Dienstag, 11. Januar 2011

Die tres Musketiere

Gestern Abend ließ es die Fifa in der Limmat-Metropole mal wieder richtig krachen: Ballon d’Or (Ball der Ehre), für die besten Fußballer und Fußballerinnen, Trainer und Trainerinnen, Fifa-Präsidenten und -Präsidentinnen. Dass es eine Krönung des Barca-Fußballinternats (FAZ-Foto-Love-Story hier) La Masia werden würde, war von vorneherein klar: Messi, Xavi und Iniesta waren die drei Nominierten für den Weltfußballer des Jahres 2010.
Allerdings gingen viele von einem Sieg Iniestas (WM-Siegtor etc.) bzw. Xavis aus (die meisten gelaufenen Kilometer, die meisten gespielten und angekommenen Pässe auf der Welt); aber Iniesta war dann doch zu häufig im Jahr 2010 verletzt bzw. depressiv gewesen, und Xavi hält sich immer zu sehr im Hintergrund auf (da er ja ständig kucken muss, ob nicht doch noch irgendwo einer ist, dem er den Ball, und sei es direkt vor dem Tor, zupassen kann) und sagte zudem im Vorfeld – so oft er konnte –, dass ja eigentlich nur Messi das Ding gewinnen kann (wahrscheinlich hatte er eine Wette laufen). So wurde es „44 Tore in 41 Spielen“-Messi (und der war überrascht), auch nicht schlecht. Cristiano Ronaldo war bedient. Bester Trainer wurde Mourinho, the bad boy, der den big boy del Bosque ausstach, sowie den wise boy Guardiola.


The Special One hatte einen Abend zuvor, beim Heimspiel der Weißigen in Madrid gegen Villarreal, mal wieder an seiner Beliebtheit in Schpanien gefeilt: Nach dem Tor zum 4:2 kurz vor Ende der Partie rannte er in die Coaching-Zone der Gästemannschaft und jubelte dort ausgelassen (in Richtung des Publikums gewandt). Die Freude der Villarreal-Bank darüber hielt sich in Grenzen. Mourinho meinte hinterher, er habe seine Freude mit seinem Sohn teilen wollen, der dort in der Nähe im Zuschauerrang saß. Ach so! Na denn! – Schlimm nur, dass Real nicht mal dem Sohn des Trainers der ersten Mannschaft einen vernünftigen Platz in der Nähe des Herrn Papas organisieren kann. Und selbst wenn Mou eine Knarre gezogen und dreimal vor Freude in die Luft geballert hätte, ihm wäre sicher was Passendes zu seiner Verteidigung eingefallen. Wer viel Scheiße baut, muss auch viel reden. – „Kommt lasst uns reden. / Wer redet, ist nicht tot.“