Freitag, 30. Januar 2009

Sternstunden der Menschheit: Freude

Nachdem ich es mir beim operabuffa-blog (siehe Liste) immer und immer wieder angesehen hab, hier noch mal für alle, die es irgendwie nicht mitgekriegt haben sollten.
Kakà bleibt bei Milan, ManCity kann sich die 120 Mio in die Haare schmieren und Freundchen und Cavaliere Berlusconi ruft in einer flotten Fußball-TV-Show an und gibt alles bekannt.



Wie der Typ mit dem kleinen Schnauzbart abgeht ... Groß!

Dienstag, 27. Januar 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Trotz gegenteiliger Meldungen und Meinungen: Fußball ist Frieden.
Und Fußball sollte Teil einer großen Umerziehung sein, der garstigen Deutschen zum Beispiel, die zwar mittlerweile höchst friedfertig geworden sind, dabei aber dem Sog der Vergangenheit anheim fallen. Man kämpft sich (was für ein Bild!) durch Tellkamps „Turm“ (nicht zu verwechseln mit dem von Hoffmannsthal, ihr Banausen), erträgt den „Baader-Meinhof-Komplex“ und fiebert bei der „Operation Walküre“ mit. Und man weiß von Gottfried Benn, dass Geschichte vor allem „Mord und Totschlag“ ist (für die Lustigen unter uns: Tod und Mordschlag), und manchmal auch noch ordentlich viel Dilettantismus. Und die ganze Unterhaltungsmaschinerie, die ja durchaus eine feine Sache sein kann, verwirrt die Sache zusätzlich. Zum Beispiel las ich kürzlich in meinem Tagebuch noch einmal die letzten Einträge durch, und siehe da: „Liebes Tagebuch, war gestern Abend in ‚Operation Walküre‘. Schade, dass Tom Cruise es nicht geschafft hat, den Führer wegzubomben ... Ich hörte davon, dass bei Real Madrid Florentino Perez wieder Präsident werden will und Zidane als Sportdirektor zu installieren gedenkt. Ich habe Angst. Wir leben in dunklen Zeiten. Nanu, bin ich jetzt Relationist, gar Relativist, weil ich diese Sachen so nah bei einander aufgeschrieben habe?“ Nein, beim Fußball herrscht weniger Verwirrung. Hier ist so gut wie alles Gegenwart. Gutes Story-telling. Ein buntes Kaleidoskop von Menschen, Geldern, Regeln, Emotionen, Absurditäten. – Paolo Maldinis ältester Sohn kann endlich aufhören zu weinen, denn Kakà bleibt. Die 120 Millionen, welche die Jungs aus dem Süden, genannt: die Scheichs, für einen Wechsel zu ManCity lockermachen wollten, konnten die treue Seele des Brasilianers („kicker“-Note letzter Spieltag gegen Bologna: 1) nicht brechen. Treueschwüre auch von Messi („kicker“-Note letzter Spieltag gegen Numancia: 1), denn die Gerüchteküche um Florentino Perez brodelte Folgendes hervor: neben Cristiano Ronaldo und Kakà könnte man noch Coup-mäßig Messi von Barca loseisen, à la Figo, damals, 2000 war’s. Ein bisschen billiger als die drei genannten könnte David Beckham werden (also: Messi+Ronaldo+Kakà = 420 Mio., Beckham = irgendwas unter 420 Mio.), falls es tatsächlich zu einem längerfristigen Engagement bei Milan kommen sollte. Becks erhielt für das Spiel gegen Bologna am Sonntag vom „kicker“ übrigens die Note 2. Der beste Fußballer der Welt erzielte sogar sein erstes Milan-Tor. Milan-Trainer Ancelotti: „Er ist ein immens nützlicher Spieler mit ungemeiner Spielintelligenz.“ Inters Trainer Mourinho wird wegen verbaler und sein Spieler Adriano wegen körperlicher Attacken gesperrt. „Kleines und Großes geschieht, ein Zahn fällt aus einem Munde, ein Mann aus den Reihen heraus, ein Sperling auf die Erde herunter,“ so Knut Hamsun am Ende seiner „Stadt Segelfoß“-Trilogie. Und das alles ohne Führer, Andreas Baader, Oberst Stauffenberg, Nazis und Kommis, Tätern und Opfern.
Und kein Wunder, dass Deutschland im Uefa-Ranking auf Platz fünf rumdümpelt.
Und schlimm, wenn man nichts mehr zu sagen hat.
Und dann, dann fällt mir plötzlich doch noch was ein, das Zeitgeschichtliches sein könnte, ein leiser Zwischenton jedoch, mit Tätern und Opfern und so. Während des WM-Endspiels 2006 zwischen Italien und Frankreich meinte ein befreundeter Franzose nach Zidanes Kopfstoß gegen Materazzi in Richtung des französischen Spielmachers: „Zizou, dass du nach Hause kommst!“ Der Hauch der Historie. Ich hab’s verstanden. Fühlt sich toll an. Titanisch.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

2009

Dies vorab: Falls jemand doch nicht die „Brot statt Böller“-Maxime in die Tat umgesetzt haben sollte, so hat er/sie die Dinge doch hoffentlich für kommende fußballerische Groß- und Kleinereignisse und für diverse Stadionbesuche aufgehoben (natürlich nicht die ganz großen, logo!, viel zu gefährlich).

Ansonsten fing ja das Jahr recht korrekt an, u.a. mit flotten Barca-Siegen. Und auch nicht so schönes gab es: z.B. Real-Siege. Man sehnt sich förmlich Bernd the blonde angel Schuster zurück. Dessen deutschen Fatalismus hat der Neue, Juande Ramos, natürlich nicht zu bieten. Jedoch könnte er durchaus eines Tages mit der Truppe erfolgreich sein, leider und schnüff.
Doch es gibt noch Unschöneres im neuen Jahr, und es hat auch mit Real Madrid zu tun (haben das eigentlich alle unschönen Sachen?): sie machen dort in ihrer Hauptstadt was ganz doll Schönes kaputt, nämlich die good old Demokratie, treten sie mit Füßen usw. – Bei der Generalversammlung des Vereins am 7. Dezember des vorigen Jahres, bei der es um nicht unerhebliche Finanzentscheidungen ging, soll Präsident Calderon eine Gruppe von Leuten eingeschleust haben, die dann bei der Abstimmung teilnahmen (jep, richtig geraten: zu seinen Gunsten), die jedoch gar nicht zu den Delegierten gehörten und zum Teil noch nicht einmal Mitglieder bei Real sind (was irgendwie schon wieder putzig ist – man stelle sich vor, Calderon irrt in der Madrider Innenstadt umher und versucht irgendwelche Leute anzuhauen, ob sie nicht mal eben für ihn bei so einer Sache für ihn abstimmten könnten ...). Man hatte ja bereits davon munkeln gehört. Allerdings ging es vor ein paar Wochen noch darum, dass Calderon mit ein paar Jungs von den Ultras Sur (böse Fans) bei der Abstimmung auftauchte, wahrscheinlich um noch ein wenig die Werbetrommel für sein ruinöses Finanzgebaren zu rühren und nebenbei ein wenig Entscheidungshilfe zu geben. Die Abstimmung verlief dann auch zu seinen Gunsten. Und: Erfolg gibt einem recht. Nun soll eine Untersuchungskommission die Sache aufklären. Gähn.
Aber vielleicht ließ man da in Madrid nur den Worten Taten folgen, man bedenke das ganze „Postdemokratie“-Gerede der letzten Zeit (gut, in Deutschland ist das noch nicht richtig angekommen, hier gilt solch ein Begriff wohl schon als obszön, also lieber nicht drüber nachdenken und sprechen). Also einige – und das sind nicht irgendwelchen durchgeknallten, faschistischen Fanatiker – meinen, dass sich unsere politische Kultur, ja unser politisches System zu ändern habe, sich ändern werden müsse, auf Grund neuer Gegebenheiten innerhalb und außerhalb der demokratischen Nationen. Und natürlich, wie immer: Real kann einfach nicht anders und ist mal wieder voll und ganz Avantgarde. Impavidum ferient riunae. (Horaz – Den Furchtlosen werden noch die Ruinen tragen.)

Und ab ins nächste Land mit Problemchen im politischen System (das hier aber keiner überheblich wird, verstanden!?): Italia. Müsste eigentlich hier schon wieder was über Becks schreiben. Will ich aber nicht. Find’s nur bewundernswert von seinen Kollegen – was hat Milan doch für eine starke Truppe –, dass sie ihn von nun an 89 Minuten mit über den Platz schleppen müssen. So lange dauerte nämlich sein Einsatz beim AS Rom, 2:2, beide Milan-Tore vom 19-jährigen Pato (sic!). Becks hat schön gejubelt, fand ich. Juve nun mit vier Punkten an Inter dran ... nun, wir wollen nicht alles dramatisieren.

Weltfußballer 2008: Cristiano Ronaldo ... aber das war doch letztes Jahr! Hehe.
Weltfußballer of the aktuelle year bzw. gerade: Lionel „la pulga“ Messi. (Mit und ohne Ball übrigens, wie Aletico-Trainer Aguirre feststellte.)

Donnerstag, 8. Januar 2009

Der beste Fußballer der Welt!

Am 06.01., dem Tag der Heiligen Drei Könige, ereigneten sich in dem Land der stärksten Liga der Welt zwei Dinge, die nachhaltig in Erinnerung bleiben werden. Zum einen hat ein 21-jähriger Argentinier abermals ein Kunststück vollführt, welches ihm eigentlich und verdientermaßen in den nächsten Tagen den Titel "bester Fußballer der Welt" einbringen müsste. Zum anderen hat Lionel Andrés Messi bei seiner Auswechslung, zehn Minuten vor Schluss der Pokalpartie zwischen Atlético Madrid und seinem FC Barcelona (1-3), "ein unerklärliches Gefühl" gespürt: Die Zuschauer im Stadion des Gegners erhoben sich ehrfurchtsvoll von ihren Sitzen, um ihm, dem Gegner ihren Respekt zu erweisen.
Es fällt allerdings schwer, seinen Lauf über den halben Platz, mit anschließendem Schuss an die Querlatte und dem darauffolgenden Tanz auf minimalem Raum an Torhüter Coupet (einer der besten der Welt) vorbei, nicht berauschend zu finden.