Donnerstag, 13. Oktober 2011

Fast-Südligenbericht mit und über Catherine Zeta-Bohlen



Lang ist’s her, dass an diese Stelle Frau Zeta-Bohlen aus dem Süden, von den südlichen Ligen oder überhaupt irgendwas berichtete. Schuld ist natürlich der Bundestrojaner (übrigens ein in der Bundeszimmerei hergestelltes Holzpferd, in dem sich mehrere Bundesbeamte verstecken können). Nun hat sie umgesattelt, ist Gerichtsreporterin und Hotelkritikerin geworden. Da passt es natürlich, dass der beste Fußballclub der Welt, der FC Barcelona, grad dabei ist, sich selbst zu zerlegen (falls da nicht irgendwelche Real-Klabautermänner dahinterstecken).

Am Montag dieser Woche begann in Barcelona der Prozess gegen den Ex-Clubpräsidenten, Joan Laporta, den ehemaligen JFK des europäischen Spitzenfußballs. Dabei geht es um die von Laporta und seiner Führungsmannschaft verprassten Millionen (Höchstschätzung: 80 in sieben Jahren!), Stichwort: Champagner-Flat. Besonders hellhörig wurde unsere Gerichtsreporterin und Hotelkritikerin bzw. Gerichtskritikerin und Hotelreporterin, als es um einen viertägigen Aufenthalt der Mannschaft in Seattle während ihrer US-Tour ging, bei dem Laporta eine Hotelsuite bezog, die insgesamt 20000 Dollar gekostet haben soll, wohingegen der gesamte Kader für 19253 Dollar unterkam.

Laporta will nun seinerseits den neuen Präsidenten verklagen, Sandro Rossell, mit dem zusammen er 2003 die Präsidentenwahl gewonnen und den Club umgekrempelt hatte. Mittlerweile verbindet beide eine innige Männerfeindschaft, und die Zivilgerichte der katalanischen Metropole haben viel Arbeit. Laportas Anhänger versuchten Rossell ans Bein zu pinkeln, indem sie den neuen Trikotsponsorenvertrag mit der Qatar Foundation ob seiner Rechtmäßigkeit infrage stellten (die Mitglieder wurden erst nach Vertragsunterzeichnung zur Abstimmung gebeten). Ein Rossell-Anhänger wiederum verklagte Laporta und verlangte die Pfändung von dessen Privatvermögen. Allerdings wurde der Antrag zurückgezogen, da Trainer Pep Guardiola darum bat. Bei diesen spätrömischen Zuständen wird sein nächster Bandscheibenvorfall wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Was sagt uns das? Nicht viel. Nur: dass es weitergeht.

Und dass es schwierig zu sein scheint, in Ruhe seine Arbeit zu machen. Dabei geistert dem guten Guardiola natürlich ein Gedanke Thomas Bernhards im Kopf herum: „Das Problem ist immer, mit der Arbeit fertig zu werden, in dem Gedanken, nie und mit nichts fertig zu werden …, es ist die Frage: weiter, rücksichtslos weiter, oder aufhören, schlussmachen … es ist die Frage des Zweifels, des Misstrauens und der Ungeduld.“