Sonntag, 27. November 2011

November Rain(…ing Blood)


Er war nicht nur der Spieler, der die 500er Marke in der Premier League als Erster knackte; er war einer der Männer an Eric Cantonas Seite, als Leeds United 1992 die Meisterschaft gewann; er stammte aus dem sympathischen Heimatland von Dylan Thomas und Catherine Zeta-Jones; er trug einen Namen, der in vielerlei Hinsicht begeisterte: Gary Speed, amtierender Nationaltrainer von Wales, wurde an diesem Sonntag in seinem Haus in Huntington bei Chester tot aufgefunden, vermutlich hat er sich erhängt. – Wir hoffen, dass Heinrich von Kleist und all die anderen, die unverstandener- und sinnloserweise ihrem Leben im November ein Ende setzten, ihn irgendwo gebührend und tröstend in Empfang nehmen. Mach’s jut, Gary!

(Bildquelle: faz.net)

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Fast-Südligenbericht mit und über Catherine Zeta-Bohlen



Lang ist’s her, dass an diese Stelle Frau Zeta-Bohlen aus dem Süden, von den südlichen Ligen oder überhaupt irgendwas berichtete. Schuld ist natürlich der Bundestrojaner (übrigens ein in der Bundeszimmerei hergestelltes Holzpferd, in dem sich mehrere Bundesbeamte verstecken können). Nun hat sie umgesattelt, ist Gerichtsreporterin und Hotelkritikerin geworden. Da passt es natürlich, dass der beste Fußballclub der Welt, der FC Barcelona, grad dabei ist, sich selbst zu zerlegen (falls da nicht irgendwelche Real-Klabautermänner dahinterstecken).

Am Montag dieser Woche begann in Barcelona der Prozess gegen den Ex-Clubpräsidenten, Joan Laporta, den ehemaligen JFK des europäischen Spitzenfußballs. Dabei geht es um die von Laporta und seiner Führungsmannschaft verprassten Millionen (Höchstschätzung: 80 in sieben Jahren!), Stichwort: Champagner-Flat. Besonders hellhörig wurde unsere Gerichtsreporterin und Hotelkritikerin bzw. Gerichtskritikerin und Hotelreporterin, als es um einen viertägigen Aufenthalt der Mannschaft in Seattle während ihrer US-Tour ging, bei dem Laporta eine Hotelsuite bezog, die insgesamt 20000 Dollar gekostet haben soll, wohingegen der gesamte Kader für 19253 Dollar unterkam.

Laporta will nun seinerseits den neuen Präsidenten verklagen, Sandro Rossell, mit dem zusammen er 2003 die Präsidentenwahl gewonnen und den Club umgekrempelt hatte. Mittlerweile verbindet beide eine innige Männerfeindschaft, und die Zivilgerichte der katalanischen Metropole haben viel Arbeit. Laportas Anhänger versuchten Rossell ans Bein zu pinkeln, indem sie den neuen Trikotsponsorenvertrag mit der Qatar Foundation ob seiner Rechtmäßigkeit infrage stellten (die Mitglieder wurden erst nach Vertragsunterzeichnung zur Abstimmung gebeten). Ein Rossell-Anhänger wiederum verklagte Laporta und verlangte die Pfändung von dessen Privatvermögen. Allerdings wurde der Antrag zurückgezogen, da Trainer Pep Guardiola darum bat. Bei diesen spätrömischen Zuständen wird sein nächster Bandscheibenvorfall wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Was sagt uns das? Nicht viel. Nur: dass es weitergeht.

Und dass es schwierig zu sein scheint, in Ruhe seine Arbeit zu machen. Dabei geistert dem guten Guardiola natürlich ein Gedanke Thomas Bernhards im Kopf herum: „Das Problem ist immer, mit der Arbeit fertig zu werden, in dem Gedanken, nie und mit nichts fertig zu werden …, es ist die Frage: weiter, rücksichtslos weiter, oder aufhören, schlussmachen … es ist die Frage des Zweifels, des Misstrauens und der Ungeduld.“

Donnerstag, 29. September 2011

Wie eh und je oder sardische Calcio-Impression!

Merksatz zum Wochenende: Der Calcio ist und bleibt am Leben, er erstrahlt weiterhin in unerschütterlichem Glanz, daran kann auch Miro Klose nichts ändern.

Donnerstag, 18. August 2011

Puh …

… da ist Tito Vilanova aber noch mal mit beiden Augen davongekommen.


(Je länger Mourinho bei Real ist, umso inspirierter wirken er und seine Spieler, was das Anwenden klandestiner Kneipenschlägereitechniken betrifft. Zum Glück hat Mou die Schiris in der vergangenen Saison so zugequatscht, dass sie meist ungestraft davonkommen. – D.h.: totale Vernachlässigung aller diskursethischer Grundsätze, Habermas übernehmen Sie!)

Montag, 13. Juni 2011

Pep in Israel



Neuesten externen und sehr geheimen Berichten zufolge soll Pep in den nächsten Jahren neben der katarischen auch die israelische Nationalmannschaft trainieren, um so mittels katalanischem Kurzpassfußball alle jene zu christianisieren, die nur auf Stress aus sind (d.h. er fängt bei Mourinho an und hört bei den verirrten YouTube-Kommentarschreiberlingen auf) bzw. ständig unter Stress zu leiden haben.
Ich denke: Das sind gute, sehr pfingstliche Nachrichten.

Freitag, 10. Juni 2011

Da ham wa's!

Mou "the special one" Mourinho spioniert Barca aus! (Und hat Guardiola wahrscheinlich auch den Bandscheibenvorfall angehext.)
Sieht so aus, als wolle er so was unbedingt verhindern:



Montag, 16. Mai 2011

Tribuenenbrand präsentiert: Aufdecken von Titelgewinnfeierlichkeiten-Plagiaten

Nach den Dissertationen von Koch-Mehrin, Guttenberg und Saß scheint es an der Zeit, fragwürdiges Zitieren im Bereich des Sports bzw. im Bereich des Feierns im Sport genauer unter die Lupe zu nehmen.
Man vergleiche den folgenden Film mit diesem


… und natürlich sucht man einen entsprechenden und korrekten Nachweis vergeblich.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Mittwoch, 4. Mai 2011

Der Hassico mit einem versöhnlichen Ende

Nachdem José Mourinho rausgefunden hatte, dass der FC Barcelona, die Unicef und ein paar gedungene Schiedsrichter für den Reichstagsbrand anno 1933 in Berlin verantwortlich sind, ließ der Schiri gestern in der vierten Clásico-Partie innerhalb von gefühlten anderthalb Tagen die Real-Gesellen beim Umtreten der Gegenspieler gewähren.
So kam José Mourinho zu der Genugtuung, das Spiel mit elf Mann zu beenden, und Barca zum hochverdienten Finaleinzug.
Gegen Ende der Partie wurde sogar Eric Abidal nach überstandener Krebs-OP eingewechselt. – Wenn da mal nicht irgendwelche Ärzte dahinterstecken.

Dienstag, 19. April 2011

Mou stirbt nur, wenn er von Gott persönlich empfangen wird: Petrus reicht nicht!

Mou geht nur zur Kommunion, wenn der Papst die Hostie verteilt!
Mou raucht Zigarren nur, wenn Fidel Castro sie persönlich gedreht hat!
Mou spricht nicht mit Charles, sondern nur mit Camilla!
Mou spricht nicht mit Zapatero, sondern nur mit Angela Dorothea Merkel, seiner Chefin!


via Javier Caceres und Daily Mail

Mittwoch, 13. April 2011

Gut gegen Weiß


Huch! Johan Cruyff war da und hat mal wieder in meinem Terminkalender rumgekritzelt:
16.04.2011, 22:00 – „die Essenz des Fußballs“
20.04.2011, 21:30 – „die Essenz des Fußballs“
27.04.2011, 20:45 – „die Essenz des Fußballs“
03.05.2011, 20:45 – „die Essenz des Fußballs“

Freitag, 18. März 2011

Presse- und Krankenhausschau


Wie eine sehr ambitionierte Mischung aus "Merkur", "Scheidewege" und "Sinn und Form" für den Fußballbereich kommt dieses Magazin daher: The Blizzard. (– Es ist, als wenn man das Rauchen aufgibt: Jede Mark, die ihr nicht für den Kauf von "11 Freunde" ausgebt, könnt ihr in "The Blizzard" oder eines der drei anderen Magazine stecken. Oder spenden.)

Dass Radiohören sehr zur Verblödung beitragen kann, bewies vor ein paar Tagen der spanische Sender Cadena COPE, der zu wissen meinte, dass die Spieler des FC Barcelona und des FC Valencia mit unerlaubten Substanzen behandelt würden (im Falle Valencias soll gar Doc Fuentes seine Finger im Spiel haben). Die Quelle des Senders: nicht näher benannte Mitarbeiter Real Madrids. Mittlerweile haben sich der Sender und anscheinend auch der Real-Präsident bei Barca entschuldigt.
Interessanterweise traten gerade unter der Ägide José Mourinhos bei Inter Mailand dort zwei "Dopingfälle" (nicht näher klassifizierte medizinische Substanzen) auf.
Die UEFA machte derweil den Kettenhund der Presse und Real Madrids und schickte am Donnerstag Kontrolleure beim Training des FC Barcelonas vorbei – zehn Spieler mussten in die Becher pissen, darunter auch Messi und Xavi.
Keine Grüße!

Gestern Abend wurde in einem Krankenhaus in Barcelona Eric Abidal operiert. Man entfernte ihm einen Tumor aus der Leber, der erst kürzlich bei einer Routineuntersuchung entdeckt worden war.
Alles Gute!

Mittwoch, 9. März 2011

Helden 2011, Teil III: Dani Alves





Seinem älterer Bruder, der Hertha-Legende Alex Alves, wurde auf jeden Fall mehr revolutionäre Kreativität in Sachen Haarbehandlung in die Wiege gelegt.
Über den kleinen Dani schrieb Paul Ingendaay in der FAS: Er revolutioniere die Stellenbeschreibung seiner Position.
(Foto: fcbarcelona.cat)

Dienstag, 1. März 2011

Ibracadabra und seine Sorgen mit dem Freund der Weisheit

"In Barcelona habe ich festgestellt, wie schnell sich der Fußball verändern kann. Mein Problem in Barcelona war ein Mensch, der Philosoph. Sonst hatte ich mit keinem ein Problem. Es gibt keinen, der sagen kann, dass ich etwas falsch gemacht habe."
Und "wenn dich keiner mehr motiviert, dann kämpfst du auch nicht mehr. Deshalb gibt es ja Trainer. Für José Mourinho hätte ich rausgehen und töten können. Er hat mich unglaublich motiviert und angestachelt."

Dienstag, 8. Februar 2011

Que spettàcolo!


Der Sonnabend brachte uns im Berliner Olympiastadion und im Nou Camp zu Barcelona mächtig in Wallung – der Sonntag ließ uns dann im Guiseppe Meazza völlig freidrehen. Ein gelungenes Wochenende für Europa.


(Immer, wenn der Kommentator "Eto'o, Eto'o, Eto'o" brüllt, wird's besonders schön.)


Dienstag, 11. Januar 2011

Die tres Musketiere

Gestern Abend ließ es die Fifa in der Limmat-Metropole mal wieder richtig krachen: Ballon d’Or (Ball der Ehre), für die besten Fußballer und Fußballerinnen, Trainer und Trainerinnen, Fifa-Präsidenten und -Präsidentinnen. Dass es eine Krönung des Barca-Fußballinternats (FAZ-Foto-Love-Story hier) La Masia werden würde, war von vorneherein klar: Messi, Xavi und Iniesta waren die drei Nominierten für den Weltfußballer des Jahres 2010.
Allerdings gingen viele von einem Sieg Iniestas (WM-Siegtor etc.) bzw. Xavis aus (die meisten gelaufenen Kilometer, die meisten gespielten und angekommenen Pässe auf der Welt); aber Iniesta war dann doch zu häufig im Jahr 2010 verletzt bzw. depressiv gewesen, und Xavi hält sich immer zu sehr im Hintergrund auf (da er ja ständig kucken muss, ob nicht doch noch irgendwo einer ist, dem er den Ball, und sei es direkt vor dem Tor, zupassen kann) und sagte zudem im Vorfeld – so oft er konnte –, dass ja eigentlich nur Messi das Ding gewinnen kann (wahrscheinlich hatte er eine Wette laufen). So wurde es „44 Tore in 41 Spielen“-Messi (und der war überrascht), auch nicht schlecht. Cristiano Ronaldo war bedient. Bester Trainer wurde Mourinho, the bad boy, der den big boy del Bosque ausstach, sowie den wise boy Guardiola.


The Special One hatte einen Abend zuvor, beim Heimspiel der Weißigen in Madrid gegen Villarreal, mal wieder an seiner Beliebtheit in Schpanien gefeilt: Nach dem Tor zum 4:2 kurz vor Ende der Partie rannte er in die Coaching-Zone der Gästemannschaft und jubelte dort ausgelassen (in Richtung des Publikums gewandt). Die Freude der Villarreal-Bank darüber hielt sich in Grenzen. Mourinho meinte hinterher, er habe seine Freude mit seinem Sohn teilen wollen, der dort in der Nähe im Zuschauerrang saß. Ach so! Na denn! – Schlimm nur, dass Real nicht mal dem Sohn des Trainers der ersten Mannschaft einen vernünftigen Platz in der Nähe des Herrn Papas organisieren kann. Und selbst wenn Mou eine Knarre gezogen und dreimal vor Freude in die Luft geballert hätte, ihm wäre sicher was Passendes zu seiner Verteidigung eingefallen. Wer viel Scheiße baut, muss auch viel reden. – „Kommt lasst uns reden. / Wer redet, ist nicht tot.“