase in den Sumpf der eigenen Verlogenheit gedrückt wird.)
Nein, eigentlich geht es mal wieder darum, wie der Fußball einem paranoides Gehirn ziemlich zu schaffen machen kann. Nämlich: Da wurde Anfang der Woche Atletico Madrid-Trainer Aguirre nach acht Spielen in Folge ohne Sieg entlassen. Und klar, Aguirre, den kennen wir doch noch von unserem Lieblingsautorenfilmer Werner Herzog, „Aguirre, der Zorn Gottes“, mit Klaus Kinski auf der Hauptdarstellerbank. Und andererseits war es doch eine ziemliche Gnade für den Mexikaner Aguirre, dass er es überhaupt zweieinhalb Jahre auf der Trainerbank bei Atletico ausgehalten hat. Und wer die Zeichen zu deuten versteht, der wird sicher auch nicht vergessen haben, dass vor nicht langer Zeit Deutschlands Philosophie-Titan, Peter Sloterdijk, ein Buch mit dem Titel „Zorn und Zeit“ herausgebracht hat.
Aber zurück zu Atletico, das Dauer-Sorgenkind. Eigentlich hätte man gedacht, dass es nun nach dem Ende der Präsidentschaft Jésus Gil y Gils, übrigens mein Lieblings-Nepotist im Fußball, etwas ruhiger und geradliniger im Verein zugehen möge. Immerhin haben die Rot-Weiß-Blauen doch einen recht flotten Kader (Kun Aguero, Forlan, Maxi Rodriguez, Maniche, Ujfalusi, Simao) und starteten auch gut in die Saison, der Knackpunkt war vermutlich das 1:6 bei Barca. Bis zum Saisonende wird vorerst Abel Resino den Cheftrainerposten übernehmen. Der gute Mann war bis vor Kurzem noch Trainer des Zweitligisten CD Castellon und 1986-95 Torhüter bei Atletico. Seine 1275 Minuten ohne Gegentor sind noch immer Rekord in der Primera Division, und, auch wenn es die Spanier vielleicht nicht so interessiert, Torhüter der Nationalmannschaft war er auch eine Zeit lang.
Die weißen Schweine, Atleticos Stadtrivalen von Real, waren kurz vor Ultimo noch mal auf dem Transfermarkt aktiv, Julien Faubert von West Ham darf sich im Mittelfeld für Real die Füße schmutzig und die Seele unrein machen lassen. Zur Vorstellung des neuen Spielers kamen immerhin 53 Leute (vielleicht waren es auch nur 52). Allerdings ist Faubert nur als Leihgabe für die Madrilenen tätig. Und man wird den Verdacht nicht los, dass da einfach nur auf Grund des Champions-League-Achtelfinales gegen Liverpool mit einem Inselerfahrenen aufgerüstet wurde. Und mal ehrlich: Wer das FA-Cup-Spiel Liverpools gegen Everton gesehen hat, der dürfte einen möglichen Sieg Reals nicht mehr nur als völlig wahnsinnige Utopie abtun. Leider.
Ansonsten hielt sich der Süden jedoch mit Wintertransfers zurück, Diarra und Huntelaar kamen ja schon Ende letzten Jahres für Unsummen zu Real. Hektisch ging es nur ein wenig in England zu. Und, Obacht, in Deutschland! Was da um den 31. Januar noch alles durch den News-Ticker in Sachen Wechsel und Neuverpflichtungen lief, ließ den Verdacht aufkommen, dass die Tugend des Winterschlussverkaufs in good old Germoney unausrottbar ist. Da wurde an den Wühltischen der Spielerberater ordentlich zugelangt.

In memoriam Jésus Gil y Gil (1933-2004): Die zehn Jahre währende Amtszeit als Bürgermeister von Marbella brachten dem netten dicken Herrn nicht nur eine Menge Geld ein, sondern auch eine Woche U-Haft. Von der sauer verdienten Kohle kaufte er sich beispielsweise einen ausrangierten Flugzeugträger. Seine sterblichen Überreste wurden mit einer Atletico-Fahne umwickelt und bestattet. „We’ll meet again. Some sunny day.“ (Johnny Cash, Original: Parker/Charles)

Freitag, 30. Januar 2009

Sternstunden der Menschheit: Freude

Nachdem ich es mir beim operabuffa-blog (siehe Liste) immer und immer wieder angesehen hab, hier noch mal für alle, die es irgendwie nicht mitgekriegt haben sollten.
Kakà bleibt bei Milan, ManCity kann sich die 120 Mio in die Haare schmieren und Freundchen und Cavaliere Berlusconi ruft in einer flotten Fußball-TV-Show an und gibt alles bekannt.



Wie der Typ mit dem kleinen Schnauzbart abgeht ... Groß!

Dienstag, 27. Januar 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Trotz gegenteiliger Meldungen und Meinungen: Fußball ist Frieden.
Und Fußball sollte Teil einer großen Umerziehung sein, der garstigen Deutschen zum Beispiel, die zwar mittlerweile höchst friedfertig geworden sind, dabei aber dem Sog der Vergangenheit anheim fallen. Man kämpft sich (was für ein Bild!) durch Tellkamps „Turm“ (nicht zu verwechseln mit dem von Hoffmannsthal, ihr Banausen), erträgt den „Baader-Meinhof-Komplex“ und fiebert bei der „Operation Walküre“ mit. Und man weiß von Gottfried Benn, dass Geschichte vor allem „Mord und Totschlag“ ist (für die Lustigen unter uns: Tod und Mordschlag), und manchmal auch noch ordentlich viel Dilettantismus. Und die ganze Unterhaltungsmaschinerie, die ja durchaus eine feine Sache sein kann, verwirrt die Sache zusätzlich. Zum Beispiel las ich kürzlich in meinem Tagebuch noch einmal die letzten Einträge durch, und siehe da: „Liebes Tagebuch, war gestern Abend in ‚Operation Walküre‘. Schade, dass Tom Cruise es nicht geschafft hat, den Führer wegzubomben ... Ich hörte davon, dass bei Real Madrid Florentino Perez wieder Präsident werden will und Zidane als Sportdirektor zu installieren gedenkt. Ich habe Angst. Wir leben in dunklen Zeiten. Nanu, bin ich jetzt Relationist, gar Relativist, weil ich diese Sachen so nah bei einander aufgeschrieben habe?“ Nein, beim Fußball herrscht weniger Verwirrung. Hier ist so gut wie alles Gegenwart. Gutes Story-telling. Ein buntes Kaleidoskop von Menschen, Geldern, Regeln, Emotionen, Absurditäten. – Paolo Maldinis ältester Sohn kann endlich aufhören zu weinen, denn Kakà bleibt. Die 120 Millionen, welche die Jungs aus dem Süden, genannt: die Scheichs, für einen Wechsel zu ManCity lockermachen wollten, konnten die treue Seele des Brasilianers („kicker“-Note letzter Spieltag gegen Bologna: 1) nicht brechen. Treueschwüre auch von Messi („kicker“-Note letzter Spieltag gegen Numancia: 1), denn die Gerüchteküche um Florentino Perez brodelte Folgendes hervor: neben Cristiano Ronaldo und Kakà könnte man noch Coup-mäßig Messi von Barca loseisen, à la Figo, damals, 2000 war’s. Ein bisschen billiger als die drei genannten könnte David Beckham werden (also: Messi+Ronaldo+Kakà = 420 Mio., Beckham = irgendwas unter 420 Mio.), falls es tatsächlich zu einem längerfristigen Engagement bei Milan kommen sollte. Becks erhielt für das Spiel gegen Bologna am Sonntag vom „kicker“ übrigens die Note 2. Der beste Fußballer der Welt erzielte sogar sein erstes Milan-Tor. Milan-Trainer Ancelotti: „Er ist ein immens nützlicher Spieler mit ungemeiner Spielintelligenz.“ Inters Trainer Mourinho wird wegen verbaler und sein Spieler Adriano wegen körperlicher Attacken gesperrt. „Kleines und Großes geschieht, ein Zahn fällt aus einem Munde, ein Mann aus den Reihen heraus, ein Sperling auf die Erde herunter,“ so Knut Hamsun am Ende seiner „Stadt Segelfoß“-Trilogie. Und das alles ohne Führer, Andreas Baader, Oberst Stauffenberg, Nazis und Kommis, Tätern und Opfern.
Und kein Wunder, dass Deutschland im Uefa-Ranking auf Platz fünf rumdümpelt.
Und schlimm, wenn man nichts mehr zu sagen hat.
Und dann, dann fällt mir plötzlich doch noch was ein, das Zeitgeschichtliches sein könnte, ein leiser Zwischenton jedoch, mit Tätern und Opfern und so. Während des WM-Endspiels 2006 zwischen Italien und Frankreich meinte ein befreundeter Franzose nach Zidanes Kopfstoß gegen Materazzi in Richtung des französischen Spielmachers: „Zizou, dass du nach Hause kommst!“ Der Hauch der Historie. Ich hab’s verstanden. Fühlt sich toll an. Titanisch.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

2009

Dies vorab: Falls jemand doch nicht die „Brot statt Böller“-Maxime in die Tat umgesetzt haben sollte, so hat er/sie die Dinge doch hoffentlich für kommende fußballerische Groß- und Kleinereignisse und für diverse Stadionbesuche aufgehoben (natürlich nicht die ganz großen, logo!, viel zu gefährlich).

Ansonsten fing ja das Jahr recht korrekt an, u.a. mit flotten Barca-Siegen. Und auch nicht so schönes gab es: z.B. Real-Siege. Man sehnt sich förmlich Bernd the blonde angel Schuster zurück. Dessen deutschen Fatalismus hat der Neue, Juande Ramos, natürlich nicht zu bieten. Jedoch könnte er durchaus eines Tages mit der Truppe erfolgreich sein, leider und schnüff.
Doch es gibt noch Unschöneres im neuen Jahr, und es hat auch mit Real Madrid zu tun (haben das eigentlich alle unschönen Sachen?): sie machen dort in ihrer Hauptstadt was ganz doll Schönes kaputt, nämlich die good old Demokratie, treten sie mit Füßen usw. – Bei der Generalversammlung des Vereins am 7. Dezember des vorigen Jahres, bei der es um nicht unerhebliche Finanzentscheidungen ging, soll Präsident Calderon eine Gruppe von Leuten eingeschleust haben, die dann bei der Abstimmung teilnahmen (jep, richtig geraten: zu seinen Gunsten), die jedoch gar nicht zu den Delegierten gehörten und zum Teil noch nicht einmal Mitglieder bei Real sind (was irgendwie schon wieder putzig ist – man stelle sich vor, Calderon irrt in der Madrider Innenstadt umher und versucht irgendwelche Leute anzuhauen, ob sie nicht mal eben für ihn bei so einer Sache für ihn abstimmten könnten ...). Man hatte ja bereits davon munkeln gehört. Allerdings ging es vor ein paar Wochen noch darum, dass Calderon mit ein paar Jungs von den Ultras Sur (böse Fans) bei der Abstimmung auftauchte, wahrscheinlich um noch ein wenig die Werbetrommel für sein ruinöses Finanzgebaren zu rühren und nebenbei ein wenig Entscheidungshilfe zu geben. Die Abstimmung verlief dann auch zu seinen Gunsten. Und: Erfolg gibt einem recht. Nun soll eine Untersuchungskommission die Sache aufklären. Gähn.
Aber vielleicht ließ man da in Madrid nur den Worten Taten folgen, man bedenke das ganze „Postdemokratie“-Gerede der letzten Zeit (gut, in Deutschland ist das noch nicht richtig angekommen, hier gilt solch ein Begriff wohl schon als obszön, also lieber nicht drüber nachdenken und sprechen). Also einige – und das sind nicht irgendwelchen durchgeknallten, faschistischen Fanatiker – meinen, dass sich unsere politische Kultur, ja unser politisches System zu ändern habe, sich ändern werden müsse, auf Grund neuer Gegebenheiten innerhalb und außerhalb der demokratischen Nationen. Und natürlich, wie immer: Real kann einfach nicht anders und ist mal wieder voll und ganz Avantgarde. Impavidum ferient riunae. (Horaz – Den Furchtlosen werden noch die Ruinen tragen.)

Und ab ins nächste Land mit Problemchen im politischen System (das hier aber keiner überheblich wird, verstanden!?): Italia. Müsste eigentlich hier schon wieder was über Becks schreiben. Will ich aber nicht. Find’s nur bewundernswert von seinen Kollegen – was hat Milan doch für eine starke Truppe –, dass sie ihn von nun an 89 Minuten mit über den Platz schleppen müssen. So lange dauerte nämlich sein Einsatz beim AS Rom, 2:2, beide Milan-Tore vom 19-jährigen Pato (sic!). Becks hat schön gejubelt, fand ich. Juve nun mit vier Punkten an Inter dran ... nun, wir wollen nicht alles dramatisieren.

Weltfußballer 2008: Cristiano Ronaldo ... aber das war doch letztes Jahr! Hehe.
Weltfußballer of the aktuelle year bzw. gerade: Lionel „la pulga“ Messi. (Mit und ohne Ball übrigens, wie Aletico-Trainer Aguirre feststellte.)

Donnerstag, 8. Januar 2009

Der beste Fußballer der Welt!

Am 06.01., dem Tag der Heiligen Drei Könige, ereigneten sich in dem Land der stärksten Liga der Welt zwei Dinge, die nachhaltig in Erinnerung bleiben werden. Zum einen hat ein 21-jähriger Argentinier abermals ein Kunststück vollführt, welches ihm eigentlich und verdientermaßen in den nächsten Tagen den Titel "bester Fußballer der Welt" einbringen müsste. Zum anderen hat Lionel Andrés Messi bei seiner Auswechslung, zehn Minuten vor Schluss der Pokalpartie zwischen Atlético Madrid und seinem FC Barcelona (1-3), "ein unerklärliches Gefühl" gespürt: Die Zuschauer im Stadion des Gegners erhoben sich ehrfurchtsvoll von ihren Sitzen, um ihm, dem Gegner ihren Respekt zu erweisen.
Es fällt allerdings schwer, seinen Lauf über den halben Platz, mit anschließendem Schuss an die Querlatte und dem darauffolgenden Tanz auf minimalem Raum an Torhüter Coupet (einer der besten der Welt) vorbei, nicht berauschend zu finden.